„Der kaukasische Kreidekreis“, ein Schauspiel nach Bertholt Brecht, gelangt am Dienstag, 11. März, 20 Uhr, in der Stadthalle Gelnhausen zur Aufführung.
„Der kaukasische Kreidekreis“, ein Schauspiel nach Bertholt Brecht, gelangt am Dienstag, 11. März, 20 Uhr, in der Stadthalle Gelnhausen zur Aufführung.
Die Inszenierung des Euro-Studios Landgraf steht unter Regie von Dirk Schröter und Peter Bause. Zu sehen sind unter anderem die Schauspieler Peter Bause, Hellena Büttner, Thomas Martin und Klaus Martin.
Zum Inhalt: Der Sänger Arkadi erzählt, dass nach einem Staatsstreich gegen den Großfürsten der reiche Gouverneur Abaschwili hingerichtet wurde. Seine Frau kann den Wirren der Revolution entkommen, indem sie hastig ihre kostbaren Kleider zusammenpackt und flieht. Ihren kleinen Sohn Michel lässt die selbstsüchtige Frau jedoch im Palast zurück. Die einfache, gutmütige Magd Grusche Vachnadze nimmt sich nach erstem Zögern des Kindes an. Da auf den Nachkommen des verhassten Gouverneurs ein hohes Kopfgeld ausgesetzt ist, flieht sie mit dem Kind in die kaukasischen Berge, wo sie bei ihrem Bruder Unterschlupf findet. Um Michel durch ein „Papier mit Stempel“ zu legitimieren, heiratet Grusche den vermeintlich todkranken Bauern Jussup, obgleich sie schon mit dem Soldaten Simon verlobt ist.
Als die Nachricht über das Kriegsende eintrifft, erweist sich der Sterbenskranke als kerngesund und besteht auf die Erfüllung der ehelichen Pflichten. Zudem kommt die Gouverneurswitwe und fordert ihren Sohn zurück, um ihr Erbe zu sichern. Es kommt zum heftigen Streit zwischen den beiden Frauen und der Fall wird Azdak, dem schlauen, lebensnahen Dorfschreiber vorgetragen. Mit Hilfe eines dem salomonischen Urteil ähnlichen Tricks will der „Armeleuterichter“ die wahre Mutter erkennen: Michel wird in einen Kreidekreis gestellt. Beide Frauen sollen einen Arm greifen und das Kind zu sich ziehen. Grusche lässt zweimal los. Azdak wird somit klar, dass der Magd Michels Wohlergehen wichtiger ist als sein Besitz. Er spricht ihr das Kind zu. Die Glückliche kann schließlich auch ihren Simon heiraten, da Azdak sie von Jussup durch eine Schnellscheidung befreit. Und die Moral der Geschichte resümiert der Sänger Arkadi: „Nehmt zur Kenntnis die Meinung der Alten:/ Daß da gehören soll, was da ist, denen, die für es gut sind, also/ Die Kinder den Mütterlichen, damit sie gedeihen/ […] / Und das Tal den Bewässerern, damit es Frucht bringt.“
Brecht beschäftigte sich mit dem Stoff des Kreidekreises seit Mitte der 1920er Jahre. Nach verschiedenen Prosa-Bearbeitungen im skandinavischen Exil schrieb er die Dramenfassung seines an die chinesische Sage angelehnten Lehrstücks über Recht, Gerechtigkeit und wahren Besitz in Amerika. Die Uraufführung fand 1948 im Carleton College in Northfield / Minnesota statt. „Der kaukasische Kreidekreis gehört neben „Die Dreigroschenoper“, „Leben des Galilei“ und „Mutter Courage und ihre Kinder“ zu seinen bekanntesten Werken.
Karten für diese Aufführung im Rahmen des von der Bank Schilling präsentierten Gelnhäuser Theater-Abos gibt es an der Infothek im Rathaus, im Ticketshop auf www.gelnhausen.de und an der Abendkasse.
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