Corona-Ausbrüche: Mehrere hundert Personen in häuslicher Isolierung

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Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler (SPD) hat ausgehend von einem höheren Infektionsgeschehen in und um Gelnhausen vor einem zu lockeren Umgang mit dem Coronavirus im Freizeitbereich gewarnt. „Einer der Ausgangspunkte war in den vergangenen Tagen der Amateurfußballbereich. Unser Kreisgesundheitsamt hat aber bis Ende der vergangenen Woche weitere Infektionsketten festgestellt, die auf gemeinsame Feiern und gemeinsames Tanzen zurückgehen. Ich appelliere deshalb erneut an alle Bürgerinnen und Bürger, die Erfahrungen aus dem Frühjahr nicht auszublenden und gerade auch im privaten und Freizeitbereich die Grundregeln der Pandemiebewältigung zu beherzigen“, sagte die Erste Kreisbeigeordnete.

Von Donnerstag bis Sonntag hatte das Gesundheitsamt insgesamt 36 Coronavirus-Infektionen gemeldet. Damit liege die Zahl der bestätigten Fälle zwar nicht auf sehr hohem Niveau, aber die weit darüber liegende Zahl an Kontaktpersonen „fordert dem Gesundheitsamt gerade viel ab, fordert aber auch den betroffenen Unternehmen viel ab, die auf Angestellte verzichten müssen und nicht zuletzt den derzeit acht Schulen, aus denen über 400 Personen häuslich isoliert sind“, so Simmler.

Für mehrere hundert Personen musste das Gesundheitsamt alleine in diesen vier Tagen häusliche Isolierung anordnen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter telefonierten die Kontaktpersonen ab, vermittelten ihnen kurzfristig Coronatests. Angesichts dieses Kraftakts für den Öffentlichen Gesundheitsdienst bittet Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler um „Vorsicht und Rücksicht in jedem Bereich des Alltags, von der Schule und dem Beruf am Tag bis zum Mannschaftssport am Nachmittag und der Privatfeier im Anschluss daran“.

Der Verwaltungsstab des Main-Kinzig-Kreises hatte am Montag über das Infektionsgeschehen im Gelnhäuser Raum beraten. Die große Mehrzahl der Testergebnisse liegt noch immer nicht vor, so dass das Gesundheitsamt die derzeitige Lage noch nicht klarer einschätzen kann. Einem Ausbruch im Amateurfußballbereich ordnet der Main-Kinzig-Kreis mindestens neun Infizierte zu. Ungeklärt ist aber weiter die Frage, ob es beim Sport zu Übertragungen des Coronavirus außerhalb der jeweiligen Fußballmannschaft kommen konnte oder Ansteckungen rein im gemeinsamen Umfeld der Sportler, vor, während und nach dem Spiel, stattgefunden haben. So lange keine gesicherte Einschätzung dazu getroffen werden könne, seien umso entschiedenere eigenverantwortliche Schritte in der Bürgerschaft nötig, erklärte Susanne Simmler nach der Sitzung am Vormittag.

„Wir brauchen einen breiteren Fokus, wir sollten hier nicht alleine über den Fußball sprechen, sondern über den Sport- und Freizeitbereich insgesamt. Jede Begegnung in Vereinen und auf privaten Feiern braucht die Wachsamkeit aller. Das Virus kennt keine Freund- und Verwandtschaften, das ist leider so, und diese Gewissheit sollte unser ständiger Begleiter sein“, so Simmler.

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