Im Frühjahr 2013 bekam unser Geschichtskurs Besuch von Werner Appel, der bereits 84 Jahre alt ist.
Dieser Zeitzeuge erlebte als Kind und Jugendlicher die Zeit des Nationalsozialismus mit. Da sein Vater ein Jude war, wurde auch Werner Appel von den Nazis rücksichtslos und brutal ausgegrenzt, beschimpft und manchmal sogar verprügelt. Im Alter von gerade einmal zehn Jahren verstand er nicht, weshalb man ihn anders als andere behandelte. Ebenso verstand er nicht, warum er zum Beispiel nicht der Hitler Jugend beitreten durfte oder weshalb er aus der Schule ausgeschlossen wurde.
Nach dem Tod seines Vaters, den die Nazis ermordeten, musste der Junge seiner Mutter helfen, seine Geschwister großzuziehen. Als es Juden verboten wurde, weiter in die Schule zu gehen, musste er sogar schon arbeiten gehen, um Geld für die Familie mit zu verdienen. Werner Appel berichtete uns noch von vielen anderen bewegenden, nachdenklichen und unvorstellbaren grausamen Sachen, die ihre Spuren in seinem Leben hinterlassen haben. Aber zum Glück gab es in all den schweren Zeiten auch immer jemanden, der zu ihm stand. So erzählte der ältere Herr zum Beispiel von einem Freund der Familie, der unter Lebensgefahr auch für dessen Familie, dem Freund Werner, dessen Mutter und dessen Schwestern half, nicht von den Nazis entdeckt zu werden.
Nicht immer war es für Herr Appel einfach, die Zeit zu überstehen. Noch heute, nach so vielen Jahren, ist es für den Zeitzeugen ergreifend, von seinen Erlebnissen zu erzählen. Wir Schüler haben einen bewegenden Eindruck davon bekommen, wie tief die Narben sein müssen, die die Brutalität und Gewalt der Nazis im Leben aller verfolgten Menschen hinterlassen haben. Der Vortrag von Werner Appel war fesselnd, vor allem, weil wir die Gelegenheit hatten, ihm selbst einmal Fragen zu stellen. Für uns wurde die Geschichte dadurch sehr lebendig.
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