Am 24. August feiert der Landschaftspflegeverband Main-Kinzig in Maintal offiziell sein 20-jähriges Bestehen.
Am 24. August feiert der Landschaftspflegeverband Main-Kinzig in Maintal offiziell sein 20-jähriges Bestehen.
„Der Landschaftspflegeverband ist ein Glückfall für den Main-Kinzig-Kreis“, gratuliert Erster Kreisbeigeordneter und Umweltdezernent Dr. André Kavai zum Jubiläum. Der Landschaftspflegeverband stehe für die enge Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Landwirtschaft, behördlichem und dem ehrenamtlichen Umweltschutz. Dem Vorstand gehören Vertreter der Kommunen, der Landwirtschaft, dem Forst und dem Naturschutz an. Bei der jüngsten Vorstandswahl wählten die Mitglieder den Rodenbacher Bürgermeister Klaus Schejna zum Vorsitzenden. Geschäftsführerin und „gute Seele des Vereins“, wie Dr. Kavai betont, ist die Diplom-Biologin Barbara Fiselius.
Der Landschaftspflegeverband engagiert sich im Main-Kinzig-Kreis für den Naturschutz und setzt sich insbesondere für die Erfassung, Erhaltung und die Entwicklung ökologisch wertvoller Flächen im Kreisgebiet ein. „Ziel ist es, eine möglichst vielfältige Tier- und Pflanzenwelt in Absprache mit allen Beteiligten zu schützen, zu erhalten und zu fördern“, erläutert Dr. Kavai. Dabei geht es auch darum, ein geeignetes und möglichst breit vernetztes Biotopverbundsystem zu schaffen, insbesondere durch die Förderung vernetzter Pflege- und Entwicklungsplanungen. „Eine wichtige Rolle spielt außerdem die Öffentlichkeitsarbeit, um für Natur- und Artenschutz sowie Umwelt- und Landschaftspflege ein breit ausgeprägtes Bewusstsein zu schaffen“, unterstreicht der Erste Kreisbeigeordnete.
Die Projekte des Landschaftspflegeverbandes haben sich nach und nach entwickelt. Heute unterstützt der Landschaftspflegeverband in über 160 Einzelprojekten die Weiterentwicklung von Streuobstgebieten im gesamten Kreisgebiet und dem angrenzenden Frankfurter Raum. Dafür initiiert der Landschaftspflegeverband den Aufbau örtlicher Arbeitskreise und begleitet deren Arbeit. „Solche Arbeitskreise existieren derzeit in Maintal, Rodenbach, Nidderau und Gelnhausen“, hebt Dr. Kavai hervor. Ziel ist es, kompetente Ansprechpartner vor Ort zu etablieren, die Bürgerinnen und Bürgern alle Fragen rund um das Streuobst beantworten können. Zudem beteiligt sich der Landschaftspflegeverband intensiv am Aufbau des regionalen Streuobstzentrums MainÄppelHausLohrberg. Im ehemaligen Beratungsgarten Lohrberg in Frankfurt-Seckbach entsteht ein Informationszentrum mit Hofladen und Erlebnisgarten.
Ein weiteres interessantes Projekt ist die Untersuchung des Lebensraumes „Streuobstwiese“. Mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt hat der Landschaftspflegeverband im Zeitraum von 2007 bis 2011 gemeinsam mit dem Institut für Tierökologie und Naturbildung, wie Fledermäuse die Streuobstwiesen der Region als Lebensraum nutzen.
Systematisch gefördert wird zudem der Bestand an alten Obstbaumsorten. In Kooperation mit neun Ausgabestellen, so mit den Städten Steinau und Schlüchtern, Gelnhausen, der Gemeinde Jossgrund, dem Verein für Natur- und Vogelschutz Höchst, den Obst- und Gartenbauvereinen Freigericht-Somborn, Ronneburg und Neuberg, den Arbeitskreisen Streuobst Maintal und Rodenbach sowie dem MainÄppelHaus Lohrberg gezielt günstige hochstämmige Bäume alter Obstsorten ausgegeben. „In den vergangenen drei Jahren wurde auf diese Weise der Bestand der alten Sorten um 3.000 zusätzliche Bäume erweitert“, berichtet Dr. Kavai.
Weitere Projekte sind unter anderem die Ausbildung zum zertifizierten Landschaftsobstbauer oder das Modellprojekt „Heckenpflege“ in Burgjoß, bei dem verwilderte und zugewachsene Flächen gemeinsam mit der Kommune, der Naturlandstiftung und Mitgliedern des ehrenamtlichen Reptilienschutzes gelichtet wurden. „Die Bandbreite der Aufgaben, denen sich der Landschaftspflegeverband widmet, ist beeindruckend“, hebt Dr. Kavai hervor. Nicht nur deswegen hofft der Umweltdezernent, dass der Landschaftspflegeverband auch in den nächsten 20 Jahren weiter so engagiert im Sinne des Naturschutzes tätig ist.
Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de