Die Straßenverkehrsbehörde „Hessen Mobil“ hat Fehler bei den Rodungsmaßnahmen entlang der A66 eingeräumt. Vor allem in Gelnhausen, aber beispielsweise auch an der Abfahrt Gründau-Rothenbergen, hat in den vergangenen Wochen ein regelrechter Kahlschlag stattgefunden. Jetzt gibt Hessen Mobil zu, dass die beauftragten Firmen deutlich über das Ziel hinausgeschossen sind, möglicherweise drohen sogar rechtliche Konsequenzen.
Bereits im Juli 2015 habe mit der Unteren Naturschutzbehörde ein Abstimmungsgespräch zu geplanten Gehölzpflegemaßnahmen stattgefunden. Es sei vereinbart worden, dass die notwendigen Pflegemaßnahmen in Abschnitten ausgeführt werden würden. „Vereinbart war, die Pioniergehölze wie Pappeln, Erle und Weide aus dem Bestand zu entnehmen, im Bestand verbleiben sollten die Harthölzer wie Eiche, Linde und Ahorn. Darüber hinaus sollte entlang der Autobahn im Seitenstreifen grundsätzlich in 100 m-Abschnitten gearbeitet werden. An der Anschlussstelle Gelnhausen West ergab sich zudem die Notwendigkeit, die Sichtverhältnisse in Bezug auf das Rückstauende der Lichtsignalanlage zu verbessern“, so Hessen Mobil in einer Pressemitteilung.
Anschließend seien die Pflegearbeiten auf Grundlage der im Sommer 2015 getroffenen Absprachen mit der Unteren Naturschutzbehörde ausgeschrieben worden. Die Vergabe der Arbeiten sei an zwei Fachfirmen erfolgt, die ihre fachliche Eignung im Rahmen der Ausschreibung nachgewiesen hätten. Bei der Überwachung der Arbeiten sei Hessen Mobil von einem Fachbüro unterstützt worden. „Im Nachhinein muss nun festgestellt werden, dass der Umfang der tatsächlich ausgeführten Arbeiten bei Weitem die Beauftragung übertrifft. So wurden in der Innenfläche der Anschlussstelle Gelnhausen West (Fahrtrichtung Fulda) alle Bäume bis auf einen Baum gefällt. Tatsächlich ausgeführt werden sollte nur eine Fällung im Außenrand in einer Breite von 5 bis 10 Metern“, will Hessen Mobil nun alles daran setzen, in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde diesen Schaden zu beheben. Ziel sei die Herstellung des Zustandes, wie er im Sommer 2015 auch vereinbart worden sei.
Unklar ist allerdings anscheinend noch, wer die jetzt zusätzlich anfallenden Arbeiten bezahlt. Hessen Mobil: „Zu möglichen Konsequenzen für die ausführende Firma oder auch für das zur Überwachung engagierte Fachbüro können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussagen machen. Da es jetzt um Haftungsfragen geht, ist Hessen Mobil mit der juristischen Aufarbeitung beschäftigt.“