Gute Nachricht für die Bürgerinnen und Bürger im östlichen Main-Kinzig-Kreis: Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen will die vakanten Hausarztstellen in Birstein und Wächtersbach neu besetzen und damit für eine bessere Versorgung der Patienten und Patienten sorgen.
Bis die neuen Ärztinnen oder Ärzte ihre Arbeit aufnehmen, werden aber wohl noch einige Monate vergehen.
Nach der Schließung von zwei Praxen hatte sich die hausärztliche Versorgung Anfang des Jahres noch einmal zugespitzt. Reinhold Kaim aus dem Wächtersbacher Stadtteil Hesseldorf berichtete Anfang Mai von seiner verzweifelten Suche, einen neuen Hausarzt zu finden. Zwei Tage lang war er im östlichen Main-Kinzig-Kreis unterwegs, fuhr alle Praxen in Wächtersbach, Bad Orb, Brachttal, Birstein und auch in Bad Soden-Salmünster ab. Die dortigen Mediziner waren zwar bereit, seine akute Erkältung zu behandeln, in ihre Patientendatei wollte Kaim allerdings zunächst niemand aufnehmen. Begründung: Um eine gute und medizinisch notwendige Behandlung zu gewährleisten, könnten keine neuen Stammpatienten angenommen werden.
Eine Gemeinschaftspraxis in Wächtersbach hatte letztlich doch noch ein Einsehen und nahm Kaim auf. Dort hatte auch seine Such begonnen, nachdem er bei seinem bisherigen Hausarzt Dr. Rainer Peters vor verschlossenen Türen stand. Diesem wurden wegen eines Verstoßes gegen die ärztliche Berufsordnung die Approbation entzogen, so dass Kaim und auch viele andere Patienten aus Wächtersbach plötzlich ohne Hausarzt dastanden. Ähnlich ging es den Bürgerinnen und Bürgern in Birstein, nach dem dort eine Praxis aus Altersgründen geschlossen und kein Nachfolger gefunden wurde.
Jetzt verspricht die Kassenärztliche Vereinigung Hessen Besserung: Zum 1. Juli soll die vakante Hausarztstelle in Birstein neu besetzt werden, zudem wird eine weitere Zulassung nach Wächtersbach gehen. „Uns ist bewusst, dass die hausärztliche Versorgung im östlichen Teil des Main-Kinzig-Kreises nicht einfach ist“, äußerte Pressesprecher Karl Matthias Roth Verständnis für den Unmut und die Sorgen einiger Patienten.
Wann die neuen Mediziner ihre Arbeit aufnehmen werden, ist allerdings noch ungewiss. Die Zulassungen müssen zunächst im monatlich erscheinenden hessischen Ärzteblatt ausgeschrieben werden, anschließend läuft eine Bewerbungsfrist. Wer die beiden vollen Arztstellen antritt, entscheidet dann letztlich der Zulassungsausschuss, der jeweils aus drei Vertretern der Ärzteschaft und der Krankenkassen besteht. „Die Situation in den beiden Orten sollte sich entspannen“, soll die neuen Praxen aber möglichst noch in der zweiten Hälfte dieses Jahres eröffnet werden.
Fotos: Nach der Schließung der Praxis von Dr. Rainer Peters in Wächtersbach ist jetzt eine Nachfolgeregelung in Sicht.