Die diesjährige Projektwoche an der Hohen Landesschule fand vom 6. bis zum 10. Juli statt und stand unter dem Motto „HOLA tut Gut(es)“.
Die diesjährige Projektwoche an der Hohen Landesschule fand vom 6. bis zum 10. Juli statt und stand unter dem Motto „HOLA tut Gut(es)“.
Holanerinnen und Holaner der Jahrgänge 7 bis zur E-Phase konnten sich aus einem vielseitigen Angebot in Projektgruppen einwählen. Für die Verwirklichung des Projekts „Ich tick´ anders, als Du denkst“ legte Mareike Meister, die Schulleiterin der Sophie-Scholl-Schule, ihre Projektwoche extra in dieselbe Kalenderwoche – so war ein besonderes Vorhaben auf den Weg gebracht.
Die Sophie- Scholl- Schule ist eine inklusive Grundschule in privater Trägerschaft, die vor zwei Jahren die ersten beiden Klassen aufgenommen hat und aus der Hanauer Schullandschaft nicht mehr wegzudenken ist. Frau Meister und die HOLA-Lehrerinnen Tanja Nürnberg und Diana Birkenfeld waren im Vorfeld sehr gespannt, wie sich die beiden Schülergruppen aufeinander zu bewegen würden. Die Projektwoche dort stand unter dem Motto „Im Land der Spiele“, und die Jugendlichen sollten bei der Gestaltung des Außengeländes der Grundschule fleißig mit anpacken. Am 6. Juli war es dann so weit: 30 Holaner, aus den Jahrgängen 7 und 8 gemischt zusammengesetzt, wurden von Frau Meister und ca. 80 neugierigen Erst- und Zweitklässlern sehr herzlich an der Sophie-Scholl-Schule empfangen und konnten sich den verschiedenen Projektgruppen anschließen. Man konnte eine Steinzeitmauer aus im Wald gesammeltem Material und Lehm errichten oder alte Kinderspiele neu entdecken. Weitere Angebote waren das Bauen von Insektenwohnungen, es wurde Zaunschmuck aus Naturmaterialien gebastelt, und es galt, einen Bauwagen komplett zu restaurieren und innen und außen neu zu streichen und einzurichten. Weitere Gruppen bauten und bepflanzten Hochbeete oder gaben der Innenseite der Schulhofmauer mit einem bunten Mosaik zum Thema „Unterwasserwelt“ ein neues Gesicht. An einem weiteren Abschnitt der Mauer entstand ein Hände-Fühl-Pfad. Dazu wurden die verschiedensten Materialien wie z. B. Kork, Baumrinde, Kronkorken oder Moos in Form von großen Blüten auf Holzplatten aufgeklebt, die dann in der Mauer verschraubt wurden.
In der Vielfalt der Angebote und in der Zusammensetzung der einzelnen Arbeitsgruppen fand jeder seine Herausforderung, die Grundschüler und die Gymnasiasten. Ein Schüler der HOLA berichtete: „Ich persönlich fand vor allem die handwerklichen Aspekte spannend, zum Beispiel Pfähle für die Steinzeitmauer in den Boden zu hämmern oder aus Brettern ein Dach zu bauen. Außerdem hat es mich positiv überrascht, wie sehr die Kinder mit körperlichen oder geistigen Behinderungen mitgearbeitet haben. Das war unglaublich!“. Ein weiterer Schüler aus einer anderen Gruppe erzählte: „Ich fand es toll, mitzuerleben, wie die kleineren Kinder voller Faszination mitgeholfen und wie schnell sie gelernt haben.“ Vieles wollten die Kinder zunächst selbständig versuchen; sie nahmen jedoch die Hilfestellungen und Tipps der Größeren trotzdem dankend an.
Während der Projekttage wurden die Lehrerinnen und Lehrer von Frau Felsmann begleitet, die nebenberuflich als Referentin im Umweltzentrum Hanau arbeitet. Dort hilft sie Schulen bei der Gestaltung ihres Außengeländes: „Ich habe mit vielen engagierten Leuten gerechnet, was sich auch bewahrheitet hat. Die Kinder und Jugendlichen haben sich alle sehr gut in die Gruppe integriert, was zu einem reibungslosen Ablauf geführt hat.“ Für die Initiatorinnen des Projekts steht außer Frage, dass „Inklusion erleben“ in dieser Woche sehr gut gelungen ist. Die Kleinen haben die Herzen der Teenies im Sturm erobert, Berührungsängste und Unsicherheiten waren schnell verflogen: „An der ganzen Projektwoche hat mich die Toleranz beeindruckt. Den Schülern ist es völlig egal, ob sie mit einem gesunden oder einem behinderten Kind spielen. Ich habe jedes einzelne Kind ins Herz geschlossen“, äußerte eine der Jugendlichen am Ende der Woche. Denn neben der körperlichen Arbeit blieb auch genug Zeit zum Spielen und für Gespräche. Dabei haben die Helfer von der HOLA auch immer wieder das Verhalten der Grundschüler untereinander im Blick gehabt: „Mich hat überrascht, wie besorgt die Kinder miteinander umgegangen sind. Ich denke, dieser Umgang war wirklich einzigartig!“
Und so ging diese Woche mit vielen beeindruckenden Ergebnissen zu Ende (???), die sich sehen lassen können. Da sind zum einen die sichtbaren Veränderungen auf dem Schulhof, die bei einem Schulfest am Freitagnachmittag bei Rundgängen bestaunt werden konnten. Stolz präsentierten hier Kleine und Große, was sie in nur fünf Tagen geschaffen hatten. Daneben aber gibt es auch die Bewegungen und Veränderungen im Inneren. „Das Reden und Spielen hat sehr viel an unserer Einstellung zu den Kindern geändert, und auch wir sind offen auf die behinderten Kinder zugegangen.“ Es sind Freundschaften entstanden und der Abschied fiel sichtlich schwer. Eine wundervolle Woche an der Sophie-Scholl-Schule endet mit dem Wunsch, den Kontakt zu halten und wiederzukommen.
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