„Billiges Wahlkampfmanöver“ der Kreis-SPD?

Politik

Die Junge Union Main-Kinzig (JU) zeigt sich in ihrer jüngsten Pressemitteilung erstaunt über die Ankündigung des designierten SPD-Landratskandidaten Stolz, eine „Dialogtour“ im Main-Kinzig-Kreis zu starten.

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Dies sei, so der JU-Kreisvorsitzende Pascal Reddig, zwar absolut legitim, irritiert jedoch vor dem Hintergrund, dass der SPD-Kreisvorsitzende Christoph Degen die CDU Main-Kinzig für ihre Dialogtour im vergangenen Jahr stark kritisierte. So hatte die Kreis-CDU bereits im vergangenen Sommer eine Tour durch den Main-Kinzig-Kreis unternommen, um mit den Bürgerinnen und Bürgern im Kontakt zu bleiben und Ideen und Anregungen für ihre kommunalpolitische Arbeit aufzunehmen. Rund 700 Bürgerbefragungsbögen, welche im Rahmen der Dialogtour ausgefüllt wurden, seien anschließend ausgewertet worden und die Ergebnisse in das CDU-Kommunalwahlprogramm eingeflossen.

Christoph Degen (SPD) habe eine solche Dialogtour damals in einer Pressemitteilung als „billiges Wahlkampfmanöver“ bezeichnet und der CDU vorgeworfen, jeglichen Bezug zu den Lebenswirklichkeiten der Bürger verloren zu haben. Den CDU-Politikern habe  er kommunalpolitische Kompetenz abgesprochen und betont, dass die SPD solche „vorgeschobenen Alibiveranstaltungen“ nicht brauche. „Umso mehr erstaunt es, dass sich der designierte SPD-Landratskandidat nun dazu entschlossen hat, ebenfalls eine Dialogtour in unserem Kreis durchzuführen. Folgt man der damaligen Argumentation der SPD, hat diese entweder innerhalb von nur einem Jahr den Dialog zu den Menschen verloren und muss deshalb nun selbst auf aus ihrer Sicht vorgeschobene Alibiveranstaltungen zurückgreifen oder aber sie hat inzwischen erkannt, wie wertvoll Erkenntnisse aus dem persönlichen Gespräch mit den Bürgern sein können. In jedem Fall haben sich die Sozialdemokraten damit wohl ein ziemliches Eigentor geschossen“, so Reddig.

Amüsant sei zudem die Aussage Degens gewesen, jemand der auf eine solche Dialogtour zurückgreifen müsse, solle sich am besten aus der Kommunalpolitik zurückziehen, da er offensichtlich keine Ahnung habe. „Mit Sicherheit wird Christoph Degen seinem künftigen Landratskandidaten noch einmal persönlich erklären müssen, was er vor einem Jahr genau damit gemeint hat“, schmunzelt der JU-Pressesprecher Konrad Schäfer.

Insgesamt füge sich diese offensichtliche Doppelmoral passend in das Bild ein, das die SPD Main-Kinzig, u.a. mit dem kurzfristigen Platzenlassen der Großen Koalition im Main-Kinzig-Kreis, in den vergangenen Wochen abgegeben habe. Eine solche Art von Politik und Wahlkampfpolemik schade laut der Jungen Union letztlich nur der Akzeptanz politischer Entscheidungen und befördere die Politikverdrossenheit, insbesondere unter jungen Menschen.


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