Blühbotschafter: Gemeinsamer Praxiseinsatz mit BUND

Teilnehmende: In diesem Jahr lassen sich 15 engagierte Menschen von Lehrgangsleiterin Dorothee Dernbach (rechts) ausbilden, um sich für den Insekten- und Naturschutz einzusetzen (Foto: Günter Bornholdt)

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Ende Mai war es soweit: Die erste Exkursion der zweiten Lehrgangsgruppe von „Main.Kinzig.Blüht.Netz“ fand in Gelnhausen statt.

Es ging ins Reich der Pflanzen und Insekten, die in ihren natürlichen Lebensräumen beobachtet werden konnten. Der Exkursion vorausgegangen waren seit Beginn des Jahres viele Online-Lehrgangseinheiten, in denen Grundlagen rund um das Thema Naturschutz vermittelt wurden. Für die 15 Lehrgangsteilnehmenden ging es in Begleitung von drei Experten zu einer ökologisch aufgewerteten Fläche des BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland) in Gelnhausen. Diese Fläche mit ihren verschiedenen Strukturen, wie Saum, Wiese, Gehölze und Wildstaudenbeet, bietet eine gute Basis zur Wissensvermittlung.

Der Lehrgang „Blühbotschafterinnen und Blühbotschafter für die Insektenvielfalt“ wird im Rahmen des Projekts „Main.Kinzig.Blüht.Netz“ durchgeführt und ist ein Verbundprojekt des Main-Kinzig-Kreises und des Landschaftspflegeverbands MKK e.V.. Gefördert wird das Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV). Beide Projektpartner setzen sich zum Ziel, die Biodiversität im Kreisgebiet zu stärken und dabei unterstützen die Personen des ersten und zweiten Lehrgangsjahres schon ganz aktiv.

Der Praxiseinsatz startete mit der Frage nach der sachgerechten Pflege einer Wildstaudenpflanzung: Welche spontan eingewanderten Wildpflanzen müssen aus der Pflanzung entfernt werden, welche dürfen als willkommene Gäste im Beet bleiben? Umweltschutzingenieurin Dorothee Dernbach wartete mit relevantem Fachwissen auf, das die Lehrgangsteilnehmenden sogleich anwenden konnten: „Vor allem Wildpflanzen, die von anderen Kontinenten stammen und hier nicht ins ökologische Gefüge passen, müssen erkannt und gejätet werden. Solche Neophyten können sich stark in vorhandenen Biotopen ausbreiten, heimische und gleichzeitig meist insektenfreundlichere Wildpflanzen verdrängen und so große Schäden anrichten.“

Schnell waren eineinhalb Stunden verflogen und Dr. Günter Bornholdt von der  Planungsgesellschaft Natur & Umwelt mbH (PGNU) stieß zu der Gruppe. Ausgestattet mit einem Kescher und Aufbewahrungsgläsern zeigte er den angehenden Blühbotschafterinnen und Blühbotschaftern für die Insektenvielfalt verschiedene Insektenarten, die in der Fläche zu finden sind. Ein Grünes Heupferd, eine Blutrote Schaumzikade und ein einzelner Distelfalter wurden von Laien noch relativ sicher erkannt. Bei den kleineren Arten wie Kurzfühlerschrecken, Zikaden im Larvenstadium, Blattwanzen und Käfern war eine Vielfalt zu entdecken, die dem ungeübten Auge leicht verborgen bleibt. „Wichtig für eigene Erhebungen ist eine Temperatur über 18 Grad und relative Windstille bei offenem Himmel. Nach Starkregen finden sich die Insekten vor allen in den angrenzenden Gehölzen, wo sie Schutz vor den Unbilden des Wetters suchen“, erläuterte der Biologe. Als weiterer Ansprechpartner gesellte sich Dr. Stephan Consemüller vom BUND,Projektpartner von „Main.Kinzig.Blüht.Netz“, zu den angehenden Blühbotschafterinnen und Blühbotschaftern für die Insektenvielfalt. Er betonte, das viel Geduld dazugehöre, um naturnahe Flächen zu schaffen: „Die Flächen brauchen Zeit, um sich artenreich zu entwicklen. Zudem ist es notwendig, wegen der passenden Pflege mit den Zuständigen vor Ort im Gespräch zu bleiben und so die Qualität des insektenfreundlichen Lebensraums sicherzustellen. Dranbleiben ist also das A und O.“ Deshalb komme den Blühbotschafterinnen und Blühbotschaftern als Ansprechpersonen sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren eine wichtige Rolle zu. Solche Gespräche und Praxiseinsätze mit Akteurinnen und Akteuren, Expertinnen und Experten sind ein grundlegender Bestandteil im Zuge der Wissensvermittlung und zum Aufbau eines tragfähigen „Main.Kinzig.Blüht.Netz“-Werks.

Unter dem Motto „Insektenfreundlich, regional, naturnah!“ richtet der Main-Kinzig-Kreis am 11. Juni von 10 bis 19 Uhr und am 12. Juni von 10 bis 18 Uhr im Kurpark in Bad Soden-Salmünster ein buntes Fest der biologischen Vielfalt aus. Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen. Die Veranstaltung wird im Rahmen des Projekts „Main.Kinzig.Blüht.Netz“ stattfinden. Weiterführende Informationen zum Projekt, zum Lehrgang „Blühbotschafterin oder Blühbotschafter für die Insektenvielfalt“ und zum Fest sind unter www.mainkinzigbluehtnetz.de zu finden.

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Blühflächen-Praxiseinheit mit dem BUND: Beim gemeinsamen Jäten der naturnahen Staudenfläche konnten Fragen der Teilnehmenden praxisnah beantwortet werden. (Foto: Günter Bornholdt)

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Teilnehmende: In diesem Jahr lassen sich 15 engagierte Menschen von Lehrgangsleiterin Dorothee Dernbach (rechts) ausbilden, um sich für den Insekten- und Naturschutz einzusetzen (Foto: Günter Bornholdt)

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Aufbewahrungsglas: Biologe Günther Bornholdt erläuterte den Umgang mit dem Kescher und zeigte den Teilnehmenden die Insekten, die er auf diese Weise eingesammelt hatte. (Foto Sarah Dutiné)


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