Unterkunft für Flüchtlinge: Streit um 867.000 Euro

Politik

Für 867.000 Euro werden zwei ehemalige Personalhäuser am Jugendzentrum Ronneburg generalsaniert und zu Jugendhilfeeinrichtungen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge umgebaut.

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Viel zu viel Geld meinte die CDU-Fraktion auf der Kreistagssitzung und forderte, den Betrag aus dem Wirtschaftsplan für die Jugend- und Freizeiteinrichtungen des Main-Kinzig-Kreises zu streichen. Heiko Kasseckert (CDU) warf dem Kreisbeigeordneten Matthias Zach (Grüne) sogar vor, bei diesem Bauvorhaben Fördergelder zweckentfremdet einsetzen zu wollen.

„Absolut unangebracht und zu hoch“, so die Meinung von Kasseckert, der zudem vermutete, dass die Gebäude zukünftig für Familienmaßnahmen genutzt werden sollen. Um Fördergelder des Bundes zu generieren, seien sie als Maßnahmen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge deklariert. „Wenn das anders genutzt werden soll, muss man es auch sagen“, sei es zudem unverhältnismäßig, für die Unterbringung von 10 bis 12 Personen eine Investition in dieser Größenordnung zu tätigen. Diese könnten auch noch in einer entsprechenden Einrichtung in Bad Soden-Salmünster untergebracht werden.

Kreisbeigeordneter Zach wies den Vorwurf der Zweckentfremdung vehement zurück, der von der CDU vorgeschlagene Neubau würde zudem nicht weniger kosten. Mit der Unterbringung von 45 Jugendlichen in der ehemaligen Kurklinik St. Georg in Bad Soden-Salmünster seien die Probleme nicht gelöst, da die Verselbstständigungsgruppen nur aus zehn Personen bestehen sollten und daher auch dort noch eine Aufteilung erfolgen müsse. Der CDU-Antrag wurde vom Kreistag anschließend abgelehnt, der Weg für diese Investition ist somit frei.


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