Lottogewinn für Rückkehr des Fischotters

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Der bis vor einigen Jahren als ausgestorben geltende Fischotter soll in den Flüssen in Main-Kinzig wieder heimisch werden.

Dazu plant der NABU Kreisverband Main-Kinzig, die Nahrungssituation des Wassermarders zu verbessern. Die hierfür notwendigen Einzelmaßnahmen von der Abflachung der Ufer bis zur Entsorgung von Müll und Schadstoffen an den Gewässern kosten viel Geld. Dank des jetzt erzielten Lottogewinns bei der Umweltlotterie GENAU in Höhe von 5000 Euro kann das Projekt im Frühjahr starten.

60 Jahre lang galt der Fischotter in Hessen als ausgestorben. Erst seit wenigen Jahren lebt wieder ein kleiner Bestand des Wassermarders im Main-Kinzig-Kreis, direkt an der bayerischen Landesgrenze. Damit sich die wenigen Exemplare dieser seltenen Art vermehren und entlang von Jossa, Sinn und Kinzig ausbreiten können, plant der NABU Kreisverband Main-Kinzig die Nahrungssituation des Fischjägers zu verbessern. Denn damit er sich ungestört der Jungen-Aufzucht widmen kann, benötigt er ein ausreichendes Nahrungsangebot. Ein paar Fische allein helfen hier jedoch nicht, vielmehr sind umfangreiche Maßnahmen notwendig, um nachhaltig geeignete Lebensräume anzulegen. „Bislang hatten wir die notwendigen Mittel noch nicht zusammen, aber jetzt ist ein Grundstock da und wir können endlich loslegen, um den Fischotter in den Main-Kinzig-Auen weiter zu beheimaten“, freut sich Sibylle Winkel, Projektverantwortliche des NABU.

Und so werden mithilfe des erzielten Zusatzgewinns aus der Umweltlotterie GENAU in Höhe von 5000 Euro sowie weiterer Mitteln aus Spenden und Zuwendungen ab dem nächsten Frühjahr Stück für Stück Nahrungsteiche mit Fischen und Amphibien neu angelegt und bestehende Teiche für den Wassermarder optimiert. Der Flächenerwerb kostet Geld, ebenso die naturnahe Umgestaltung von Teichen und Altarmen oder die Herstellung von Flachgewässern. „Wir müssen zum Teil Bagger einsetzen, um Ufer abzuflachen, müssen Zäune entfernen und entsorgen und geeignete heimische Fische wieder einbringen, das kostet viel Geld“, so Winkel, und betont, dass der GENAU-Gewinn gleich einem ganzen Ökosystem hilft: „Gleichzeitig werden durch unser Projekt auch wieder Lebensräume für viele Amphibien, Reptilien und Fischarten sowie für Eisvogel, Biber und seltene Libellenarten geschaffen und auf Dauer für die Natur gesichert“.

Parallel plant der NABU Kreisverband, die Wanderstrecken des Otters entlang der Fluß- und Bachauen zu entschärfen. Das bedeutet, dass Müll und Schadstoffe lokalisiert und entsorgt werden, beispielsweise gefährliche Stacheldrahtreste, die vielerorts über die Bäche gespannt sind. Auch das kommt vielen anderen Tieren zugute, z.B. dem seltenen Schwarzstorch, für den Stacheldraht an Fließgewässern ebenfalls eine große Gefahr ist.

Der NABU Main-Kinzig und Sibylle Winkel freuen sich sehr, dass die GENAU-Gewinner „ihren“ Fischotter ausgewählt haben, denn: "Er hat es besonders verdient," sagt die Biologin, „es ist eine kleine Wiedergutmachung für ein Tier, das der Mensch lange als Konkurrent um Fische erbittert bekämpft und damit fast ausgerottet hat. Die aktuelle Diskussion zum Klimawandel zeigt aber, dass wir Menschen durch rücksichtslosen Umgang mit der Natur die wirkliche Gefährdung für die Ökosysteme sind, auch und gerade in den Auen, die früher einmal die artenreichsten Lebensräume Mitteleuropas waren.“

Zum inzwischen 22. Mal seit Einführung der Lotterie GENAU jubelt mit dem Fischotter der Main-Kinzig-Kreis über Lottoglück für die Umwelt; der Kreis profitierte bislang von Zusatzgewinnen in Höhe von insgesamt 110.000 Euro für seine Umweltprojekte.

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