Nachdem die Verkehrsunfallzahlen von 1063 (Jahr 2010) auf 1112 (Jahr 2011) wieder leicht anstiegen, zieht die Polizeiinspektion Alzenau rückblickend eine durchwachsene Unfallbilanz für das Jahr 2011. Die im vergangenen Jahr schon recht niedrige Anzahl von Verletzten (223 Personen) konnte nochmals um 7 auf 216 gesenkt werden.
Besonders erfreulich ist, dass sich hier gerade die Zahl der Schwerverletzten positiv entwickelte. Der Rückgang von 46 auf 35 Unfallbeteiligte mit schwerwiegenden Verletzungen bedeutet eine Minderung um 23 Prozent. Dem gegenüber stehen allerdings die drei Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang.
Wesentliche Unfallursachen
Wie schon in den vergangenen Jahren steht auch dieses Jahr wieder die überhöhte Geschwindigkeit an der Spitze der Hauptunfallursachen,
gefolgt von Fehlern beim Überholen, Abbiegen, Wenden und Anfahren sowie Missachtung der Vorfahrt bzw. des Vorranges. Auch wenn das schnelle Fahren bzw. die nicht angepasste Geschwindigkeit eine der Hauptunfallursachen darstellt, gingen die Unfälle um cirka 8 % auf 84 zurück. Dies ist in erster Linie auf die regelmäßig durchgeführten Geschwindigkeitskontrollen, welche die Alzenauer Polizei durchführte, zurückzuführen. Deshalb wird auch im kommenden Jahr 2012 auf die Geschwindigkeitsüberwachung mittels Radar, Lichtschranke und Laser ein deutlicher Schwerpunkt gelegt werden.
Weniger erfreulich zeigt sich die Entwicklung der alkoholbedingten Verkehrsunfälle. So waren 2011 (26 Unfälle) gegenüber 2010 gleich 10 Unfälle mehr zu bearbeiten, bei denen sich die Fahrzeugführer einer Blutprobe unterziehen mussten.
Unfallfluchten
Bei 210 der gemeldeten Unfälle hatten sich die Verursacher unerlaubt von der Unfallstelle entfernt. Dies waren sieben weniger als noch im Vorjahr. Allerdings konnten davon immerhin 81 aufgeklärt werden. Im Gegensatz zum Jahr 2010 eine Steigerung der Aufklärungsquote um knapp 10 Prozent.
Schulwegunfall
Auch im vergangenen Jahr waren wie im Jahr 2010 drei Schulwegunfälle zu beklagen. Dabei wurden 2 Schüler leicht verletzt. Mit schwereren Verletzungen musste ein 14-jähriger Schüler ins Krankenhaus eingeliefert werden. Er überquerte im Bereich einer Bushaltestelle hinter einem mit Schrittgeschwindigkeit fahrenden Fahrzeug unvermittelt die Straße und kollidierte dort mit einem
entgegenkommenden Pkw.
Drei tödliche Verkehrsunfälle
Bei drei Verkehrsunfällen kamen im Jahr 2011 drei Fahrzeugführer ums Leben. Am 14.05.2012 kam in einer Linkskurve zwischen Vormwald und Engländerhaus ein 25-jähriger Motorradfahrer nach rechts von der Fahrbahn ab und verletzte sich dabei so schwer, dass er noch an der Unfallstelle verstarb. Eine 89-jährige Frau wollte am 31.08.2011 mit ihrem motorisierten Krankenfahrstuhl auf der Bundesstraße 8 zwischen Kahl und Hanau nach links in Richtung Großkrotzenburg abbiegen und übersah dabei einen entgegenkommenden Pkw. Durch den Zusammenstoß erlitt sie tödliche Verletzungen.
Ein weiterer Motorradfahrer verunglückte am Abend des 10.09.2011. Der 45-jährige Mann erkannte offensichtlich auf der Staatsstraße 2305 einen Verkehrskreisel zu spät. Er kam während einer Vollbremsung zu Fall und verletzte sich dabei so schwer, dass auch er noch an der Unfallstelle verstarb.
Berauschende Mittel im Straßenverkehr
Noch bevor etwas passierte, also bei den sogenannten „folgenlosen Trunkenheitsfahrten“, wurden 63 Fahrzeuglenker ertappt und aus dem Verkehr gezogen. Diese Zahl blieb im Vergleich zu 2010 unverändert. Zunehmend wird auch immer wieder Drogenmissbrauch im Zusammenhang mit der Teilnahme am Straßenverkehr festgestellt. Zwar hat sich die Zahl der Fahrten unter Drogeneinfluss von 29 im Jahr 2010 auf 27 im Jahr 2011 leicht reduziert, allerdings sind immer noch zu viele Fahrzeugführer trotz Einnahme berauschender Mittel im Straßenverkehr unterwegs.
In diesem Zusammenhang muss in Erinnerung gerufen werden, dass schon geringe Mengen an Alkohol oder anderer berauschender Mittel das Wahrnehmungsvermögen und die Reaktionsfähigkeit merklich herabsetzen – das Unfallrisiko steigt dabei überproportional an. Deshalb sollten sich Fahrzeugführer nach dem Genuss von Alkohol oder sonst berauschender Mittel - unabhängig von gesetzlichen Grenzwerten – grundsätzlich nicht mehr hinter das Steuer setzen.
Gurt und Handy
Noch immer verzichten viele Verkehrsteilnehmer auf den „Lebensretter Nr. 1“, den Sicherheitsgurt. Viele schwere Unfallfolgen ließen sich durch das Anlegen des Gurtes verhindern oder zumindest minimieren. Unterschätzt wird auch die Gefahr, die das Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung während der Fahrt mit sich bringt. Der Griff zum Handy führt immer wieder zu schweren Verkehrsunfällen. Deshalb wird die Polizeiinspektion Alzenau auch auf derartiges Fehlverhalten verstärkt ihr Augenmerk richten. 20. Unterfränkischer Verkehrs- und Sicherheitstag Das Thema Verkehrssicherheit liegt der Polizei in Unterfranken, sehr am Herzen. Deshalb fand am 05.06.2011 eine große Veranstaltung, bei der das Thema Verkehrssicherheit an erster Stelle stand, an der Lindighalle in Karlstein am Main statt.
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