Temperamentvoll in das „Jahr des Affen“

Hanau

In Deutschland wird am 31.Dezember das neue Jahr mit Böllern und Raketen begrüßt. Die Chinesen hingegen feiern den Jahreswechsel am 7. zum 8. Februar mit einer Vielzahl an Bräuchen.

Interkulturelle Wochen im Main-Kinzig-Kreis
Harth & Schneider

jahrdesaffen1Das hängt auch mit den vielen unterschiedlichen „Minderheiten“, die in dem Riesenreich unter der chinesischen Flagge leben, zusammen. Einen sehr farbenfrohen, exotisch anmutenden Einblick in die chinesische Jahres-Kultur gab nun eine junge, südchinesische Künstlertruppe den Schülern der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) im proppenvollen Congress Park Hanau. Diese Veranstaltung war ein Auszug aus einem Programm, das darauf in der Jahrhunderthalle Frankfurt zweimal zur Aufführung kam.

Dass diese Veranstaltung überhaupt im CPH zu erleben war, ist der Initiative von KRS-Direktor Jürgen Scheuermann zu verdanken. Er bemühte sich schon frühzeitig um eine Schulpartnerschaft zwischen der KRS und einer chinesischen Schule. Mit der High-School von Sanmen fand die KRS schließlich den idealen Partner. Aus dieser intensiv gepflegten Freundschaft heraus erwuchs zwei Jahre später die Städtepartnerschaft zwischen Hanau und Taizhou. Daraus resultierten natürlich auch gute Kontakte zum chinesischen Generalkonsulat in Frankfurt. Mit dessen Hilfe und Unterstützung konnte Scheuermann die „Silk-Road“-Produktion, die von den Regisseuren der olympischen Eröffnungsfeier in Peking 2008 gestaltet wurde, nach Hanau holen. Denn schließlich soll auch in diesem Jahr der Jugendaustausch zwischen Deutschland und China intensiviert werden – „und da ist die KRS allen weit voraus“, wie der chinesische Generalkonsul Liang Jianquan als Ehrengast der „Silk Road“-Aufführung feststellte. „Die Aufführung ist ein Symbol der Freundschaft“, so Jianquan.

Mit Schwung ging es hinein in das nun beginnende „Jahr des Affen“: Die KRS-Schülerin Tin Tin und Musiklehrer Jens Weismantel führten die KRS-Schüler durch das bunte Programm und offenbarten sich dabei auch als Experten für chinesische Kultur. Der Affe, so Tin Tin, steht symbolisch für Glück. Den Zuhörern wurden sogleich tänzerisch wie stimmlich die Glückwünsche zum neuen Jahr übermittelt. Teils mit Grazie und viel sensibler Anmut, aber auch burschikos und temperamentvoll zeichneten die jungen Akteure auf der Bühne ein sehr facettenreiches mit einer Vielzahl an Tänzen ein sehr divergentes Bild ihrer Heimat.

Da erblüht als Symbol der Unschuld und der Reinheit ein Tanz in Form der Jasmin-Blüte. Ein Künstler gar spielt eine Melodie auf einem Blatt, das er sich zwischen seine Lippen spannt. Natürlich darf das große zwischenmenschliche Thema Liebe auch nicht fehlen, es wird gleich mehrfach in all seinen Ausbildungen beleuchtet. Von kräftigen Ruderern angetrieben gleitet das Boot der „auf dem Schiff lebenden Volk der DAN“ durch den Fluss, das die Braut zu ihrem Bräutigam bringt. Am Ende wird die Braut in den Himmel geworfen. Insgesamt also sehr eindrucksvolle Tänze, die nicht nur durch eine durchdachte Choreographie bestechen. Im Zusammenklang mit einer phantasievollen Kostümierung überrascht auch immer wieder die teils akrobatische Ausdrucksweise des chinesischen Ensembles. Die einzelnen Musik-Stücke, die die  Tanz- und Ballettnummern ummanteln, sind gezeichnet von zahlreichen Zitaten und Elementen westlich geprägter Popmusik wie etwa HipHop oder Techno. Dazu mischt sich das Klang-Epos heroischer Filmmusik und darüber deckt sich wie feiner Puderzucker originäre chinesische Melodik – eine sehr exotisch anmutende Stil-Mixtur.

Das sehr engagiert auftretende Ensemble aus Südchina wird am Ende seitens der KRS-Schüler mit viel Applaus bedacht. Jugendliche spielen für Jugendliche: Besser kann doch ein kultureller Austausch zweier so unterschiedlicher Nationen gar nicht sein.           

Foto: Großer Schlussapplaus für die jungen Künstler aus Südchina, die den KRS-Schülern auf tänzerische und stimmliche Art und Weise ein Stück ihrer Heimat auf die Bühne des CPH brachten. KRS-Direktor Jürgen Scheuerman und der chinesische Generalkonsul Liang Jianquan jedenfalls zeigten sich von der Aufführung begeistert.

Foto: Perfekte Choreographie: Mädchen, die ein Fischernetz weben. Fotos: Privat


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