Juleica: So bekommen Jugendleiter viele Vergünstigungen

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Töpfern war gestern, Recycling-Basteln mit Minecraft ist heute: Mit der Teilnahme an verschiedenen Kursen kann im Main-Kinzig-Kreis die Ausbildung zur Jugendleitercard (Juleica) absolviert werden. Der Kreisjugendring Main-Kinzig hat dafür ein Baukastensystem entwickelt, das es den ehrenamtlichen Jugendleitern ermöglicht, die benötigten 40-Ausbildungsstunden individuell zusammenzustellen und an ihr eigenes Zeitfenster anzupassen. Und das hat sich seit inzwischen zehn Jahren etabliert.

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280 Seminare, 330 Teilnehmer, 1.500 Kursbelegungen – so lautet die Bilanz seit 2006 im Main-Kinzig-Kreis. Hessenweit eingeführt wurde die „Juleica“ bereits 1999, zunächst aber von den Jugendleitern nur schleppend angenommen, erinnert sich der ehemalige Vorsitzende des Kreisjugendrings, Michael Hartmann-Peil. Knapp sieben Jahre später habe es dann die ersten Planungen für das Baukastenangebot gegeben. Die auf überdimensionalen Legosteinen aufgeklebten Seminarthemen orientieren sich an den Schwerpunkten, die das hessische Sozialministerium für die Qualifikation von Jugendleitern festgelegt hat.

„Das Zusammenspiel von Grenzen und Regeln wird in Zukunft das Hauptthema sein“, glaubt der Kreisbeigeordnete Matthias Zach (Grüne), der die Wichtigkeit eines derartigen Angebotes im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen staatlicher Jugendhilfe und Selbsthilfeorganisationen betont. Die Anmeldung können alle, die in der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind, online bei „pätschwerk“, der pädagogisch-theologischen Werkstatt im evangelischen Kirchenkreis Hanau, durchführen. „Und bei den Kursen lernen sich dann viele Jugendleiter aus verschiedenen Bereichen kennen und können ihre Erfahrungen austauschen“, fördere das Baukastensystem laut Bertram Hochstetter, Referent für Kinder- und Jugendarbeit im Kirchenkreis Hanau, auch eine regionale Vernetzung zwischen den Verbänden.

Nach der Anmeldung erhalten die Teilnehmer einen „Bausteine-Pass“, die „Juleica“ wird nach bestandener Ausbildung, die in der Regel nach 12 bis 18 Monaten abgeschlossen ist, per Post verschickt. Vorher überprüft das Jugendamt des Main-Kinzig-Kreises die Rechtmäßigkeit der Qualifikation. Im aktuellen Halbjahresprogramm gehören Themen wie „Arbeit mit Gruppen“, „Aufsichtspflicht und Haftung“ oder „Organisation und Planung“ zum Kursangebot, die aktuelle Kreisjugendring-Vorsitzende Stefanie Haendel wird aber beispielsweise auch vermitteln, wie in Anlehnung an das Computerspiel „Minecraft“ aus leeren Tetrapacks coole Weihnachtsgeschenke oder praktische Behälter entstehen können.

Wer die Jugendleitercard einmal hat, muss alle drei Jahre zu einem achtstündigen Verlängerungskurs, bei dem Susanne Simon-Schramm vom Jugendbildungswerk des Main-Kinzig-Kreises unter anderem einen Erfahrungsaustausch der Teilnehmer in den Mittelpunkt stellt. Die „Juleica“ dient aber übrigens nicht nur als Qualifikationsnachweis und verpflichtet Behörden im In- und Ausland zur Hilfeleistung in Notfällen, auch beim Eintritt in Schwimmbäder, Museen oder Veranstaltungen sind bundesweit Vergünstigungen möglich. Und viele heimische Unternehmen haben ebenfalls ein Herz für die Kinder- und Jugendarbeit und geben Rabatt beim Einkauf. „Einfach hingehen und fragen“, rät Marcus Arazi vom Jugendamt des Main-Kinzig-Kreises beim Besuch von heimischen Geschäften.

Foto: Haben das Baukastensystem seit zehn Jahren fest im Griff: Philipp von Stockhausen (ev. Jugendpfarrer in Hanau), Marcus Arazi (Jugendamt), Bertram Hochstetter (pätschwerk), Stefanie Haendel (Vorsitzende Kreisjugendring), Michael Hartmann-Peil (ehem. Vorsitzender Kreisjugendring) und Susanne Simon-Schramm (Jugendbildungswerk MKK).


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