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Dennoch ziehen die Verantwortlichen eine positive Bilanz. Bereits vor der Eröffnung stand fest: Durch die Pandemie wird sich in den Planungen und Abläufen viel verändern. Die Anforderungen an die Veranstalter waren hoch, insbesondere war ziemlich schnell klar, dass die geplanten Großveranstaltungen abgesagt werden mussten. Aber es gab auch viele Angebote, die sich leicht abgewandelt umsetzen ließen und auf diese Weise einen kleinen und feinen Kulturgenuss boten. Aufgrund der zahlreichen Änderungen und alternativen Angebote gab es in diesem Jahr kein gedrucktes Programmheft. Dafür wurde die Homepage: www.kultursommer-hessen.de  ständig aktualisiert und angepasst. Der Zugriff auf die Webseite war rege und erwies sich in dieser besonderen Situation als ein ideales Mittel, um schnell die Öffentlichkeit zu informieren und für die Veranstaltungen zu werben. Das mag auch am Bekanntheitsgrad der Domain liegen, die es seit mittlerweile 20 Jahren gibt.

Ihren besonderen Dank richten die beiden Landräte Thorsten Stolz (Main-Kinzig-Kreis) und Bernd Woide (Landkreis Fulda) an die zahlreichen Kulturschaffenden in Vereinen, Initiativen, Kirchengemeinden und Kulturbetrieben sowie an alle, die dazu beigetragen haben, dass niemand auf die kulturellen Sommergenüsse verzichten musste und dabei dennoch alle gesetzlichen Vorgaben und Hygienebestimmungen eingehalten werden konnten. „Einen weiteren Dank richten wir an das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst sowie an die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen für die finanzielle Unterstützung“, so Stolz und Woide. Die Geschäftsstelle zieht deshalb auch in diesem Jahr eine positive Bilanz. „Die Öffnung für alternative Konzepte brachte neue Akzente, wie zum Beispiel Angebote in digitaler Form“, berichten die beiden Geschäftsführer des Kultursommers, Andrea Sandow (Kulturbeauftragte des Main-Kinzig-Kreises) und Michael Friedrich (Leiter der vhs Landkreis Fulda). Trotz der Pandemie konnten 44 Prozent der geplanten Veranstaltungen stattfinden.

Es gab zwar mehr als die Hälfte an Absagen, aber letztendlich standen 31 Kultur- und zwölf Kinderkultursommerveranstaltungen auf dem Programm. Knapp 6.000 Besucherinnen und Besucher kamen zum diesjährigen Kultursommer, die digitalen Veranstaltungsformate nicht eingerechnet. Die meisten Gäste nahmen an den einzelnen Veranstaltungen in der Kunststation Kleinsassen in Hofbieber teil. Der Hanauer Kulturverein verzeichnete eine große Resonanz, ebenso war die Veranstaltung der Industriekultur Wächtersbach sehr gelungen. Im Kinderkultursommer gab es zahlreiche Absagen, dennoch waren sehr gelungene Veranstaltungen darunter, wie zum Beispiel die der Musikschule Main-Kinzig. „Insgesamt können wir rückblickend sagen, dass die Veranstalter viele tolle und neue Ideen kreiert haben. So konnte den Einschränkungen mit großer Kreativität begegnet werden“, lobt die Geschäftsführung das Engagement.

„Laut Aussage der Veranstalter ist die Resonanz des Publikums überwiegend positiv eingestuft worden. Alle Angebote spiegelten eine hohe Qualität wider und zeugten von Ideen und Einfallsreichtum der Organisatoren, die immer auch Hygienevorschriften im Blick haben mussten. Gerade in diesen Tagen und Wochen merken wir alle, wie wichtig Kunst und Kultur als wertvolle Bestandteile unseres Lebens sind und wie unverzichtbar sie im Alltag sind“, resümieren die Landräte Stolz und Woide. Dass die Rahmenbedingungen für die Kunst- und Kulturschaffenden dauerhaft und verlässlich zu gewährleisten und Kultur als durchaus systemrelevant anzuerkennen sei, in dieser Verantwortung sehen sich auch die Mitglieder des Kultursommerbeirats. Deren Mitglied Christiane Freifrau von der Tann brachte es mit einem Zitat des französischen Philosophen Voltaire auf den Punkt: „Das Überflüssige ist eine sehr notwendige Sache.“

„Für das kommende Jahr werden wir aufgrund der besonderen Situation wegen der Pandemie, die sicherlich noch einen großen Teil des Jahres bestimmen wird, die Frist für die Anmeldungen verlängern und sicherlich auch den Zeitraum der Veranstaltungen bis Oktober ausdehnen“, informieren Michael Friedrich und Andrea Sandow. Die Bewerbungsformulare für Veranstalter sind ab Dezember auf www.kultursommer-hessen.de freigeschaltet. Im nächsten Jahr findet der 22. Kultursommer Main-Kinzig-Fulda statt. Der für dieses Jahr geplante Auftakt wird dann im Jahr 2021 den Kultursommer eröffnen: Schon jetzt können sich Kulturinteressierte auf ein Open-Air-Konzert der besonderen Art freuen, denn im Herrnhof in Schöneck wird am Pfingstwochenende die Band „ALMA“ aus Österreich auftreten. Eine Band, die sich dem traditionellen Musizieren und dessen Überschreitung verschrieben hat.

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