Die Lindenauschule in Großauheim wurde erneut als „Umweltschule – Lernen und Handeln für unsere Zukunft“ ausgezeichnet.
Die Lindenauschule in Großauheim wurde erneut als „Umweltschule – Lernen und Handeln für unsere Zukunft“ ausgezeichnet.
Damit würdigen das Hessische Kultusministerium und das Umweltministerium das langjährige und vielseitige Engagement der Schule im Bereich Umweltbildung und nachhaltiger Entwicklung. Die feierliche Rezertifizierung fand in Hanau statt – Teil eines Rekordjahres mit 136 hessischen Schulen, die sich erfolgreich beworben haben und für die Lindenauschule damit zum Heimspiel wurde. Dies wurde auch damit gewürdigt, dass die Bläserklasse 6b der Lindenauschule die Veranstaltung mit einem Auftritt eröffnen durfte. Wir danken den Schülern, Schülerinnen und der Musiklehrerin Katrin Heyer für diesen beeindruckenden Auftritt!
Die erneute Auszeichnung der Lindenauschule basiert auf zwei umfangreich dokumentierten Projekten, mit denen die Schule ihr Engagement für Umweltschutz und Nachhaltigkeit unter Beweis stellte.
Nachhaltiger Kartoffelanbau nach Vorbild der Aborigines
Im Rahmen des schuleigenen Ackerprojekts gingen Schülerinnen und Schüler der Frage nach, wie sich der Ertrag einer Kartoffelernte steigern lässt, während gleichzeitig Anbaufläche und Wasserverbrauch reduziert werden. Inspiriert von Anbaumethoden der Aborigines entstand ein sogenannter „Kartoffelturm“. Dabei wachsen die Kartoffelpflanzen platzsparend übereinander, wodurch weniger Fläche und Wasser benötigt werden.
Das Ergebnis zeigte, dass der Wasserverbrauch tatsächlich geringer war, der Ertrag fiel jedoch noch hinter dem klassischen Ackeranbau zurück. „Dieses Projekt hat bei den Schülerinnen und Schülern ein vertieftes Verständnis ökologischer Zusammenhänge geweckt. Nun wollen wir die Methode weiterentwickeln, um zukünftig noch bessere Ergebnisse zu erzielen“, erklärt das betreuende Lehrerteam.
Vom Goldfischteich zum ökologischen Lebensraum
Auch der schuleigene Teich stand im Mittelpunkt eines weiteren Projekts. Schülerinnen und Schüler untersuchten in einem anschaulichen Rollenspiel – festgehalten auf dem schuleigenen YouTube-Kanal Lindenau for Life – die Rolle von Goldfischen im Ökosystem. Dabei stellten sie fest, dass Goldfische aufgrund fehlender Fressfeinde die Artenvielfalt stark einschränken.
Die Schule reagierte konsequent: Die verbliebenen Goldfische werden derzeit umgesiedelt, um den Teich zu einem artenreichen ökologischen Lebensraum zu entwickeln. Amphibien, Insektenlarven und heimische Pflanzen sollen dort künftig ihren Platz finden. Der Teich ist inzwischen fest in das schuleigene Biologie-Curriculum integriert – jede Klasse nutzt ihn im Ökologieunterricht als anschaulichen Lernort im Freien.
Blick in die Zukunft: Neue Projekte in Planung
Die Umweltschule-Rezertifizierung ist für die Lindenauschule kein Grund stehenzubleiben. Bereits für die kommenden Monate sind neue Initiativen geplant: So soll der Acker um ein eigenes Erdbeerfeld erweitert werden, auf dem Schülerinnen und Schüler bereits im Frühsommer Erdbeeren ernten können. Zudem ist ein innovatives Projekt zum Hydroponik-Anbau in Vorbereitung, bei dem Pflanzen ohne Erde in einer nährstoffhaltigen Wasserlösung wachsen.
Auch über das Schulgelände hinaus übernimmt die Lindenauschule Verantwortung: Geplant ist die Gründung eines Fairteilers, über den künftig Lebensmittel gerettet und für die Schulgemeinschaft sowie die Stadtgesellschaft zur Verfügung gestellt werden sollen. Informationen hierzu folgen noch über die Homepage der Schule und über Social Media.
Nachhaltigkeit als gelebter Schulalltag
Mit ihren vielfältigen Projekten trägt die Lindenauschule aktiv dazu bei, Umweltbewusstsein bei Kindern und Jugendlichen zu fördern. Praktische Erfahrungen und gemeinschaftliches Handeln stehen dabei im Mittelpunkt – ganz im Sinne der hessischen Initiative „Umweltschule – Lernen und Handeln für unsere Zukunft“.
Text: David Haamel



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