Frauen verdienen in Deutschland im Schnitt 22 Prozent weniger als Männer.
Frauen verdienen in Deutschland im Schnitt 22 Prozent weniger als Männer.
In Hessen ist fast jede dritte Frau im Niedriglohnbereich beschäftigt. Der Sozialverband VdK Hessen-Thüringen fordert die Politik seit Jahren auf, den Niedriglohnbereich zurückzudrängen. „Ein Mindestlohn von 8,50 Euro ist ein erster Schritt, aber er löst das Problem nicht“, sagt der Vorsitzende des VdK Kreisverbandes Gelnhausen, Werner Kessler. „Niedrige Löhne bedeuten niedrige Renten. Damit Frauen im Erwerbsleben die Chance haben, eine halbwegs vernünftige Rente zu erwirtschaften, brauchen wir mindestens 10 Euro.“
Sein Stellvertreter Helmut Müller fordert in diesem Zusammenhang auch eine bessere rentenrechtliche Anerkennung von Pflegezeiten. „Pflegende Angehörige sind überwiegend Frauen“, erklärt Müller. „Damit sie durch die Pflege von Angehörigen keine Nachteile erleiden, muss die Pflegezeit in der Rentenversicherung wesentlich höher bewertet und mindestens auf den gleichen Betrag wie Kindererziehungszeiten angehoben werden.“ Die Beiträge für Pflegezeiten sollten aus Steuergeldern finanziert werden.
Für den Kreisvorsitzenden und seinen Stellvertreter ist es höchste Zeit zum Handeln. „Wir müssen dringend die Rahmenbedingungen verändern, damit die Verarmung von immer mehr Frauen gestoppt wird.“ Notwendig sind aus Sicht des VdK innovative Arbeitszeitmodelle, eine bessere Infrastruktur bei Kinderbetreuung und Pflege sowie eine deutlich bessere Bewertung und Entlohnung frauenspezifischer Berufe. „Erzieherinnen, Krankenschwestern oder Pflegerinnen leisten Enormes für diese Gesellschaft. Lohn, Sozialprestige und Anerkennung stehen aber nicht in Relation zu den erbrachten Leistungen“, so Kessler und Müller.
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