Zur Einweihung des neuen Schulungszentrums in Srimongol, Bangladesch, am 30. Juni 2014 haben sich mehrere hundert Menschen eingefunden.



Kinder und Erwachsene aus umliegenden Dörfern, Vertreter der örtlichen Regierung und der gesellschaftlich wichtigen Gruppierungen samt Mullah und Priester, Mitarbeiter von Bangladesh Nazarene Mission, Helping Hands' örtlichem Partner, sowie Dr. Hermann Gschwandtner, 1. Vorsitzender von Helping Hands e.V., und Dr. von Weyhe, stellvertretender Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Bangladesch. Das Projekt in Srimongol wird zu 81% aus Geldern der Bundesregierung finanziert.
Es ist sehr heiß und schwül, hier im Osten des Landes, wo das flache Land sich zu sanften Hügeln erhebt und ein für Bangladesch sonst untypisches Panorama bietet: Kilometer um Kilometer reihen sich die Teebüsche aneinander, gelegentlich wird das einförmige Grün unterbrochen von bunten Flecken – Teepflückerinnen in ihren farbenfrohen Saris, die trotz der Hitze unermüdlich bei der Arbeit sind. Bangladesch mag nicht so bekannt sein für seinen Tee wie zum Beispiel Sri Lanka, aber eines haben die beiden Länder gemeinsam: Auch hier leben die Arbeiter auf den Teeplantagen unter teils menschenunwürdigen Bedingungen, haben wenig Chancen auf Bildung oder auf die Änderung ihrer Lebensumstände, kaum Perspektiven für die Zukunft. Aber genau das möchte Bangladesh Nazarene Mission ändern: Im Rahmen eines umfassenden Dorfentwicklungsprojektes werden mehrere tausend Frauen und Jugendliche geschult und in Selbsthilfegruppen zu selbstständigem Handeln motiviert. Zu den Themenbereichen der Schulungen gehören Gesundheit und Ernährung, soziales Bewusstsein und Besserung der wirtschaftlichen Lage. Zudem wird 300 der bedürftigsten Kinder der Schulbesuch ermöglicht. Etwa 10.000 Familien in 50 Dörfern profitieren von den Maßnahmen.
Nagelneu und frischgestrichen funkeln die beiden Gebäude in der gleißenden Mittagssonne: links das Schulungszentrum mit Bürotrakt, rechts die Schule für etwa 300 Kinder. Dazwischen ist heute ein großes Zelt errichtet, in dem die Besucher schon geduldig warten, bis die Gäste aus Dhaka eintreffen; einige Stunden Fahrt sind es von der Hauptstadt bis in den Nordosten des Landes. Nach einer kurzen Erfrischung kann endlich die Einweihungszeremonie beginnen. Jeder Vertreter darf ein paar Worte weitergeben; der örtliche Mullah, hinduistische Priester und ein christlicher Pastor sprechen ein Gebet. In seiner Ansprache betont Dr. von Weyhe, dass Bangladesch derzeit ein Schwerpunktthema für die deutsche Regierung ist.
Auf die symbolische Übergabe eines riesigen Schlüssels vom Bauleiter an Sukamal Biswas, Direktor von Bangladesh Nazarene Mission, folgt die feierliche Einweihung. Dazu werden zuerst die deutsche und bangladeschische Flagge gehisst und dann symbolisch das Band durchschnitten. Nach der Vorführung einiger traditioneller Tänze von Kindern, die die neue Schule besuchen, ist noch etwas Zeit für Gespräche, und Dr. von Weyhe erkundigt sich intensiv über die Arbeit von BNM, spricht mit Müttern aus dem Dorf, zeigt viel Interesse an dem, was in Srimongol geplant ist bzw. bereits durchgeführt wird. Ende 2013 wurden die Gebäude fertiggestellt und bis Anfang 2014 eingerichtet; seit einigen Monaten findet dort regulärer Schulunterricht statt. Aber die Gründung von Selbsthilfegruppen und Schulungen für deren Mitglieder begannen schon deutlich früher; einige der Frauen können bereits berichten von dem, was sich durch die Selbsthilfegruppen in ihren Familien geändert hat. Seit Anfang des Jahres können die Schulungen nun auch regelmäßig im Schulungszentrum stattfinden.
"Nachdem die Bundesregierung bereits vier solcher Zentren im Westen des Landes finanziert hat, ist dies das erste Zentrum im Osten des Landes", berichtet Dr. Gschwandtner nach seiner Rückkehr aus Bangladesch. "Das ist sehr hilfreich, um in diesem neuen Gebiet die Arbeit zu entwickeln. Das Schulungszentrum bringt dabei einen entscheidenden Vorteil, weil dort nicht nur die Schulungen für Selbsthilfegruppen durchgeführt werden, sondern auch Mitarbeiter ausgebildet werden, die dann weitere Kinderzentren und Selbsthilfegruppen entwickeln können."
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