Strahlende Gesichter in der Manege

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Es tummelt sich ein buntes Völkchen inmitten der Manege des „Zirkus Pestalozzi“. Wilde Raubkatzen springen todesmutig durch brennende Reifen.

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Waghalsige Akrobaten schlagen einen Purzelbaum nach dem anderen und werfen Ringe hoch in die Luft. Tollpatschige Clowns purzeln schon beim kleinsten „Hatschi“ von der Bank. Starke Muskelmänner zerquetschen mit bloßen Händen Kartoffeln wie Wattebällchen – nur der Leiter der Pestalozzi-Grundschule Hanau, Karlfred Hofmann, scheitert zu seinem eigenen Erstaunen kläglich an dieser Aufgabe. Mit einer rundum gelungenen Mischung aus Musik, Tanz, Akrobatik und Schauspiel führten jetzt über 220 Kinder der Pestalozzischule in Zusammenarbeit mit der Paul-Hindemith-Musikschule Hanau (PHM) das mitreißende Musical „Was für ein Zirkus!“ erstmals komplett in Eigenregie auf. Die jungen Bühnenakteure durften sich dabei gleich zweimal über eine proppenvolle Halle freuen, wurde das Stück einmal für Familien aufgeführt und gab es eine Sonder-Vorstellung für die vier Kitas im Schulbezirk, der Kita Sandeldamm, Alice-Salomon, Mariae Namen evangelische Marienkirche und Luthers Apfelbaum aus Bruchköbel.

Unter der Regie von Konrektorin Stefanie Lipke und der Grundschullehrerin Sonja Oder entstand so ein sehr ansehnliches und kurzweiliges Musical, das sich thematisch rund um das gesamte Thema Zirkus mit all seinen Facetten dreht. Drei Katzen, drei Schafe und drei Zauber-Hasen schließen sich einem vorbeifahrenden Zirkus an. Dort erleben sie in der Manege viele spannende Abenteuer. Am Ende beschließt die muntere Tiertruppe, dem Zirkus doch treu bleiben zu wollen.

Alles „live“ und ohne doppelten Boden: Als sehr stimmgewaltig präsentiert sich einmal der Pestalozzi-Jahrgangschor, bestehend aus den Jahrgangschören der Klassen zwei, drei und vier (Leitung: Sonja Oder und Knut Koschmieder). Dass eine Grundschule eine eigene Band auf die Beine stellen kann, ist zudem sehr bewundernswert. So baut die achtköpfige Pestalozzischul-Band (Leitung: Jörn Pick, PHM) ein sicheres musikalisches Fundament und erweist sich als ein souveräner Begleiter des Chores. Alleine schon in dieser Hinsicht macht die Pestalozzischule in Synergie mit der PHM ihrem Titel „musikalische Grundschule“ alle Ehre.

Freilich lebt ein Musical aber nicht nur von Musik, sondern möglichst auch von einer spannenden und unterhaltsamen Handlung. So sind die Kinder der Theater-AG (Leitung: Irmi Pick), die größtenteils die Tiere zu verkörpern hatten, mit viel Spiel- und Wortwitz auf der Bühne präsent. Mit eingebunden in das Stück sind einzelne Klassengruppen, die unter Anleitung ihrer jeweiligen AG-Leiterinnen oder Klassenlehrerinnen dann entweder als Akrobaten, Artisten, Showtänzer, Clowns oder Jongleure zu erleben sind. Eine sehr ausgewogene Melange, die insbesondere dem zweiten Teil der Aufführung viel Würze gibt, werden hier die Publikumsaugen immer wieder mit perfekt ausgeführten Turn-Figuren und quirligen Tanz-Choreographien verwöhnt. Da kann man stellenweise richtige Theater-Leidenschaft spüren.

Wer am Ende im donnernden Schlussapplaus in die strahlenden und zu Recht stolzen Gesichter der ganzen Bühnen-Kinderschar schaut, kann die Botschaft der Pestalozzischule und der PHM mitnehmen, hier neben der Stärkung des Selbstbewusstseins der Kinder vor allem die Gemeinschaftsarbeit, die am Ende zu großartigen und begeisternden Leistungen führt, im Fokus zu haben. Bedenkt man zudem, dass sich der größte Teil der Schülerschaft aus Migrantenkindern rekrutiert, die in diesem Musical vielleicht das erste Mal in ihrem Leben mit der Verbindung von Musik, Tanz und Theater in Berührung kommen, so muss man auch von einer gelungenen Integrationsarbeit sprechen, die hier sozusagen noch nebenbei geleistet wird. „Wir sehen unsere Arbeit auch als einen kleinen Beitrag zu einem besseren und toleranteren gesellschaftlichen Klima in dieser Stadt. Um diese Ziele jetzt und auch künftig umsetzen zu können, sind wir weiter auf Unterstützung von außen – auch seitens der Stadt Hanau – angewiesen. Sehr dankbar sind wir daher auch für die großzügig gewährte Hilfe der Stiftung der Sparkasse Hanau“, freuen sich die beiden Schulleiter, Karlfred Hofmann und Jörn Pick.

Am Dienstag und Mittwoch, 4. und 5. Juni, jeweils 18 Uhr, führen die PHM und die Tümpelgartenschule Hanau im Nachbarschaftshaus Tümpelgarten gemeinsam das Kindermusical „Kunterbunt“ auf, mit Orchester, Chor, Tanz und Theater. Karten gibt es im Büro der Tümpelgartenschule.

Foto: Turn-Akrobatik vom Feinsten, garniert mit einem Lächeln: Die Hebefiguren der Akrobatik-Gruppe bringt nicht nur die Zuschauer zum Staunen, sondern auch den im Hintergrund sitzenden Pestalozzi-Schulchor.

Foto: Vorsicht, wilde Raubkatzen: Auch mutige Dompteure mit fauchenden Tigern, die nur mit ausgefahrenen Krallen durch die Reifen springen, sind im Zirkusrund zu erleben.

Foto: Ungläubiges Staunen: Was den Kraftzwergen spielend gelingt, eine Kartoffel mit bloßen Händen zu zerquetschen, will dem Pestalozzischulleiter Karlfred Hofmann trotz größter Anstrengung nicht gelingen. Er mag’s gar nicht glauben...

Fotos: PHM

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