Der Sozialverband VdK (Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands e. V.) ist seit längerer Zeit ein fester Kooperationspartner der Lindenauschule in Hanau-Großauheim.
Am Donnerstag, dem 30. April 2026, ermöglichte der Verein den Zehntklässlerinnen und Zehntklässlern des Wahlpflichtkurses „Jung trifft / hilft Alt“ eine ganz besondere Erfahrung. In der Großsporthalle der Integrierten Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe nahmen die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen von bis zu vier Personen an einem sogenannten Sensibilisierungsparcours teil. Im Rahmen dieses Projekts konnten sie sich an verschiedenen Stationen in die Lebenssituation älterer und behinderter Menschen hineinversetzen und am eigenen Leib erfahren, wie Menschen mit Einschränkungen ihren Alltag bewältigen – eine prägende Erfahrung für die Jugendlichen.
So hatten sie unter anderem die Möglichkeit, mit einem Rollstuhl zu fahren, einen Rollator zu nutzen, die Blindenschrift kennenzulernen, blind Wasser in einen Becher einzuschenken oder mit eingeschränktem Sehvermögen alltägliche Aufgaben zu bewältigen. Unterstützt wurden sie dabei auch von Menschen, die selbst von einer Beeinträchtigung betroffen sind und ihre persönlichen Erfahrungen einbrachten.
Ein besonderes Highlight war das Tragen eines Alters- sowie eines Schlaganfallsimulationsanzugs. Diese speziell entwickelten Anzüge simulieren durch Gewicht, Bewegungseinschränkungen und veränderte Wahrnehmung alters- und gesundheitsbedingte Beeinträchtigungen. Beim An- und Ausziehen wurden die Schülerinnen und Schüler von Mitarbeitenden des VdK unterstützt. Spätestens beim Laufen oder Treppensteigen wurde deutlich, wie stark sich das Körpergefühl verändert und wie sehr die Mobilität eingeschränkt ist. „Ich habe mich ein bisschen wie gelähmt gefühlt“, berichtete eine Schülerin. Die Anzüge konnten zwar wieder abgelegt werden, die Eindrücke jedoch werden den Jugendlichen noch lange in Erinnerung bleiben.
Der Sensibilisierungsparcours des VdK war ein voller Erfolg: Er schärfte das Bewusstsein der Jugendlichen für die alltäglichen Herausforderungen älterer und behinderter Menschen und regte zur Reflexion an. „Wir können froh und dankbar sein, dass es uns als jungen Menschen so gut geht“, resümierte ein Schüler. Genau darum geht es: das eigene Verhalten zu hinterfragen und zu überlegen, wie jeder Einzelne zu einer selbstbestimmten Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben beitragen kann.


Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de
















