Noch im Mai habe Stromnetzbetreiber Tennet vor den Plänen des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer gewarnt, eine riesige Stromleitung um Bayern herum verlegen zu lassen, erklärt Reiner Bousonville, Fraktionsvorsitzender der Kreistagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Main-Kinzig-Kreis, in einer Stellungnahme.
Nun sehe es so aus, als wolle der Netzbetreiber im neu gefassten Netzentwicklungsplan dem bayerischen Egoismus tatsächlich Rechnung tragen, protestiert der Grüne.
Stein des Anstoßes ist die Trassenführung für den bundesweiten Netzausbau, von der der Main-Kinzig-Kreis in Form einer 380 KV-Wechselstromleitung tangiert sein könnte. Während im ursprünglichen Netzentwicklungsplan ein Neubau in Richtung Bergrheinfeld/West bzw. Grafenrheinfeld in Bayern ausgewiesen sei, solle nach dem massiven Vorstoß des bayerischen Ministerpräsidenten als Alternative jetzt eine so genannte Ertüchtigung der bestehenden Trasse von Mecklar über Dipperz nach Urberach durch den Main-Kinzig-Kreis führen. Geplant sei, die derzeitigen Masten dann durch neue, größere Masten zu ersetzen oder durch eine zweite Reihe von Masten zu ergänzen.
„Es kann nicht sein, dass hier nach dem Motto verfahren wird, der böse Hund bekommt einen Knochen mehr. Wir erinnern an die parteiübergreifenden Beschlüsse im Kreistag des Main-Kinzig-Kreises, worin eine ergebnisoffene, transparente Prüfung der Ausbau-Varianten gefordert wird. Die Trassenplanung muss sich an objektiven Kriterien wie Kosten und technischem Nutzen orientieren. Netzbetreiber Tennet und die Bundesnetzagentur dürfen diese Grundsätze nicht einfach über Bord werfen, weil Seehofer wieder einmal knurrt“, so Bousonville.
Der Grüne ist sicher, der Main-Kinzig-Kreis und die vom Ausbau betroffenen Kommunen und Bürger würden das nicht mitmachen und kündigt die Kampfbereitschaft der Region an. Eine Lösung, so Bousonville weiter, die sich nicht nach objektiven Notwendigkeiten, sondern nur nach bayerischen Befindlichkeiten ausrichte, gefährde die Akzeptanz des gesamten Netzausbaus in der Bevölkerung. Die Grünen schließen sich daher dem Aufruf der Kreisspitze, vertreten durch die zuständige Kreisbeigeordnete Susanne Simmler, an die Kommunen, Organisationen und Privatpersonen an, im Rahmen des derzeit laufenden Konsultationsverfahrens ihre Bedenken gegen die Pläne vorzubringen.
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