Ein gesundes Frühstück ist eine wesentliche Grundlage für Schülerinnen und Schüler, um gut und leistungsstark über einen Teil des Tages zu kommen.
Ein gesundes Frühstück ist eine wesentliche Grundlage für Schülerinnen und Schüler, um gut und leistungsstark über einen Teil des Tages zu kommen.
Das galt früher und das gilt auch noch heute. „Mittlerweile hat sich rund die Hälfte der Schulen im Main-Kinzig-Kreis zu Ganztagsschulen weiterentwickelt. Die Frage nach einer gesunden Verpflegung an der Schule stellt sich also zunehmend. Wir wollen diese Diskussion in die Schulgemeinden hineintragen und Schüler, Lehrer, Eltern und Caterer für das Thema sensibilisieren“, erklärte Schul- und Gesundheitsdezernent Matthias Zach zum Auftakt der Aktion „Wer gesund is(s)t – ist besser drauf“.
Mit dieser Aktion können sich alle weiterführenden Schulen des Kreises um ein Pilotprojekt bewerben: ein Schulhalbjahr, in dem das gesunde Essen im Mittelpunkt steht. Dabei hilft ein Ernährungscoach der Schule, vor Ort Konzepte zu entwickeln und umzusetzen. Dieses Projekt wird komplett durch den Main-Kinzig-Kreis finanziert. Alle weiterführenden Schulen werden in den nächsten Tagen angeschrieben und bekommen alle Bewerbungsmodalitäten mitgeteilt.
Matthias Zach bereiten jüngste Studien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Sorgen, wonach 41 Millionen Kinder weltweit zu dick seien – eine Zunahme um zehn Millionen in den vergangenen 25 Jahren. „Die Gründe können vielfältig sein. Unbestritten ist aber, dass gesunde Ernährungs- und natürlich auch ausreichende Bewegungskonzepte in der Ganztagsschule die gesamte Entwicklung der Kinder positiv beeinflussen“, erklärte Zach in seiner Ansprache vor Schulleiterinnen und Schulleitern, Elternbeiräten und Schülervertretungen, die zur Auftaktveranstaltung von „Wer gesund is(s)t – ist besser drauf“ ins Main-Kinzig-Forum gekommen waren.
„Ich folge der Empfehlung von Experten, die schon seit langem verbindliche Standards für Schulessen fordern. Zu wissen, was auf den Tisch kommen sollte und Kinder satt macht, reicht leider nicht aus. Daher ist es wichtig, Gesundheitsförderung in Schulen ganzheitlich auszurichten und in ein pädagogisches Konzept einzubetten.“ Um eine optimale Schulverpflegung sicherzustellen, müssten Caterer, Schulen, Eltern und die Politik Hand in Hand arbeiten, um Verantwortung zu übernehmen und Veränderungen hervorzurufen, so Zach.
Dafür lieferten mehrere Referenten entsprechende Impulse. Ökotrophologin Marina Beheim, die auch Vorträge an Schulen im Kreisgebiet hält, definierte zunächst „gesunde Schulverpflegung“. Sie stellte dabei der Ernährungspyramide mit empfohlenen Tagesrationen bestimmter Speisen die Ernährungspyramide mit den von Schülern „gewünschten“ Speiseanteilen gegenüber: eine auf den Kopf gestellte Pyramide mit überproportional viel Ungesundem. Alexandra Rico von der Firma Heinzelmännchen gab dazu passende Einblicke aus der Praxis eines Caterers und dessen Austarieren zwischen Schüler-Wunsch und Gesundheitsanspruch.
Katja Schneider von der Vernetzungsstelle Schulverpflegung stellte Verpflegungskonzepte von Schulen vor und legte einen besonderen Schwerpunkt auf die Zwischenverpflegung. Wie eine Schulgemeinde im Main-Kinzig-Kreis schon konkret mit der Frage nach einer gesunden Verpflegung im Schulalltag umgeht, schilderte Katharina Heinen. Die Schulleiterin der Henry-Harnischfeger-Schule in Bad Soden-Salmünster erläutert, dass vor allem auch das Ambiente in der Schulmensa eine große Rolle spielt. Nur dort, wo sich die Schülerinnen und Schüler in ihrer Umgebung wohlfühlen, verweilen sie auch. In der Schule gibt es einen Kiosk, der von Schülerinnen und Schülern organisiert wird und für den diese die Verantwortung übernehmen. Auch der zuckerfreie Vormittag wird seit langem in der Schule umgesetzt. Das sind nur einige Punkte, die dazu beitragen können, gesunde Ernährung in der Schule zu etablieren.
Foto: „Schüler, Lehrer, Eltern und Caterer für gesunde Schulverpflegung sensibilisieren“: Kreisbeigeordneter Matthias Zach.
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