Unternehmen im MKK: Startklar für die Digitalisierung?

Unternehmen

Die digitale Transformation ist in vollem Gange. Das Problem: Auch viele kleine und mittlere Unternehmen aus dem Main-Kinzig-Kreis haben ihren Einstieg in die neue Technik bislang entweder nicht geschafft oder drohen, ihn wegen Zeitmangel vollends zu verpassen. Wo finden diese Unternehmen Orientierung? Wer kann ihnen helfen, auf den angefahrenen Zug mit Richtung Big Data noch rechtzeitig aufzuspringen? Müssen die ersten Schritte zu mehr Digitalisierung im Unternehmen schwer fallen?

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Kinzigtal.digital, die erste regionale Konferenz im Main Kinzig Kreis im Zeichen der Digitalisierung, zeigte am 26. April in Vorträgen und Workshops viele Beispiele, wie Unternehmen mit kleinen Schritten in Richtung Industrie 4.0 erfolgreicher werden können. Auf der Konferenz im Main-Kinzig-Forum in Gelnhausen informierten Spezialisten und Berater zu Zielen, Prozessen und Werkzeugen. Sie gaben auch Ausblicke auf neue Technologien und berieten zu Sicherheitsfragen.

Hoher Praxisbezug in den Workshops

Vanessa Weber, junge Unternehmerin und Geschäftsführerin der „Werkzeug Weber GmbH“ aus Aschaffenburg, skizzierte in ihrem Impulsbeitrag die hohe Bedeutung des Themas. Noch als Auszubildende musste sie das elterliche Unternehmen übernehmen – anfangs eine riesige Herausforderung. Heute wächst das Unternehmen dank verstärkter Digitalisierung. Im Interview mit Moderatorin Claudia Baumer aus Darmstadt, Vorstandsmitglied im Verein IT for Work e.V., verriet Weber ihr Erfolgsrezept: „Durch den Schritt, auch über einen Online-Shop zu verkaufen, sind wir deutlich gewachsen. Das spornte an, auch weitere Geschäftsprozesse zu digitalisieren.“ Mittlerweile bietet Weber auch digitale Services wie das 3D-Drucken, eine digitalisierte Werkzeugbox für Mietwerkzeuge oder eine automatische Abholbox für bestellte Materialien außerhalb der Geschäftszeiten an.

Referent Erik Dachselt, Geschäftsführer der Agentur Mainblick Marketing & Mediengestaltung in Hanau, beleuchtete, was in einem kleinen oder mittleren Unternehmen passiert, wenn es ein digitales Projekt angeht. Neben den Herausforderungen und Treibern umriss Dachselt auch die Frage, warum eine digitale Strategie für das Marketing unverzichtbar ist. Seine strukturierten Hinweise sind hilfreich, um Projekte effizient und zielorientiert umsetzen zu können. Dachselt riet dazu, mit kleinen, überschaubaren Projekten zu starten.

Andrzej Korzec, Geschäftsführer der Pixelstein GmbH und Co. KG mit Sitz in Langenselbold, blickte in die nahe Zukunft der Kommunikation. Neben Telefon und E-Mail werden heute auch verstärkt Dienste wie WhatsApp oder Skype von den Unternehmen genutzt, um mit Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern in Kontakt zu bleiben. Für datenintensive Projekte empfahl Korzec die neuen, internetbasierten Collaborationsplattformen sowie den Einsatz von Datenbrillen: Via Virtual Reality, Mixed Reality und Holoportation sehen Kunden und Verkäufer live das Gleiche und können dann besser entscheiden – gestern klang das noch nach Science Fiction.

Die Herausforderung Einkauf und Digitalisierung umriss Walter Nix, Geschäftsführer der Nix und Partner GmbH aus Gelnhausen. Nix zeigte am Beispiel der Baubranche, wie sich der Einkauf seit 1985 schrittweise digitalisiert. Mit Hilfe des digitalen Software-Assistenten von heute lassen sich Produktdaten und menschliches Fachwissen so koppeln, dass der Software-Assistent nicht nur Ausschreibungen und Angebote formulieren, sondern auch das Material und den Aufwand ermitteln kann – einschließlich Beobachtung des Wettbewerbs.

Geschäftsführer Sebastian Fritzsche von Pixelstein befasste sich mit dem digitalen Vertrieb. Er räumte mit dem Irrtum auf, dass „digitaler Vertrieb identisch ist mit dem Vertrieb im Internet“. Vielmehr gehe es darum, den eigenen Vertriebsprozess zu analysieren, um die richtigen Werkzeuge in der richtigen Kombination einzusetzen. Über ein Systemdiagramm lassen sich alle Komponenten und Werkzeuge sowie Schnittstellen abbilden und in Echtzeit nutzen. Möglich sind nicht nur digitale Messeberichte in Echtzeit, sondern auch Verkaufsgespräche mit virtueller Mixed Reality.

Andreas Janka, Geschäftsführer der mp group GmbH mit Sitz in Hanau erklärte, wie sich analoge Geschäftsprozesse erfolgreich digitalisieren lassen. So gehören heute in den „inlingua-Sprachschulen“ deutschlandweit Excel-Listen, Papierformulare, häufige Routineabläufe, doppelte Datenerfassungen und Medienbrüche der Vergangenheit an. Janka betonte, dass die sorgfältige Analyse des analogen Prozesses bei seiner Digitalisierung entscheidend ist. Nur wer einen guten analogen Prozess digitalisiert, erhält einen guten digitalen Prozess.

Monika Weitz, Geschäftsführerin von Unternehmensbaum ® aus Rodgau machte deutlich, dass jede erfolgreiche Digitalisierung nur auf den Grundsätzen zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff fußen muss. Die strenge Dokumentationsanforderung hilft nicht nur dem Finanzamt, sie nutzt auch den Unternehmen, weil zum Beispiel Arbeitsanweisungen klar formuliert werden.

Mirco Melega, Geschäftsführer effective HR solutions aus Maintal, referierte zum Personalwesen. Es verwies darauf, dass digitalisierte Prozesse wie Personalmarketing, -auswahl, -entwicklung und -führung hohen Datenschutzanforderungen unterliegen. Melega unterstrich, dass die vielfältigen Wechselwirkungen von digitalen Transformationen sowohl die Mitarbeiterbindung als auch die Produktivität stärken können, dass aber bei Fehlern im Prozess auch die Mitarbeitermotivation Schaden nehmen könne. Er riet dazu, die Mitarbeiter in die Veränderungsprozesse zeitlich abgestuft mit einzubinden und zu schulen.

Thomas Wendt, Geschäftsführer der Hanauer TWN Beratungsgesellschaft mbH, berichtete zur sicheren IT-Infrastruktur und zu Unternehmensanwendungen in der Cloud. Unabhängig davon, wo die Server und Datenspeicher eines Unternehmens physisch stehen, müssen sie hohe Leistung, Ausfallschutz und Kompatibilität bieten, um den Nutzern optimale Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen. Dabei ist es längst nicht mehr wichtig, ob mit mobilen oder stationären Endgeräten auf die Unternehmensdaten zugegriffen wird: Hohe Sicherheitseinrichtungen zum Schutz von Informationen und Datenschutz sind obligatorisch.

Rege nutzten die rund 80 Teilnehmer die Workshops, die von den Referenten geleitet wurden. Abschließend informierte Armin Domesle, Projektleiter Beratung beim RKW Hessen, darüber, wo Unternehmen staatliche Fördergelder für die digitale Transformation erhalten können. Mehr Informationen zum Kongress sind online unter www.kinzigtal.digital zu finden.

Foto: Die Fachkonferenz Kinzigtal.digital bot gute Impulsvorträge und informative Workshops.
Foto: Die Referenten kamen alle aus einem Umkreis von 30 km. Nachweis Mainblick
Foto: Kinzigtal.digital wurde vom Main-Kinzig-Kreis, dem Verein „IT FOR WORK“ und der IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern organisiert. Nachweis IHK


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