„Die Folgen dieser dramatischen Erlebnisse werden hier voraussichtlich noch sehr lange nachwirken“, zeigt sich Landrat Pipa bestürzt. Vor diesem Hintergrund sei alles dafür zu tun, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden. Es verdiene großen Respekt, wenn die betroffenen Opfer diese Übergriffe öffentlich thematisieren und ihre Gefühle darstellen. „Hier wurde in höchstem Maße die Menschenwürde verletzt“, unterstützt der Landrat die Formulierung der 25jährigen Frau aus Gründau. Denn bereits die Androhung von Gewalt oder auch die derben Beschimpfungen und Beleidigungen seien eine gravierende Straftat.
„Es ist erschreckend, dass diese Taten wohl offensichtlich von Flüchtlingen und Asylbewerbern ausgegangen sind“, sagt Pipa. Denn damit habe sich die Stimmung in Deutschland über Nacht dramatisch verändert. Es stehe jedoch außer Frage, dass die Täter ihre Berechtigung verloren haben, in diesem Land zu leben. Die wichtigste Aufgabe der Politik sei es nun, die entsprechenden Stellen der Polizei und Justiz so aufzustellen, dass sie diese bedrohliche Situation bewältigen können. So seien allein mehrere hundert Anzeigen aufzunehmen und zu verfolgen. „Hier müssen wir schnell handeln, um ein deutliches Signal zu setzen“, fordert Pipa. Der Schutz und die Freiheit der hier lebenden Menschen seien schon jetzt massiv gefährdet.
Für den Landrat ist es völlig inakzeptabel, dass sich hier eine Stimmung der Angst und der Ohnmacht breit mache. Zudem müsse der Staat gewappnet sein, um der wachsenden Ausländerfeindlichkeit und dem Fremdenhass begegnen zu können. Denn für die Menschen, die hier Schutz und Gerechtigkeit suchen, gelten der Schutz der Menschenwürde und das Grundgesetz in gleicher Weise. „Viele Menschen mit Migrationshintergrund haben sich klar von den Vorfällen der Silvesternacht distanziert und befürchten nun einen neuen Rassismus im Alltag“, sagt Pipa.
Daher ruft Pipa auf zu einer kritischen aber fairen Debatte rund um das Thema Einwanderung und Integration. „Ich danke allen Menschen, Initiativen und Organisationen, die sich für ein friedliches Miteinander und einen respektvollen Umgang engagieren“, sagt er. Diese wichtige Aufgabe wird in den kommenden Monaten nicht leichter werden.
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