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Nachdem einige Tafeln im Kreisgebiet ihren Betrieb aufgrund der Corona-Situation einschränken oder einstellen mussten, kann die Arbeit auch dank hauptamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des kreiseigenen Bildungsträgers AQA seit dieser Woche weitergehen. Um den Wocheneinkauf zu erledigen, braucht es aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie viel Geduld und gute Nerven. Für Menschen mit geringem Einkommen hatte sich die Lage zusätzlich verschärft. Denn diese Menschen haben einen Großteil ihres Bedarfes an Lebensmitteln und anderen Dingen des täglichen Gebrauchs über die gemeinnützigen Tafeln gedeckt. Diese mussten in den letzten Tagen an einigen Stellen zunächst ihren Betrieb einstellen oder herunterfahren. Der Hauptgrund: Die Mehrzahl der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Tafeln sind ältere Menschen und somit besonders gefährdet im Falle einer Infektion mit dem Sars-CoV-2 Virus und konnten ihren üblichen Dienst nicht mehr ausüben. Deshalb unterstützen nun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des kreiseigenen Bildungsträgers AQA die Tafel-Vereine.

Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler (SPD) erläutert den Hintergrund: „Zum einen müssen wir selbstverständlich unsere Ehrenamtlichen schützen. Zum anderen sind in unserer Region zahlreiche Menschen auf die Lebensmittelspenden der Tafeln dringend angewiesen. Hier haben wir eine gute Lösung gefunden.“ Denn auch dank personeller Unterstützung von hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der AQA konnte der Tafel-Betrieb in Hanau, Gelnhausen und im Bergwinkel mit den Ausgabestellen in Steinau, Schlüchtern, Bad Soden-Salmünster und Sinntal in dieser Woche seine Arbeit zumindest eingeschränkt wieder aufnehmen; beispielsweise unterstützen zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Verein im Bergwinkel in Vollzeit. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AQA übernehmen die Liefer- sowie Abholfahrten und springen ebenfalls beim Sortieren der Warenspenden ein“, erläutert Susanne Simmler. Gerade die Tafel im Bergwinkel mit ihrem Verteilerzentrum in Steinau war durch den Ausfall von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern stark betroffen und musste zwei Wochen lang ihre Pforten auch in den Ausgabestellen in Schlüchtern, Bad Soden-Salmünster und Sinntal schließen. Die Tafel im Bergwinkel packt regulär mehr als 1350 Warenkörbe im Monat für mehr als 700 Personen.

In Hanau stellt die AQA zwei Fahrer und drei Sortierer zur Verfügung und leistet damit einen wesentlichen Beitrag dazu, dass die Tafel in der Brüder-Grimm-Stadt weiter geöffnet bleiben kann. In Gelnhausen setzt die Tafel auf ein anderes Modell. Dort werden die Waren direkt zu den Kundinnen und Kunden nach Hause gebracht,  was vor allem dank der Hilfe zahlreicher Vereine und Freiwilliger möglich ist. Auch in der Barbarossa-Stadt stellt die AQA zwei Kräfte zur Verfügung. Um Mitwirkende und Kunden optimal zu schützen, gelten in Hanau und im Bergwinkel, wo noch eine reguläre Ausgabe stattfindet, verschärfte Hygieneregeln und Vorsichtsmaßnahmen.

„Haupt- und Ehrenamt packen in der Krise gemeinsam an, um die Schwächsten unserer Gesellschaft nicht im Stich zu lassen. Das ist ein starkes Signal, das uns allen Mut macht“, bringt die Gesundheitsdezernentin ihre Freude über die gefundene Lösung zum Ausdruck. Sie dankt allen Beteiligten und freut sich insbesondere auch darüber, dass die AQA-Beschäftigten sofort bereit waren, diese wichtige neue Aufgabe zu übernehmen und seitdem mit großem Engagement an allen drei Tafel-Standorten im Einsatz sind. Zusätzlich nähen elf Mitarbeiterinnen der AQA unter der Leitung von Jolanta Rauen und Susanna Koch derzeit im Textilwerk täglich bis zu 200 Stücke dieses Mund-Nase-Schutzes in Handarbeit. Dieser Mund-Nase-Schutz wird an das Gefahrenabwehrzentrum des Main-Kinzig-Kreises geliefert, ist allerdings nicht für den professionellen Einsatz im medizinischen Bereich geeignet. Ein solch einfacher Mund-Nase-Schutz ist zum Schutz anderer Menschen in der Öffentlichkeit „relevant“, wie das Robert-Koch-Institut dazu erklärt habe, jedoch sei damit kein Eigenschutz vor dem Sars-CoV-2-Virus möglich.

Derzeit statten sich zahlreiche Menschen mit einem solchen selbst genähten Mund-Nase-Schutz aus. „Wer sich mit einem solchen Schutz unterwegs beim Einkaufen sicherer fühlt, der kann das nutzen. Das darf zum einen aber nicht die geltenden Schutzmaßnahmen wie regelmäßiges intensives Händewaschen und Abstandhalten ersetzen und zum anderen nicht dazu führen, dass den fürs Überleben elementaren Bereichen in unserer Gesellschaft das Material ausgeht. Deshalb der Appell: Medizinisches Einmalmaterial müssen wir gemeinsam für medizinisches und pflegerisches Personal schonen“, betont  Susanne Simmler.

Foto: Von ihrem Verteilzentrum in Steinau aus versorgt die Tafel im Bergwinkel das gesamte östliche Kreisgebiet an ihren Ausgabestellen in Steinau, Schlüchtern, Bad Soden-Salmünster und Sinntal mit Lebensmitteln und  Produkten. Dank der Unterstützung durch zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des kreiseigenen Bildungsträgers AQA kann auch hier der Betrieb weitergehen – die Kundinnen und Kunden der Tafel können aufatmen. Unser Bild zeigt ehrenamtliche Tafel-Mitarbeiterinnen im Verteilzentrum in Steinau.

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