„Verantwortlich für einen richtigen Umgang mit Alkohol sind natürlich erst einmal die Eltern. Aber wir wollen als Gesellschaft ebenfalls Verantwortung übernehmen“, so Zach. Seit über zehn Jahren ist die Anzahl von Kindern und Jugendlichen, die mit einer Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert werden, kontinuierlich gestiegen. Erstmals ermittelte das Statistische Landesamt im Jahr 2013 in Hessen einen leichten Rückgang. „Allerdings ist es zu früh, um jetzt schon aufzuatmen, deshalb ist ein aufgeklärter und verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol wichtig“, wirbt Kreisgesundheitsdezernent Matthias Zach.
Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen neun und zehn werden von den HaLT-Koordinatoren Dagmar Wieland von der AWO-Suchtprävention Main-Kinzig und von Marcus Arazi vom Jugendamt des Main-Kinzig-Kreises gemeinsam mit dem Präventionslehrer Christian Zeller über verschiedene Aktionen zum Thema „GrenzKenner“ informiert. Diese Aktionen unterstützen die Freiwillige Feuerwehr Somborn, die Polizei Gelnhausen und die Jugendarbeit der Stadt Gelnhausen.
Eigene Grenzen erfahren und einen bewussten Umgang mit Alkohol zu erlernen, hat sich das Projekt „Hart am Limit“ (HaLT) zur Aufgabe gemacht. Auf Initiative der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen beteiligen sich seit 2011 zahlreiche hessische Kommunen daran. Rund um das Thema „Grenzen erfahren“ werden von den Fachkräften vor Ort Mitmach-Aktionen an Kletterwänden, Kistenstapeln, Rauschparcours, Malaktionen und Quizspiele angeboten, bei den die eigenen Grenzen erfahren und erprobt werden können. Mit Rauschbrillen konnte beispielsweise ausgetestet werden, wie schwer die eigene Koordination nach hohem Alkoholkonsum fällt. Informationen über riskanten Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen bieten die Informationsstände der regionalen Suchtberatungsstellen. „Wichtig ist, dass die Schülerinnen und Schüler einen Zugang zum Thema Alkohol erhalten. Informationen und der Austausch darüber untereinander machen die Jugendlichen stark und selbstbewusst gegen die Verlockungen der Suchtmittel“, sagt Zach.
„HaLT“ ist ein bundesweit erprobtes Konzept und eine gemeinsame Initiative des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration sowie der gesetzlichen und privaten Krankenkassen, der beteiligten Kommunen und Kreise und den Trägern der Suchthilfe zur Prävention und Frühintervention bei exzessivem Alkoholkonsum von Jugendlichen. Das Konzept setzt sich aus zwei Bausteinen zusammen: einem reaktiven Baustein, in dem Gespräche mit Eltern und betroffenen Kindern beziehungsweise Jugendlichen angeboten werden und einem proaktiven Baustein, der sich mit differenzierten Maßnahmen zur Alkoholprävention auf kommunaler Ebene an die Bevölkerung wendet, um einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol zu fördern.
„Eigene Grenzen erkennen, setzt Eigenverantwortung voraus, die gestärkt werden muss. Verantwortung haben aber auch andere Erwachsene, nicht nur die Eltern, auch Tankstellenpersonal, Discounter und ihr Personal, Bar- und Discobetreiber“, mahnt Matthias Zach an und erinnert an den verantwortungsvollen Umgang und die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes.
Foto: Kreisbeigeordneter Matthias Zach (rechts im Bild) gemeinsam mit Markus Arazi vom Jugendamt erläutern Grundlagen zum Umgang mit Alkohol während des Alkoholpräventionstages an der Kreisrealschule in Gelnhausen.
Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de