Die 70 Seiten der neuen Ausgabe des Mitteilungsblattes bieten einen Gang durch verschiedenste Themen der regionalen Geschichte und der heimischen Naturkunde.
Auftakt bildet die Medaillenprägung der von Hutten, anhand der die Familiengeschichte des Ritteradels plastisch dargestellt wird. Ebenfalls für den regionalen Adel steht die schicksalsreiche Geschichte der Karoline zu Ysenburg-Meerholz, die ihre letzte Ruhestätte im Mausoleum des Meerholzer Schlossparks fand. Eine Hommage an Jacob Grimm anlässlich seines 150. Todestages bietet der Beitrag „was haben wir denn gemeinsames als unsere sprache und literatur?“, dem das Zitat des berühmten Hanauers vorangestellt ist. Der Begründer der Germanistik war am 20. September 1863 in Berlin verstorben. Auf ein besonderes Jubiläum konnte 2013 Dörnigheim zurückblicken: Am 2. November 1813 trat mit dem „Vertrag zu Dörnigheim“ das Großherzogtum Hessen aus dem Rheinbund aus. Wie es dazu kam und was dies bedeutete, erläutert der Beitrag von Jan Fricke.
Naturkundliche Beiträge wie über das vollständig im Main-Kinzig-Kreis liegende EU-Vogelschutzgebiet namens „Spessart bei Bad Orb“, die nachtaktiven Eulen und Käuze oder das Erforschen der Fledermaus in den zurückliegenden 50 Jahren vervollständigen den Blick auf die verschiedenen Natur- und Kulturlandschaften unserer Region. Neue Erkenntnisse über die Todesumstände des von den Nationalsozialisten verfolgten Landrats von Hanau, Eugen Kaiser, stellt Michael Bermejo-Wenzel vor. Nach dem Auffinden der offiziellen Sterbeurkunde Kaiser brachte eine neu entdeckte Archivalie Klarheit.
Den Blick auf das meist wenig in unserem Bewusstsein verankerte Ghetto Minsk mit dem Vernichtungsort Trostenez richtet Heinrich Georg Semmel. Er schildert das unsägliche Leid und Massenmorden an Juden – darunter auch Menschen, die ihre Heimat in den Städten und Dörfern des heutigen Main-Kinzig-Kreises hatten. Sie wurden am 11./12. November 1941 vom Sammelort der Großmarkthalle Frankfurt nach Minsk deportiert. Eine überlebende des Ghettos, die 78-jährige Frida Raisman, stand Ende Januar 2014 für Zeitzeugengespräche im Main-Kinzig-Kreis und Frankfurt/Main zur Verfügung – über 600 Schüler und Erwachsene nutzten das Angebot, die Erinnerungen der im Alter von sieben Jahren Inhaftierten aus erster Quelle zu hören.
Den Abschluss bildet ein Beitrag über eine „Route der Industriekultur“ zur Waechtersbacher Keramik. Die Schilderungen laden ein, sich entlang der Route an Produktionsorten und Standorten hochkarätiger Keramiksammlungen im Brachttal auf Entdeckungsreise zu machen. Das Titelbild bildet hierzu passend einen Teller in Flowing-Technik aus der Waechtersbacher Keramik-Produktion um 1860 ab, der im Brachttal-Museum in Spielberg ausgestellt ist (Foto: Beate Trautmann).
Das Mitteilungsblatt wird herausgegeben vom Kreisausschuss des Main-Kinzig-Kreises, Amt für Wirtschaft und Arbeit, Kultur, Sport und Tourismus und ist zum Preis von 5,80 € im Bürgerportal des Main-Kinzig-Forums erhältlich. Zzgl. Versandkosten kann es bezogen werden bei:
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Foto: Das Titelbild zeigt einen Teller in Flowing-Technik aus der Waechtersbacher Keramik um 1860 (Foto: Beate Trautmann).
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