Zirka 20 Millionen Euro werden in diesem Jahr in die Bundes-, Landes- und Kreisstraßen im Main-Kinzig-Kreis investiert. Vertreter von Hessen Mobil und Kreisverkehrsdezernent Matthias Zach (Bündnis 90/Die Grünen) stellten am Donnerstag die einzelnen Projekte vor, bei denen der von der schwarz-grünen Landesregierung vorgegebene Grundsatz „Erhalt vor Neubau“ im Mittelpunkt steht. Ausnahme: Die Ortsumgehung Sinntal-Oberzell, das einzige Projekt dieser Art in ganz Hessen, wie Zach feststellte.
Die Straßenverkehrsbehörde „Hessen Mobil“ machte zuletzt allerdings weniger wegen ihrer Verkehrsprojekte Schlagzeilen, die massiven Rodungsmaßnahmen entlang der A66 haben inzwischen selbst die Kreisspitze auf den Plan gerufen. Der neue Regionalbevollmächtige Ulrich Hansel kündigte eine genaue Prüfung der Verantwortlichkeit an und will zu gegebener Zeit darüber informieren. „Ich gehe davon aus, dass wir uns auf einen gemeinsamen Weg verständigen“, stehe man dafür unter anderem auch bereits mit Naturschutzverbänden in Kontakt.
Kritisiert wurde Hessen Mobil auch immer wieder und inzwischen auch immer öfter wegen angeblich mangelnder Kooperation und Unflexibilität. Einige Rathauschefs hatten dies unlängst öffentlich geäußert, die direkte Konfrontation scheinen diese allerdings zu meiden. Eine Sitzung mit den Bürgermeistern oder ihren Vertretern aus dem Main-Kinzig-Kreis sei am Donnerstagvormittag jedenfalls völlig harmonisch verlaufen, berichtete Hansel. „Wir arbeiten sehr, sehr korrekt und transparent“, erklärte der für die Bauprojekte zuständige Helmut Klein, „wir sind eine seriös arbeitende Landesbehörde“, müsse man mit derartiger Kritik schlichtweg leben. Wofür Hessen Mobil nichts kann: Aufgrund arbeitsrechtlicher Bestimmungen sind in Zukunft bei vielen Straßenbauprojekten Vollsperrungen notwendig. Eine einspurige Vorbeiführung des Verkehrs an einer Baustelle ist nur noch ab einer Fahrbahnbreite von 8,30 Metern erlaubt, „das ist zumindest bei fast allen Kreisstraßen nicht der Fall“, erklärt Hans-Joachim Pokel von Hessen Mobil. Die Verkehrsteilnehmer müssen sich somit auf teils weiträumige Umleitungen einstellen.
Zu den Zahlen: Aus Berlin fließen in diesem Jahr zirka acht Millionen in die Bundesstraßen im Kreisgebiet, die Landesregierung investiert zirka 5,7 Millionen Euro in elf Landesstraßen oder dazugehörige Brücken. Der Main-Kinzig-Kreis nimmt neben den bereits für 2016 eingeplanten Haushaltsmitteln weitere 2,4 Millionen Euro aus einem Haushaltsüberschuss von 2015 in die Hand, um bei insgesamt acht Kreisstraßen die Fahrbahndecken zu sanieren. Größtes Projekt ist die Ortsumgehung von Sinntal-Oberzell, im Herbst 2017 fertig sein soll und für die der Kreis insgesamt 4,2 Millionen Euro zur Verfügung stellt.
Als schwierigstes Projekt in diesem Jahr stufen die Vertreter von Hessen Mobil die Deckenerneuerung auf der B8 zwischen Maintal und Frankfurt ein. Auf derzeit in beide Richtungen zweispurige Fahrbahnen wird eine einspurige Einbahnstraßenregelung in Richtung Frankfurt eingerichtet, wer generell die Stadt Frankfurt über die Hanauer Landstraße in Richtung Heimat verlässt, muss sich somit für die Bauzeit von Juni bis November einen anderen Weg suchen. Keine erheblichen Verkehrseinschränkungen soll es hingegen während der Deckenerneuerung auf der A66 zwischen den Anschlussstellen Bad Orb/Wächtersbach und Bad Soden-Salmünster geben, die von Juli bis Oktober geplant ist. Auf den Weg gebracht wurde auch bereits ein weiteres Millionenprojekt: Im nächsten Jahr soll der Ausbau der Kreisstraße 246 zwischen Nidderau-Heldenbergen und Karben im Wetteraukreis erfolgen, der Main-Kinzig-Kreis beteiligt sich hieran mit 2,8 Millionen Euro.
Baumaßnahmen 2016
Altkreis Gelnhausen
Über einen bislang noch nicht bekannten Zeitraum wird zwischen Juli und November die Ortsdurchfahrt von Biebergemünd-Bieber komplett gesperrt. Grund ist eine Deckenerneuerung der B276 über eine Distanz von 2,8 Kilometern ab Lanzingen, die auf freier Strecke dafür halbseitig gesperrt wird. Zwischen Juni und September sind in Freigericht gleich zwei Vollsperrungen geplant. Grunderneuert wird die L 3202 zwischen dem Ortsteil Somborn und Hof Trages, wobei die Strecke zwischen Rodenbach und Albstadt frei bleibt und im angrenzenden Bayern laut Hessen Mobil in diesem Zeitraum keine Straßenbaumaßnahmen geplant sind. Instand gesetzt wird die Brücke über den Birkigsbach in Altenmittlau, in diesem Bereich (von Bernbach/Niedermittlau kommend) wird die Ortsdurchfahrt gesperrt. Eine neue Fahrbahndecke bekommt die L 3443 zwischen Brachttal-Neuenschmidten und Kefenrod-Hitzkirchen, die dafür notwendige Vollsperrung ist von Mai bis Juli geplant. Saniert wird eine Brücke über die Sotzbach kurz vor der Ortseinfahrt von Brachttal-Hellstein, die L 3443 nach Udenhain wird dafür von Juni bis August komplett gesperrt. Noch keine genauen Termine gibt es für folgende geplante Deckensanierungen, für die ebenfalls Vollsperrungen notwendig sein werden: Kreisstraße 889 „Erkelchaussee“ in Richtung Flörsbachtal-Mosborn (Kosten: 500.000 Euro), K 913 Wächtersbach-Leisenwald in Richtung Brachttal-Streitberg (340.000 Euro), Ortsdurchfahrt Brachttal-Neuenschmidten (100.000 Euro), K 912 Birstein-Mauswinkel in Richtung Wüstwillenroth (700.000 Euro), K 879 Birstein-Oberreichenbach in Richtung Fischborn (260.000 Euro), K 877 Birstein-Oberreichenbach in Richtung Unterreichenbach (150.00 Euro).
Altkreis Schlüchtern
Im Sinntaler Ortsteil Jossa wird von Juli bis August eine Brücke über die Jossa instand gesetzt. Der Verkehr wird auf einer Spur über das 70 Meter lange Bauwerk geführt. Von Oktober bis Dezember 2017 wird die Brücke über die Schmale Sinn im Sinntaler Ortsteil Mottgers ausgebaut und erneuert, den Verkehr will Hessen Mobil über eine örtliche Behelfsumfahrung umleiten. Für eine Grunderneuerung der L3292 zwischen dem Steinauer Stadtteil Hintersteinau und Freiensteinau-Reinhards wird die Verbindung von Mai bis Juli komplett gesperrt. Noch keine genauen Termine gibt es für folgende geplante Deckensanierungen, hierfür sind ebenfalls Vollsperrungen notwendig: Kreisstraße 931 Schlüchtern-Herolz in Richtung Vollmerz (Kosten: 170.000 Euro) und K 932 Schlüchtern-Herolz in Richtung Gundhelm (750.000 Euro).
Altkreis Hanau
Von Juli bis August wird die B 45 zwischen Bruchköbel und dem Stadtteil Roßdorf grunderneuert, die 2,8 Kilometer lange Verbindung wird für diesen Zeitraum komplett gesperrt. Die so genannte „Fahrzeug-Rückhaltesysteme“, Stahlschutzplanken oder Betongleitwände, werden auf der B 45 zwischen Hanau-Nord und Bruchköbel erneuert. Von Mai bis Dezember werden die zwei Fahrspuren in beide Richtungen daher auf jeweils eine reduziert. Eine Stützwand und eine Kirchenmauer werden von Hessen Mobil in den Nidderauer Stadtteilen Windecken und Heldenbergen instand gesetzt, der daran vorbeiführende Verkehr soll davon nicht beeinträchtigt werden. Halbseitig gesperrt wird von Juli bis August die Ortsdurchfahrt von Nidderau-Heldenbergen zwischen Garten- und Saalburgstraße für eine Deckenerneuerung. Ein Gemeinschaftsprojekt von Main-Kinzig-Kreis und Wetteraukreis ist der Ausbau der L 3195 zwischen Hammersbach/Langen-Bergheim und Büdingen-Eckartshausen, das bereits begonnen hat und bis Ende des Jahres beendet sein soll. Die 1,7 Kilometer lange Strecke ist dafür komplett gesperrt. Auf einer Bürgerversammlung wurden die Anwohner von Hinserdorfstraße und Hüttengesäßer Straße in Langenselbold bereits über die von Juli bis Dezember geplante Grunderneuerung der Durchgangsstraße informiert. Hierfür muss das Nadelöhr in Richtung Ronneburg komplett gesperrt werden, über die Verkehrsführung in den knapp sechs Monaten stehen noch Beratungen zwischen Hessen Mobil und der Langenselbolder Stadtverwaltung aus. Noch keinen genauen Termine gibt es für die geplante Deckensanierungen der K 851 von Nidderau-Erbstadt in Richtung Niddatal-Bönstadt. Die Kosten belaufen sich auf 100.00 Euro, auch hierfür wird eine Vollsperrung notwendig sein.
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