„Pfandbecher-to-go-System“ für den Main-Kinzig-Kreis

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„mkk2go“: So heißt die Kampagne von Christa Hummel zur Einführung eines kreisweiten „Pfandbecher-to-go-Systems“. In dieser Kampagne will Christa Hummel in 90 Tagen insgesamt 90 Becherbotschafterinnen und –Botschafter finden, die sich für die Verbreitung der Idee einsetzen und Firmen und Geschäfte finden, die bei dem Becherpfandsystem mitmachen. Am Freitagmittag hatten sich bereits 28 engagierte Menschen auf der Homepage registriert.

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Der Kreisausschuss hat in einem erfolgreichen Testlauf an mehreren Schulen nun für ein Pilotprojekt zur Einführung des Becherpfandsystems Mittel in Höhe von 60.000 Euro bereitgestellt. Zwar „wettet“ Christa Hummel in ihrer 90-Tage-Kampagne gegen den Kreistag, doch auch Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler hofft, dass diese „Wette“ verloren geht. „Ich würde mich sehr freuen, wenn dieses besondere Zusammenspiel aus dem Engagement von Bürgerinnen und Bürgern und dem Beschluss der Kreistagsabgeordneten am Ende zu einem nachhaltigen Erfolg für den Main-Kinzig-Kreis wird“, sagte Umweltdezernentin Susanne Simmler zum Kampagnenstart im Main-Kinzig-Forum.

Im Oktober 2019 hatte der Kreistag einen entsprechenden Auftrag formuliert. In der Folge wurde durch das Amt für Umwelt, Naturschutz und den ländlichen Raum ein Konzept für den gesamten Main-Kinzig-Kreis mit seinen 29 Städten und Gemeinden entwickelt. Im Mittelpunkt steht dabei der MainKinzigKrug, der von der Hanauer Firma NOWASTE hergestellt wird. „Wir orientieren uns mit dem Konzept an dem System von cup2gether, das bereits teilweise im Rhein-Main-Gebiet eingeführt ist“, berichtete Christa Hummel. Sie hat nicht nur die Idee geliefert, sondern auch gleich eine umfassende Marketingkampagne gestartet.

„Wir beginnen hier mit großer Dynamik ein nachhaltiges, regionales und soziales To-Go-Pfandbechersystem für die Region“, zeigte sich Umweltdezernentin Susanne Simmler begeistert. Eng eingebunden ist auch das Sozialunternehmen Behindertenwerk Main-Kinzig als Partner.  Der Main-Kinzig-Kreis will die Idee sukzessive in seinen eigenen Unternehmen und Schulen einführen. Auch die ersten Kommunen wie Gelnhausen, Hanau, Rodenbach und Schlüchtern haben bereits ihre Mitwirkung für die Pilotphase zugesagt. Parallel werden Botschafterinnen und Botschafter gesucht, die sich ebenfalls für den neuen MainKinzigKrug einsetzen. Informationen finden sich auf der Homepage www.mkk2go.de.

Das vorgestellte System basiert auf Pfandmarken, die in zahlreichen anderen Städten des Rhein-Main-Gebiets akzeptiert werden, die ebenfalls das cup2gether System eingeführt haben. So können Pendler ihren  in Schlüchtern erworbenen Becher am Zielbahnhof im Rhein-Main-Gebiet in einem teilnehmenden Betrieb abgeben, erläuterte Christa Hummel. Unterstützt wird die Pilotphase vom Behindertenwerk Main-Kinzig, welches die Bereitstellung und Gravur der Becher übernimmt und auch weitere Dienstleistungen wie Logistik und Spülservice. Der Becher wird ohne Plastik und Bambus zu 100 Prozent aus natürlichen und nachwachsenden Rohstoffen produziert. „Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen Diskussionen rund um das Thema Umwelt und Klimaschutz kann die Einführung und Verbreitung eines Mehrwegsystems ein vielleicht kleiner aber sinnvoller und notwendiger Schritt sein“, sagte Simmler.

Die teilnehmenden Cafés, Bäckereien, Tankstellen und weitere Betriebe werden mit Pfandmarken, Bechern und Werbematerial ausgestattet. Für die Betriebe entstehen dafür keine Kosten. Mit den teilnehmenden Betrieben wird ein Vertrag geschlossen, in dem sie sich verpflichten, an dem System teilzunehmen und die Kunden für die Teilnahme zu gewinnen. Das Konzept sieht weiterhin vor, dass der MainKinzigKrug auch als Leih-Becher für Feste und Veranstaltungen eingesetzt wird. Dieser Service wird über das Behinderten-Werk Main-Kinzig organisiert.

Kunden, die an dem Pfandsystem teilnehmen wollen, müssen einmalig einen Becherpass für drei Euro erwerben. Die damit verbundene Pfandmarke wird beim Kauf eines Kaffees abgegeben. Wird der leere Becher dann an einem teilnehmenden Betrieb abgegeben, erhält man dafür wieder eine Pfandmarke. Die zurückgegeben Becher werden entsprechend gereinigt und wieder in Umlauf gebracht. Für Betriebe, die keine geeignete Spülmaschine haben, organisiert das Behinderten-Werk Main-Kinzig einen entsprechenden Service.         

Damit kann das Projekt drei Dinge miteinander verbinden, wie die Susanne Simmler ausführte: Den ökologischen Gedanken, die regionale Wertschöpfung sowie das soziale Engagement bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung. „Vor diesem Hintergrund wäre es ein gute Sache, wenn sich möglichst viele Menschen dafür begeistern lassen“, so die Erste Kreisbeigeordnete.
www.mkk2go.de

Foto (von links):  Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler startete gemeinsam mit Christa Hummel und Thomas Fotteler (Geschäftsführung NOWASTE GmbH) die Kampagne für den MainKinzigKrug.

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