Sicher und souverän mit dem (Elektro-) Fahrrad

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Immer mehr Menschen steigen mittlerweile von einem "normalen" Rad auf Pedelec um. Gerade ältere Menschen nutzen die Möglichkeiten, die Ihnen ein solches Fahrrad mit Elektromotor bietet.

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Damit der Ausflug ins Grüne oder der Weg zur Arbeit auch den erhofften Spaß bringen und nicht mit einem Unfall oder gar im Krankenhaus enden, möchten wir Ihnen zum Beginn der Zweiradsaison einige Tipps zum sicheren Umgang mit diesen Rädern mit auf den Weg geben:

a) Gründliche Auswahl des richtigen Rades Wählen Sie vor dem Kauf ein Rad, das zu Ihnen passt. Der Markt bietet mittlerweile eine Vielzahl unterschiedlichster Modelle mit Elektrounterstützung an. Das beginnt beim Trekkingrad, geht über Mountainbikes und selbst Rennräder werden mittlerweile mit Elektromotoren angeboten. Informieren Sie sich gründlich, welches das passende Fahrrad für Sie ist, am besten im Fachhandel. So haben beispielsweise nicht alle Räder einen Rücktritt, so wie man das vielleicht vom Alten gewohnt war. Eine ausgiebige Testfahrt gehört vor dem Kauf unbedingt zu einer guten Beratung dazu.

b) Nicht ohne Helm starten. Ist dann das richtige Rad gefunden, sollte man auch an seine eigene Sicherheit denken. Das Tragen eines guten Schutzhelmes gehört aus Sicht der Polizei zu jeder Fahrt hinzu. Bei den sogenannten S-Pedelecs ist er sogar vorgeschrieben, bei allen anderen Rädern ist das Tragen noch freiwillig. Immer wieder kommt es bei Unfällen oder Stürzen zu schweren (Kopf-) Verletzungen, deren Folgen unter Umständen vermeidbar gewesen wären. Wir raten allen Pedalrittern, auf diesen wertvollen Schutz nicht zu verzichten.

c) Auffallen um jeden Preis. Eine gute Erkennbarkeit kann lebensrettend sein. Neben technischen Sicherheitsaspekten wie einer funktionierenden Beleuchtung kann auch der Radfahrende selbst einiges dafür tun, um von Autofahrern rechtzeitig gesehen zu werden. Dies gilt nicht nur zur dunklen Jahreszeit. Achten Sie daher beim Kauf von Radbekleidung auf eine gute Erkennbarkeit, zum Beispiel durch Reflektoren. Auch manche Pack- oder Lenkertaschen, bieten mit einer "high visibility"-Variante ein Plus ein Sicherheit.

d) Muten Sie sich am Anfang nicht zu viel zu. Lernen Sie Ihr neues Rad ausgiebig kennen, bevor Sie zu einer größeren Tour aufbrechen. Je nach Fahrbedingungen kann die Akkuleistung bei modernen Pedelecs für über 100 Kilometer Entfernung ausreichen. Doch auch der Radfahrende muss für eine solche Strecke die notwendige Kondition mitbringen. Denken Sie daran, ausreichend zu trinken und machen Sie gerne mal eine Pause.

e) Unfallzahlen im Main-Kinzig-Kreis. Der Boom der Elektroräder macht sich leider auch bei den Unfallzahlen bemerkbar. Waren es im gesamten Main-Kinzig-Kreis in 2016 noch sechs Unfälle, bei denen Pedelecs beteiligt waren, war die Zahl in 2018 mit 13 registrierten Unfällen mehr als doppelt so hoch. Entsprechend stieg auch die Zahl der Verletzten an. In den meisten Fällen (7) beachten die Radfahrer nicht die Vorfahrt, gefolgt von Fehlern beim "Einfahren in den fließenden Verkehr" (5). Betrachtet man das Lebensalter der Beteiligten, so nehmen die Unfallzahlen ab 55 erkennbar zu. Die meisten Beteiligten (insgesamt 7) waren über 65 Jahre alt.

Keine Chance für Diebe:

Leider müssen wir immer noch feststellen, dass Fahrräder ohne jegliche Sicherung abgestellt werden. Dies ist geradezu eine Einladung an potentielle Diebe. Die Erfahrung zeigt, dass Fahrraddiebe nicht nur im Schutz der Dunkelheit unterwegs sind, sondern durchaus auch am Vormittag gezielt in offenen Höfen oder Garagen nach Beute suchen. Selbst das vermeintlich wertlose "Bahnhofsfahrrad" ist nicht vor ihnen sicher. Immer mehr interessieren sich die Ganoven allerdings auch für teure Pedelecs.

a) Fallzahlen aus dem Main-Kinzig-Kreis: Im Main-Kinzig-Kreis wurden in 2018 insgesamt 362 Fahrraddiebstähle "unter erschwerten Bedingungen" angezeigt, das heißt, sie wurden bei einem Einbruch gestohlen oder das Schloss wurde geknackt. In weiteren 112 Fällen waren die Räder ohne jegliche Sicherung abgestellt. 21 der entwendeten Fahrräder waren Pedelecs, wobei das Stadtgebiet Hanau mit 12 Fällen eindeutig den Schwerpunkt bildet. Dass diese Räder bei Dieben als Beute offensichtlich immer begehrter werden, zeigt der Umstand, dass in 2019 im Main-Kinzig-Kreis bereits jetzt 12 Pedelec-Diebstähle (fünf im Stadtgebiet Hanau) angezeigt wurden.

b) Wohin verschwinden die entwendeten Räder? Bei regelmäßigen Kontrollen auf Flohmärkten werden mitunter Räder entdeckt, deren Herkunft nicht eindeutig feststeht und bei denen es sich möglicherweise um Diebesgut handelt. Auch auf online-Plattformen im Internet werden mitunter gestohlene Fahrräder angeboten. Bei vermeintlichen Schnäppchen ist daher Vorsicht geboten. An gestohlenen Sachen kann man rechtlich gesehen kein Eigentum erwerben und macht sich unter Umständen selbst wegen Hehlerei strafbar. Ein Großteil des Diebesgutes wird jedoch nach Osteuropa verschoben. Bei entsprechenden Kontrollen werden an den deutschen Außengrenzen immer wieder Transporter angehalten, die mit einer Vielzahl von Rädern beladen sind. Andererseits nutzt mancher Dieb auch einfach die Gelegenheit, die sich ihm bietet. "Klauen - fahren - wegwerfen" - lässt sich leider immer wieder an öffentlichen Plätzen wie Bahnhöfen oder Schwimmbädern beobachten.

c) Was unternimmt die Polizei? Ganz wichtig ist für uns die Prävention: Bei öffentlichen Veranstaltungen, wie zum Beispiel auf Messen, versuchen wir auch in Zusammenarbeit mit Interessensverbänden wie dem ADFC unsere Zielgruppe rund um das Thema "Fahrrad" zu erreichen. So zeigen wir auf, wie ein verkehrssicheres Fahrrad ausgestattet sein muss oder wie ein wirksamer Diebstahlschutz aussieht. Sobald der Frühling ansteht und vermehrt Menschen mit dem Fahrrad unterwegs sind, planen wir auch wieder gezielte Kontrollen ein. Wird ein mutmaßlicher Dieb oder Hehler auf einem Rad angehalten, prüfen wir die Herkunft seines fahrbaren Untersatzes. Bei Verdacht, dass das Rad gestohlen sein könnte, gleichen wir die vorliegenden Fakten, wie zum Beispiel die Rahmennummer mit unserem Fahndungsbestand ab. Dabei gilt, dass man dem Verdächtigen die Tat zwingend nachweisen können muss. Dafür ist allerdings Voraussetzung, dass der Besitzer zuvor eine Anzeige erstattet hat.

d) Was kann der Besitzer tun, um sich vor Diebstahl zu schützen?
Ein gutes Schloss ist der beste Schutz vor einem Verlust. Wer schon mehrere tausend Euro für ein gutes Rad oder Pedelec investiert, sollte an dieser Stelle nicht sparen. Eine Faustregel besagt, dass man etwa 10 Prozent der Kaufsumme in die Sicherung seines Rades investieren sollte. Achten Sie stets darauf, wie Sie ihr Rad sichern. Das gilt nicht nur tagsüber, wenn Sie unterwegs sind, sondern auch nachts. Immer wieder werden Räder über Nacht oder am Wochenende in Geräteschuppen ohne jegliche Sicherung abgestellt. Das wissen auch die Diebe. Ein Gartenhaus mit einer schlichten Holztür stellt keinen wirksamen Schutz dar. Legen Sie das Fahrrad auch dort "an die Kette" oder bringen Sie es besser gleich in den Keller. Sollten Sie unterwegs sein, schließen Sie Ihr Rad stets an einen festen Gegenstand. Ansonsten kann es leicht weggetragen werden. Registrieren Sie ihr Rad. Ihre örtliche Polizeiwache hält auf Nachfrage entsprechende Fahrradpässe bereit, in der Sie alle Daten für den "Fall der Fälle", wie zum Beispiel Rahmennummer, Farbe oder individuelle Kennzeichen (Aufkleber) eintragen können. Ideal ist es, wenn Sie noch ein Foto des Rades beilegen. Heben Sie zudem die Rechnung des Rades auf. Eine weitere Möglichkeit der Kennzeichnung ist die "FEIN-Codierung". Diese Buchstaben- und Zahlenkombination gibt Aufschluss über den rechtmäßigen Besitzer. Mit dem Pass können gestohlene Räder zweifelsfrei identifiziert werden. So kann der Täter überführt und das Rad dem rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben werden. Den Fahrradpass gibt es als Printversion, aber auch als kostenlose App für iPhones sowie Android-Smartphones. Weitere Tipps zur Sicherung von Zweirädern sind auf der Internetseite polizei-beratung.de zusammengefasst. Übrigens: Besprechen Sie mit Ihrem Versicherer, ob Sie im Falle eines Diebstahls einen Schaden ersetzt bekommen. Nicht alle Hausratversicherungen greifen da noch.

e) Wenn es dennoch passiert: Sollten Sie an den Abstellplatz
zurückkommen und Ihr Rad ist weg, melden Sie den Diebstahl sofort der Polizei. Vielleicht ist der Täter ja noch in der Nähe und kann gefasst werden - mit dem Rad. Gehen Sie anschließend zur nächsten Wache und zeigen Sie den Diebstahl an - auch am Urlaubsort. So werden alle notwendigen Daten umgehend im polizeilichen Fahndungsbestand erfasst. Bei einer Kontrolle kann Ihr gestohlenes Rad zugeordnet werden und Sie erhalten es zurück.

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