Strom aus Windkraft wirklich ohne Probleme?

Politik

Die "BI Windkraft im Spessart" äußert sich zur Feier der Firma Renertec anlässlich der Einweihung des Windparks in Schlüchtern-Wallroth.

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"In der vergangenen Woche wurde der Windpark Wallroth mit Sekt, Schnittchen und viel Eigenlob eingeweiht. Für den Projektierer Renertec, den Hersteller Vestas und die Landbesitzer, die ihren Grund für viel Geld verpachten, mag es allen Grund gegeben haben zu feiern, für sie hat sich das Projekt sicherlich gelohnt. Für den Verbraucher sieht die Sache allerdings ganz anders aus. Nach einem Bremsversuch in 2014 laufen die Kosten für die EEG Subventionen schon wieder aus dem Ruder. In 2016 werden sie auf den Rekordbetrag von knapp 23 Milliarden Euro steigen. Die lokale Presse spricht in diesem Zusammenhang bereits von Sigmar Gabriels Energiewende Problem. Da ist es dann schon verwunderlich, dass der SPD-Landtagsabgeordnete Heinz Lotz in seiner Festtagsrede kritiklos in den Jubelchor einstimmt. Bezahlen muss die Feier ja letztendlich der Endverbraucher über seine EEG Abgabe, unabhängig von seinem persönlichen Einkommen", heißt es in einer Pressemitteilung.

Ein Verlierer ohne eigenes Sprachrohr sei die Natur. Vor einigen Tagen habe ein BI Mitglied wieder einen getöteten Rotmilan unter einem Windrad entdeckt, diesmal in Brachttal-Streitberg. Windparks müssten eigentlich so gebaut werden, dass streng geschützte Tiere wie der Rotmilan nicht zu Schaden kommen, aber offensichtlich sei das bei den Planungen in Streitberg nicht beachtet worden. Die Landtagsabgeordnete Angela Dorn von den Grünen scheinen aber solche Vorfälle bei der Feier nicht gestört zu haben. Das unter grüner Leitung stehende Wirtschaftsministerium überarbeite zurzeit gemeinsam mit dem Umweltministerium den Naturschutzrechtlichen Leitfaden zur Genehmigung von Windkraftanlagen. Laut Frau Dorn solle damit das Spannungsverhältnis zwischen erneuerbaren Energien und Artenschutz aufgelöst werden. „Für mich heißt das im Klartext, dass Frau Dorn den Naturschutz noch weiter aushöhlen will“, sagt BI Vorstand Berthold Andres.

Das Argument des Renertec Firmengründers Gerhard Eckert, dass aktuell 30 % Strom aus erneuerbaren Energien kommen, möge zwar richtig sein, beruhe aber auf mehrfachem Schönrechnen. Es sei beispielsweise verschwiegen worden, dass der weitaus größte Teil dieses Stroms nicht aus Windkraft, sondern aus Biomasse stamme. "Laut der Hessischen Energiebilanz 2014 betrug der Beitrag der Windkraft am Primärenergieverbrauch in Hessen in 2014 gerade einmal 0,69 %. Selbst mit der vom Grünen Wirtschaftsminister Al-Wazir angestrebten Verdreifachung der Windkraftleistung in den nächsten fünf Jahren würde der Gesamtanteil erst ca. 2 % betragen. Auf die mit diesem Ausbau verbundenen Kollateralschäden, die Tausende von 200 m hohen Windrädern in unseren Mittelgebirgen anrichten, soll an dieser Stelle gar nicht eingegangen werden. Da jeder Euro der vielen Milliarden an Subventionen nur einmal ausgegeben werden kann, stellt sich die Frage ob es nicht sinnvoller wäre, anstatt einseitig auf Windkraft zu setzen, sie breitflächig in Energiesparmaßnahmen und energetische Gebäudesanierung zu stecken? Jedes eingesparte Kilowatt Strom ist das umweltfreundlichste Kilowatt, weil es gar nicht erzeugt werden muss. Eine aktuelle Studie des Umweltbundesamts vom September 2015 schätzt zum Beispiel für ein ambitioniertes Energiewende-Szenario das Potential für Stromeinsparung in den nächsten 15 Jahren auf ca. 25 %. Das Potential muss allerdings auch gehoben werden und das wird nicht ohne finanzielle Unterstützung möglich sein", so die Bürgerinitiative abschließend.


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