Aktionstag für die Verkehrssicherheit kam gut an

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Junge und ältere Seniorinnen und Senioren standen am Mittwoch bei einer Verkehrspräventionsaktion der Polizei, die auf Parkplätzen im Kreis Offenbach und im Main-Kinzig-Kreis stattfand, im Mittelpunkt.

"Verkehrsunfälle mit Seniorinnen und Senioren sind auch dieses Jahr wieder ein Schwerpunkt unserer Verkehrssicherheitsarbeit", kommentierten der Leiter der Polizeidirektion Offenbach, Stefan Kaaden und Burkhard Kratz Leiter der Führungsgruppe der Polizeidirektion Main-Kinzig die Aktion ihrer Beamtinnen und Beamten und ergänzten: "Wir haben dahingehend etwa 400 Bürgerinnen und Bürgern beraten und unsere Aktion kam sehr gut an."

Bedauerlicherweise ereignete sich im vergangenen Jahr alle drei Stunden ein Verkehrsunfall, bei dem ein Beteiligter über 65 Jahre alt war. Zehn Menschen starben, wovon sechs der tödlich Verunglückten über 75 Jahre alt waren. Kaaden und Kratz wiesen darauf hin, dass die Unfallzahlen in den letzten zehn Jahren um 40 Prozent angestiegen sind. Im Jahr 2018 haben nach Einschätzung der Polizei 63 Prozent der jüngeren und älteren Seniorinnen und Senioren die Unfälle selbst verursacht. Ein guter Anfang, um die eigene Fahrtüchtigkeit zu überprüfen, ist laut Kaaden und Kratz ein Gesundheitscheck beim Hausarzt. Internetaffine finden zudem im Netz Hör-, Seh- und Reaktionstests. Für erfahrene ambitionierte Autofahrer lohnt sich ein Fahrsicherheitstraining. Diese Trainings werden mittlerweile (vom ADFC und Fachhändlern) auch für Fahrrad- und Pedelec-Fahrer angeboten. Laut Statistik waren mehr als ein Drittel der im Jahr 2018 verunglückten Pedelec-Radler älter als 65 Jahre. Nicht selten verursachen die älteren Radler Unfälle, weil sie auf der falschen Fahrbahn, auf dem Gehweg oder entgegen der Einbahnstraße unterwegs sind. Fußgänger hingegen kommen sicherer über die Straße an Fußgängerüberwegen oder -ampeln.

Im Berichtsjahr ereigneten sich 2.927 Unfälle mit Verkehrsteilnehmern der Generationen 65+ und 75+ (Vorjahr: 2.670). 111 Personen erlitten schwere und 347 leichte Verletzungen (2017 waren es 107 Schwer- und 309 Leichtverletzte). In bis zu 48 Prozent der Fälle waren die Verunglückten mit dem Auto unterwegs. Kaaden und Kratz wiesen darauf hin, dass es auch Tipps für Angehörige gibt. Denn oftmals bemerken zuerst die Familienmitglieder, Freunde und Bekannte eine nachlassende Fahrtüchtigkeit bei ihren Angehörigen.

Der Leiter der Polizeidirektion Offenbach sagte weiter: "Für den Bereich Stadt und Kreis Offenbach verzeichnen wir einen Anstieg der Seniorenunfälle um 107 auf nunmehr 1.531. Von fünf tödlich Verunglückten waren vier über 75 Jahre alt. Auffällig ist zudem ein Anstieg bei den Parkunfällen in unserer Region. 751 Unfälle ereigneten sich beim Ein- oder Ausparken vor Einkaufsmärkten und in Parkhäusern sowie beim Vorbeifahren an geparkten Autos. Für manch älteren Autolenker kann beim Rangieren und Durchfahren eine zu enge Parkbucht oder eine auf beiden Seiten zugeparkte Straße zur Herausforderung werden."

Burkhard Kratz von der Polizeidirektion Main-Kinzig ergänzte: "Im Bereich Main-Kinzig registrierten wir im Berichtsjahr 1.160 Verkehrsunfälle, bei denen ein Beteiligter älter als 65 Jahre alt war. Die Unfälle, die sich auf Parkplätzen ereigneten, stiegen von 213 im Jahr 2017 auf nunmehr 278 im Berichtsjahr an." Zudem stellten Kaaden und Kratz eine Zunahme bei den Unfallfluchten fest und erläuterten: "Oftmals waren das Parkrempler, also vorwiegend Bagatellschäden, bei denen sich die Senioren allerdings danach nicht richtig verhalten hatten und weggefahren waren."

Im Bereich Stadt und Kreis Offenbach waren bei 141 geklärten Verkehrsunfallfluchten die Verursacher zwischen 65 und 74 Jahre alt; davon ereigneten sich 47 Fluchten auf Parkplätzen oder im Parkhaus (2017: 118 und 31). Bei 217 Unfallfluchten waren die Senioren 75 Jahre und älter; 88 davon ereigneten sich auf Parkplätzen oder im Parkhaus (2017: 179 Unfallfluchten und 72). Die Unfallfluchten im Bereich Main-Kinzig, bei denen die ermittelten Verursacher älter als 65 Jahre waren, stiegen um 36 auf 229 im vergangenen Jahr an; 101 waren Rempler auf Parkplätzen oder in Parkhäusern (+ 22).

Dieser auffällige Anstieg der Unfallzahlen im gesamten Präsidiumsbereich war schließlich der Grund für die Beratungsaktion, die zwischen 9 und 12 Uhr auf dem Parkplatz am Nordpark Dreieich-Sprendlingen und zwischen 9.30 und 14 Uhr in der KOMPASS-Kommune Maintal auf dem Parkplatz am GLOBUS stattfand. Am Präventions-Mobil und in den Gesprächen erhielten die Bürgerinnen und Bürger Tipps und Infomaterial, um sicher mobil zu bleiben. Die Polizistinnen und Polizisten wurden hierbei von der Hessischen Bereitschaftspolizei, den freiwilligen Polizeihelferinnen und -helfern sowie von den Sicherheitsberatern für Senioren unterstützt.

In mehreren Gesprächen schlugen die Bürgerinnen und Bürger laut Stefan Kaaden vor, das Thema Verkehrssicherheit auch in Veranstaltungen der Seniorenberatung zu behandeln; Frau Karin Eisenhauer vom Fachbereich 1 Bürger und Ordnung der Stadt Dreieich, die bei der Präventionsaktion ebenfalls dabei war, nahm die Anregungen gerne auf. Kaaden sagte weiter: "Auch jüngere Nordpark-Besucher sprachen mit den Kolleginnen und Kollegen über die Thematik Fahrsicherheit der Eltern und Angehörigen und nahmen sich Infomaterial mit. Anscheinend darf so manches Enkelkind nicht mehr im Auto von Oma und Opa mitfahren."

Burkhard Kratz ergänzte für den Main-Kinzig-Kreis: "Die Reaktionen der älteren Bürgerinnen und Bürger auf unsere Beratung waren durchweg positiv. Der Großteil hält regelmäßige Gesundheitschecks, wie zum Beispiel Seh- und Hörtest, zur Überprüfung der eigenen Fahrtüchtigkeit für sehr wichtig. Allerdings haben viele auch Angst, die Mobilität und damit die freie Gestaltung ihrer Tagesabläufe und die sozialen Kontakte zu verlieren." Kaaden und Kratz dankten den Kolleginnen und Kollegen sowie allen Unterstützungskräften für ihr großes Engagement und betonten: "Die Präventionsaktion werten wir als wichtigen Beitrag für unsere Verkehrssicherheitsarbeit und wir wünschen allen ein sicheres Ankommen."

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