Während seine älteren Mitschülerinnen und Mitschüler in der Otto-Hahn-Schule bei „Jugend debattiert“ den besten Debattenredner ermitteln, betritt der Sechstklässler Tommy Luthardt-Sanchez die gepflegten Räumlichkeiten des Congress Parks Hanau.
Während seine älteren Mitschülerinnen und Mitschüler in der Otto-Hahn-Schule bei „Jugend debattiert“ den besten Debattenredner ermitteln, betritt der Sechstklässler Tommy Luthardt-Sanchez die gepflegten Räumlichkeiten des Congress Parks Hanau.
Der überaus sympathische Holaner will beim 53. Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels einer kritischen Jury sein Können unter Beweis stellen. Er muss zu diesem Zweck in einen Raum mit einem recht beeindruckenden Namen: „Landgraf-Alexander-Friedrich-von-Hessen-Saal“. Vielleicht ist das ein berühmter Hanauer, der da einmal gewohnt hat? Von der Hohen Landesschule kennt Tommy lediglich Räume, die überhaupt keine Namen haben und nur prosaisch mit Nummern wie R 165 bezeichnet werden. Wenn man Glück hat, sind die Nummern der Räume mit dem Namen der Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer verziert, was die Sache jedoch nicht viel poetischer macht.
Aber „Tommy Luthardt-Sanchez“ – soviel ist sicher – steht „Landgraf-Alexander-Friedrich-von-Hessen“ an Solennität in kaum etwas nach, obwohl „Landgraf“ zugegebenermaßen schon etwas hat. – Tommy kann sich an diesem Tag jedoch nicht mit allzu tiefgehenden Überlegungen zum Ort des Geschehens und dessen Namensgebung aufhalten; schließlich soll das Vorlesen um 15:00 Uhr beginnen und da muss man sich – wie immer, wenn es heute um Schule geht – beeilen und nicht von Landgrafen träumen; denn das hat mit Bildung nun überhaupt nichts zu tun. – Anwesend waren im Saal mit dem gräflichen Namen die Schulsiegerinnen und Schulsieger fast aller Hanauer Schulen. Jeder von ihnen sollte einen vorbereiteten und einen unvorbereiteten Text vorlesen. Viele Kinder kamen in Begleitung von Eltern, Freunden und Lehrern, so dass der Saal recht gut gefüllt war. Das interessante an einem Vorlesewettbewerb ist, dass immer die besten Stellen aus verschiedenen Büchern vorgelesen werden.
Wer am Ende den Wettbewerb gewinnt, ist dann fast schon eine Nebensache, weil man so viele Lesetipps mit nach Hause nehmen kann. Die Freude war dennoch groß, als sich die Jury am Ende der vielen Vorleserunden und einer längeren Beratung für Tommy entschied. Das hatte schon etwas richtig Offizielles, das zum adlig-erhabenen Namen des Saals recht gut passte. Beim nach Hause gehen überlegte Tommy, ob man diesen Landgrafen Alexander nicht einmal kennenlernen könnte. Vielleicht hatte sich ja jemand die Mühe gemacht und über ihn ein Buch geschrieben, das er dann jemandem vorlesen würde. – Die Schulgemeinde gratuliert Tommy für den gelungenen Auftritt.
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