Grundlagen für Kultivierung des Spessarts

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Die wechselhafte Geschichte nach Karl dem Großen bis zu Otto dem III (750–1000) und ihre Auswirkungen auf den Spessart untersuchte Dr. Gerrit Himmelsbach vom Archäologischen Spessartprojekt (ASP) an der Volkshochschule der Bildungspartner Main-Kinzig GmbH in seinem jüngsten Online-Vortrag in der Reihe „Spessart – Geschichte einer Kulturlandschaft“.

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Nach Himmelsbach war die Epoche des Früh- und Hochmittelalters „die große Zeit der Klöster und Stifte, die unter den Karolingern und Ottonen den Spessart in die erste große Kultivierungswelle einbezog“. Dazu gehörten die großen Namen Fulda, Neustadt am Main, Seligenstadt, Schlüchtern, Holzkirchen sowie St. Peter und Alexander in Aschaffenburg. Hier seien die Grundlagen für die ersten Siedlungen am und im Spessart gelegt worden.

Bis in den Hochspessart reichten die schriftlichen Zeugnisse noch nicht, aber die Nutzung des Waldes stünden historisch außer Frage. „Gegen Ende des behandelten Zeitraums war der Spessart aufgeteilt, wenn auch mit Grenzen, deren Verläufe nicht immer sicher zu bestimmen sind“, so Himmelsbach weiter. Um die Jahrtausendwende hätten die Erzbischöfe von Mainz und die Fürstbischöfe von Würzburg die Klöster in Besitz genommen; allerdings mit Ausnahme von Fulda. Damit hätte die Erschließung des Spessarts beginnen können. Die von Himmelsbach beschriebene Zeit ist geprägt von der Herausbildung neuer politischer und kirchlicher Strukturen nach der Spaltung des fränkischen Reiches mit dem Tod Karls des Großen. Im ottonisch-salischen Reichskirchensystem am Ende der betrachteten Epoche gehörte der mittlere Bereich des Spessarts zum Erzstift Mainz mit Hauptsitz Stift St. Peter und Alexander.

Quer durch den Spessart verläuft eine Sprachgrenze etwa auf der Linie zwischen Obernburg und Schwarzenfels. Westlich wurde rheinfränkisch gesprochen, östlich mainfränkisch, so Himmelsbach weiter. Die Zeit sei geprägt von Kloster- und Pfarreigründungen. Im hessischen Teil entstanden unter anderem die Mauritiuskapelle in Bieber, die Klöster in Fulda, Schlüchtern und Seligenstadt sowie die Pfarrei Lohrhaupten. Politische gehörte der hessische Spessart zum „Wildbann“ Fulda mit Ausnahme der Pfarrei Lohrhaupten, die sich auf Aschaffenburger Gebiet befand. Zur ökonomischen Entwicklung des Spessart habe die karolingische Königstraße zwischen Mainz und Salz beigetragen.

Wildbänne waren ursprünglich nicht auf Wald beschränkt. Vor dem 9. Jahrhundert n.Chr. wurden die königlichen Wälder als „forestes (Plural)“ bezeichnet. Dies war ein rechtlich gekennzeichneter Nutzungsbezirk des Königs. Im ausgehenden 6. Jahrhundert begannen die fränkischen Könige, später auch Herzöge und andere Große des Reiches damit, ausgedehnte Wälder der Allgemeinheit zu entziehen. Die Nutzungsrecht beinhaltete die Nutzung von Waldprodukten, Jagd, Fischfang und Rodung. Ab dem 8. Jahrhundert n.Chr. übernahmen auch Kirche und Adel solche „forestes“ vom König.

Foto: Mauritiuskapelle Bieber.


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