Unwetter im Kahlgrund: Über 350 Einsatzstellen

Unterfranken

Am Donnerstagmittag zog ein heftiges Unwetter über den Kahlgrund im Landkreis Aschaffenburg. Aufgrund der Regenfälle in den vergangenen Tagen und dem Unwetter wurden in der Folge zahlreiche Straßen und Keller überflutet. Hauptsächlich betroffen waren die Stadt Alzenau, der Markt Mömbris, sowie die Gemeinde Krombach.

Höfler Fenster

Die ersten Feuerwehren wurden gegen 15 Uhr zu vollgelaufenen Kellern und überfluteten Straßen alarmiert. Die Staatsstraße 2305 stand zentimeterhoch unter Wasser und musste zwischen Michelbach und Schimborn gesperrt werden. Die Kahlgrundbahn zwischen Kahl und Schöllkrippen musste ihren Verkehr einstellen, es wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Die Kreisstraße AB 18 zwischen Niedersteinbach und Dörnsteinbach und die Verbindungsstraße zwischen Krombach und Schöllkrippen wurden ebenfalls gesperrt. Einsatzschwerpunkt waren die Mömbriser Ortsteile Brücken, Mensengesäß, Niedersteinbach und Strötzbach sowie die Gemeinde Krombach. Hier schossen die Wasser- und Schlammassen durch die Straßen und Grundstücke. In Krombach löste sich u.a. ein Heizöltank aus seiner Verankerung und Heizöl lief aus. Teilweise stand das Wasser meterhoch in den Kellern. Kurzzeitig fiel dort auch der Strom aus. Der Ortsteil Oberschur war wegen überschwemmter und verschmutzter Fahrbahn nicht zu erreichen. In den betroffenen Straßen wurden die Gebäude mit Sandsäcken gegen weitere Überflutungen geschützt. Weiter wurden Keller und Gebäude mit Pumpen, Tauchpumpen und Wassersaugern von den Wassermassen befreit. Die verschlammten Straßen wurden mit Wasser gesäubert.

Während sich die Lage in Krombach langsam entspannte, mussten die Einsatzkräfte im Markt Mömbris die ganze Nacht durcharbeiten. Weiterer Einsatzschwerpunkt war das erwartete Hochwasser der Kahl. Hier wurde in Blankenbach und im Bereich der Herrnmühle bei Michelbach mit Überflutungen gerechnet. Dazu wurden seit ca. 18.00 Uhr in Großostheim und Alzenau Sandsäcke gefüllt und an die Einsatzstellen gefahren. Dort wurden mehrere Tausend Sandsäcke verbaut. Aus dem Landkreis waren bis auf wenige Einsatzreserven alle Feuerwehren im Einsatz. Sie wurden dabei von der Feuerwehr Aschaffenburg, Feuerwehren aus dem Landkreis Miltenberg und Kräften des Technischen Hilfswerks aus Alzenau und Aschaffenburg unterstützt.

Bis zum Abend waren 650 Einsatzkräfte im betroffenen Gebiet im Einsatz. Es wurden bis dahin über 350 Einsatzstellen abgearbeitet. Die Einsätze wurden von den Abschnittsführungsstellen in Alzenau-Wasserlos, Mömbris und Schöllkrippen aus koordiniert. Die Gesamteinsatzleitung oblag der Kreiseinsatzzentrale im Landratsamt Aschaffenburg. Landrat Dr. Ulrich Reuter verschaffte sich zunächst einen Überblick in der Kreiseinsatzzentrale und anschließend noch vor Ort.


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