Karfreitag: Bischof Gerber betont die universelle Würde des Menschen

Während seiner Predigt am Karfreitag betont Bischof Dr. Michael Gerber im Fuldaer Dom die unbedingte und universelle Würde eines jeden Menschen. Foto: Bistum Fulda / Salih Usta

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Angesichts aktueller Gewalttaten und weltweiter Konflikte betonte Bischof Dr. Michael Gerber am Karfreitag im Fuldaer Dom die unbedingte und universelle Würde eines jeden Menschen. Wo wir an unsere Grenzen kommen, halte Gott uns aus und schenke uns die Kraft, die Herausforderungen zu bewältigen, so der Bischof von Fulda. In seiner Predigt sprach er auch die Anschläge auf eine Moskauer Konzerthalle an. Dabei kritisierte er die skrupellose Instrumentalisierung dieser Attacke durch die Machthaber scharf.



Während der Liturgie vom Leiden und Sterben Christi im Fuldaer Dom verband Bischof Dr. Michael Gerber die Botschaft von Karfreitag mit aktuellen Ereignissen, insbesondere mit dem Anschlag auf die Moskauer Konzerthalle Crocus City Hall. „Gerade in unseren Tagen ist das, was wir heute am Karfreitag hören, eine kritische Mahnung“, so der Bischof. Gerber betonte, dass trotz der Grausamkeit solcher Attentate die Würde des Menschen immer gewahrt bleiben muss. „Im Leiden, in der Passion und im Tod Jesu begegnen wir Gott, der den Menschen aushält und annimmt in letzter Konsequenz“, so Bischof Gerber. „Jesus wird dabei zu Tode verwundet. Der Mensch, was auch immer er tut, er verliert nie seine innerste Würde.“

Rechtsstaat und Terror

Am Beispiel des Moskauer Attentats zeigte Bischof Gerber, wie wichtig es gerade in kritischen Situationen ist, zu differenzieren: Unsere volle Solidarität und unsere Gebete müssten ganz klar bei den Opfern dieser grausamen Attentate sowie der unzähligen Gewaltverbrechen sein, die wir in unseren Tagen weltweit zu beklagen haben. Gleichwohl legitimiere das die Machthaber nicht, solche entsetzlichen Taten für ihre Ziele zu instrumentalisieren. Gerber betonte, dass ein funktionierendes Staatswesen seine Kraft nicht nur in der Prävention solcher Terrorakte erweise, sondern auch in der rechtstaatlichen Bestrafung der Täter, wenn solche Taten doch geschehen. Er unterstrich, dass trotz der nachvollziehbaren Empörung und der tiefen Abneigung, die Menschen angesichts solch grausamer Taten verspüren, die Stärke eines Staates darin besteht, Täter so zu bestrafen, dass ihre Würde gewahrt bleibt.

Eindrückliches Beispiel

Als Beispiel und Beleg diente Bischof Gerber auch ein eindrücklicher Bericht aus dem Alltag von Erzieherinnen und Erziehern im Umgang mit Kindern und Jugendlichen aus schwierigen Verhältnissen: Dabei müssten die Pädagogen und Betreuer oft viel aushalten, so Gerber. Wenn diese Kinder und Jugendlichen, die ihrer Umgebung häufig herausfordernd begegnen, aber trotzdem spüren, dass sie angenommen sind, könne diese Erfahrung ihnen die Kraft geben, sich selbst auszuhalten und anzunehmen. An Karfreitag zeige sich, dass Gott uns aushält, wo wir an unsere Grenzen kommen, betonte der Bischof. „In Jesus geht Gott selbst bis an jene letzte Grenze der Erniedrigung und des Todes. Damit gibt er uns die Kraft, uns selbst auszuhalten“, so Gerber. „In dem, was wir am Karfreitag und an Ostern feiern, steckt die Kraft, uns einzusetzen für diejenigen, die heute in nicht auszuhaltende Situationen geraten sind.“

Schutz und Beistand als kirchliche Kernaufgaben

Bereits am Gründonnerstag hob Bischof Gerber während der Abendmahlsfeier Schutz und Beistand für Menschen in Not und Bedrängnis als kirchliche Kernaufgaben hervor. Dabei verwies er auf die wertvolle Arbeit der kirchlichen Verbände wie Caritas, Kolping, Malteser sowie vieler Haupt- und Ehrenamtlicher im Dienst der Kirche. Die musikalische Gestaltung des Karfreitags-Gottesdienstes übernahm der Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Franz-Peter Huber. Auf dem Programm standen unter anderem „Christus factus est“ von G.F. Anerio, „Also hat Gott die Welt geliebt“ von M. Franck und „O Haupt voll Blut und Wunden“ von J. S. Bach.

Ostern im Fuldaer Dom

Die Feierlichkeiten der Heiligen Woche werden am Ostersonntag fortgesetzt. Bischof Dr. Michael Gerber wird die traditionelle Osternacht um 5.45 Uhr im Fuldaer Dom zelebrieren, gefolgt vom Pontifikalamt zur Auferstehung des Herrn um 10 Uhr. Das Bistum Fulda bittet die Besucherinnen und Besucher, die Zeitumstellung in der Nacht von Samstag auf Sonntag zu beachten. An Ostermontag lädt Weihbischof und Domdechant Prof. Dr. Karlheinz Diez schließlich um 10 Uhr zu einem festlichen Pontifikalamt in den Fuldaer Dom ein. www.bistum-fulda.de

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Während seiner Predigt am Karfreitag betont Bischof Dr. Michael Gerber im Fuldaer Dom die unbedingte und universelle Würde eines jeden Menschen. Foto: Bistum Fulda / Salih Usta


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