Mithilfe der Kampagne „Für eine faire Finanzierung“ und verschiedenen Aktion haben die hessischen Krankenhäuser in den vergangenen Monaten sehr deutlich aufgezeigt, wie kritisch die finanzielle Situation für so manche Klinik tatsächlich ist.
Seit kurzem gibt es nun eine Idee, wie dem begegnet werden soll: Sozialminister Stefan Grüttner präsentierte ein Konzept zum Erhalt der kommunalen Kliniken mithilfe einer Krankenhausholding und dem Zusammenschluss verschiedener Krankenhäuser. Erster Kreisbeigeordneter und Aufsichtsratsvorsitzender der Main-Kinzig-Kliniken, Dr. André Kavai, steht den Überlegungen verhalten gegenüber: „Alles, was unseren Krankenhäuser wirklich hilft und nützt, ist gut. Und gerade bei diesem Thema müssen wir nach ganz neuen Ansätzen und Ideen suchen. Deshalb unterstützen wir zunächst jeden Prozess, der neue Perspektiven zulässt.“ Gern nehme man die Vorschläge des hessischen Sozialministeriums im Main-Kinzig-Kreis zum Anlass, die Inhalte genau zu überprüfen.
Dennoch, betont Dr. Kavai, löse eine Strukturveränderung nicht das grundsätzliche Problem einer für die Kliniken nachteiligen Finanzierungssituation. Die Bundespolitik müsse auch trotz der Umsetzung eines neuen Strukturkonzeptes für eine faire Finanzierung für Krankenhäuser sorgen. „Steigende Patientenzahlen und Leistungszuwächse sind die Folge der demografischen und medizinischen Entwicklung. Hierfür können die Kliniken nicht allein in die Verantwortung genommen werden. Unsere Krankenhaus-Mitarbeiter leisten schon heute Enormes, das muss auf Bundesebene endlich honoriert werden“, erklärte Dr. Kavai. Es dürfe nicht sein, dass die Preise für Waren, Dienstleistungen und Personaleinsatz, die die Krankenhäuser bezahlen müssen, steigen, der sich daraus ableitender Kostenindex dann aber auf dem Verhandlungsweg wieder abgesenkt wird.
Darüber hinaus besteht nach Dr. Kavais Ansicht ein zweites generelles Problem: Die Investitionsmittel durch das Land Hessen seien äußerst unzureichend. „Wenn wir auch weiterhin die Sicherstellung einer umfassenden stationären Versorgung gewährleisten wollen, was als wichtiger Teil der Daseinsvorsorge eine bedeutende Aufgabe der Landkreise ist und bleiben soll, muss das Land seine Mittel deutlich erhöhen“, erklärte der Krankenhausdezernent.
Doch nun wolle man sich zunächst an der Detailarbeit zu den konzeptionellen Überlegungen einer Krankenhausholding beteiligen: „Welche Vorteile eine solche Strukturveränderung für ein Krankenhaus tatsächlich mit sich bringt, können wir für die Main-Kinzig-Kliniken in Gelnhausen und Schlüchtern ohne Zeitdruck ermitteln. Manche Krankenhäuser müssen sich sicherlich etwas schneller entscheiden; wir werden die Entwicklungen in Ruhe beobachten und mit dem Land in Kontakt bleiben.“
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