Über die Ausbeutung von Ehrenamt und Gratisarbeit

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"Freiwillig zu Diensten? Über die Ausbeutung von Ehrenamt und Gratisarbeit" heißt der Titel einer Veranstaltung, die das Unabhängige Beratungsteam für Soziale Freiwilligendienste Maintal (UBF-Team) am Donnerstag, dem 27. März um 19.30 Uhr im Evang. Gemeindehaus Hochstadt, Wallgraben 4 anbietet.

Referentin ist die Buchautorin und Publizistin Claudia Pinl aus Köln, die sich kritisch mit den Schattenseiten des "bürgerschaftlichen Engagements" beschäftigt. Die sich anschließende Diskussion wird von Helmut Stein, dem Leiter des UBF-Teams, moderiert.

Rund 23 Millionen Menschen arbeiten ehrenamtlich in Deutschland. Sie betreuen Alte und Kranke, engagieren sich als Lesehelfer in Schulen, pflegen kommunales Grün, beteiligen sich an der Kinderbetreuung, pflegen Wildtiere und leiten Büchereien. Sie halten durch ihr freiwilliges Engagement nicht nur den "Betrieb" aufrecht, sondern tragen auch dazu bei, den Niedriglohnsektor auszudehnen und die Arbeit von qualifizierten Hauptamtlichen zu entprofessionalisieren. Es scheint daher an der Zeit, die Grenzen von Hauptamt und Ehrenamt neu abzustecken.

Geschichtlich ist es nicht neu, dass in Zeiten klammer öffentlicher Kassen viele Tätigkeiten auf unbezahlte ehrenamtliche Dienste abgewälzt werden. In der aktuellen gesellschaftlichen Situation aber, in der die Schere zwischen  Arm und Reich immer weiter auseinander driftet, braucht eine wachsende Zahl von Menschen vorrangig ein Zubrot für eine gesicherte Existenz und einen angemessen bezahlten Job. Auch FSJler und "Bufdis" dürfen keine Lückenbüßer für nicht finanzierbare(?) hauptamtliche und qualitätssichernde Jobs in der sozialen Arbeit sein. Wie geht dies aber alles mit Ehrenamt, Billig- und Gratisarbeit zusammen? Viel Stoff also für eine angeregte und engagierte Diskussion.


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