Woyzeck-Premiere im ausverkauften Lokschuppen

Theater
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Das Hanauer Theater Stückgut feierte am Wochenende vor ausverkauftem Haus unter anhaltendem Applaus und Standing Ovations die Premiere seiner neuen Inszenierung „Woyzeck“ von Georg Büchner.

Woyzeck ist Soldat. Versuchskaninchen. Barbier. Vater. Geliebter. Mensch. Und Woyzeck rennt. Von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz. Von Groschen zu Groschen. Damit er Marie, seine Lebensgefährtin, und seinen Sohn und sich selbst über die Runden bringen kann. Als Marie eine Affäre mit dem Tambourmajor beginnt, nimmt alles seinen Lauf. Was ist Woyzeck am Ende? Diese Frage stellt das Hanauer Theater Stückgut sich und dem Publikum und setzt das Dramenfragment Woyzeck von Georg Büchner unter der Regie von Christian Nabroth eindrucksvoll in Szene. Die Textfassung des aufgeführten Dramenfragmentes ist in einer szenischen Anordnung von Nabroth.

Julian Herget brilliert in der Rolle des von der Gesellschaft gedemütigten und „verhetzten“ Woyzeck. Marie, seine Lebensgefährtin, gespielt von Johanna Nabroth, führt Woyzeck im Bestreben nach gesellschaftlichem Aufstieg gekonnt hinters Licht. Trudel Paech überzeugte spielerisch in der Rolle als Woyzecks Kamerad Andres. Judith Gerner als Frau Doktor und Lothar Hain als Hauptmann treiben ihre Spielchen mit Woyzeck und offenbaren die Dekadenz derer, die sich für die gesellschaftliche Elite halten. Alexander Khrapko überzeugt als charmanter und wortgewaltiger Tambourmajor, der sich nimmt, was er will. Gleich in mehrere Rollen, Großmutter, Nachbarin und Wirtin, schlüpft Marion Liese und schafft mit der Märchenerzählung Gänsehautatmosphäre zu Beginn der Aufführung.

Die technische Umsetzung, Beleuchtung und Effekte, erfolgte durch Sebastian Heil, Veranstaltungstechnik, Hanau-Großauheim. Der Lokschuppen der Museumseisenbahnfreunde stellt sich als perfekter Ort für die Inszenierung heraus. Die Deutungsgeschichte des Stücks teilt sich, vereinfacht gesagt, in zwei Hälften. Nach der einen ist Woyzeck als Kritik an einer inhumanen Gesellschaft zu verstehen, damals wie heute, deren Opfer Büchners Protagonist wird. Nach der anderen handelt das Stück vorrangig von der Tragödie eines Individuums. Zwei Sichtweisen, die sich nicht notwendigerweise widersprechen. Im Gegenteil. Es sind die zwei Seiten einer Münze.

Nicht die Frage nach der Schuld, sondern nach der Schuldfähigkeit, so Hannah Schassner, die das Ensemble bei der Entwicklung des Stückes begleitet hat, steht im Mittelpunkt der Auseinandersetzung. Viel Applaus spendete das Premierenpublikum im Lokschuppen der Museumseisenbahnfreunde für die gelungene und vor allem atmosphärisch dichte und eindringliche Inszenierung.

Die nächsten Aufführungstermine sind am Freitag, den 8. Juli und am Samstag, den 9. Juli, Beginn jeweils 19.30 Uhr und am Sonntag, den 10. Juli, Vorstellungsbeginn um 11.00 Uhr. Spielort: Lokschuppen des Vereins Museumseisenbahn Hanau e.V., Heideäcker 1 in 63457 Hanau. Karten können reserviert werden unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder im Buchladen am Freiheitsplatz im Vorverkauf erworben werden.

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