„Die Schule ist nicht nur ein Lernort sondern auch ein Lebensort für die Schülerinnen und Schüler“, sagte Kreisbeigeordneter und Schuldezernent Matthias Zach, als er etwa 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Fachtagung für Sozialarbeit in der Klosterberghalle in Langenselbold begrüßte.
Im Mittelpunkt des Aufgaben- und Funktionsverständnisses von Schulen steht heute die Absicht Schüler nicht allein als Lernende zu sehen, sondern sie auch in ihrer Rolle als Kinder und Jugendliche wahrzunehmen mit vielfältigen Bedürfnissen, Interessen und unterschiedlichen sozialen Bezügen. „Schülerinnen und Schüler, die aufgrund ihrer persönlichen oder familiären Situation, ihre Potentiale nicht ausschöpfen können, benötigen Unterstützung“, hob Jugenddezernent Matthias Zach hervor.
Seit dem 1. Februar 2009 besteht das Projekt „Sozialarbeit in Schulen“ (SiS). Kreisweit gibt es eine einheitliche Versorgung an allen Haupt- und Realschulen, integrierten und kooperativen Gesamtschulen sowie an den Beruflichen Schulen mit Sozialarbeit. „Der bisherige Erfolg bestätigt die Richtigkeit eines solchen dauerhaften Angebots“, berichtete Projektleiterin Monika Vogel vom Zentrum für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. In Workshops konnten sich die Tagungsbesucher über verschiedene Aufgabengebiete der Sozialarbeit in den Schulen informieren. Gastredner Professor Bernd Stickelmann, emeritierter Professor für Kinder- und Jugendarbeit, Pädagogik und Erwachsenenbildung an der Fachhochschule Erfurt, ging in seinem Vortrag besonders auf die Verbindung zwischen Schulsozialarbeit und Jugendhilfe ein.
Ziel der Schulsozialarbeit müsse es sein, dass die Jugendlichen einen qualifizierten Schulabschluss erlangen, der sie in die Lage versetzt, ihr Leben durch Erwerbsarbeit zu sichern. Der Main-Kinzig-Kreis und die Kommunen finanzieren die Sozialarbeit zu gleichen Teilen. „Was wir bei den Kindern in der Schule versäumen zu tun, müssen wir später mit viel Unterstützung und Geld gerade rücken“, sagte Matthias Zach und richtete seine Kritik an die Hessische Landesregierung: „Wir stemmen dieses Projekt ohne die dringend erforderliche Drittelbeteiligung des Landes“.
Foto: Kreisbeigeordneter Matthias Zach begrüßt die Teilnehmer zur ersten Fachtagung Sozialarbeit in Schulen.
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