VKU Hessen: Leistungsfähiger Breitbandausbau gefährdet

Unternehmen

Die Landesgruppe Hessen des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) hat heute das Positionspapier „Breitband in Hessen“ veröffentlicht.

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Der Vorsitzende der VKULandesgruppe Hessen, Ralf Schodlok erläutert: „Wir möchten mit dem Positionspapier einen Diskussionsbeitrag für die Schaffung einer leistungsfähigen Telekommunikationsinfrastruktur in Hessen und in Deutschland leisten. Zukunftsfähige Breitbandnetze sind in einem Hochtechnologieland wie Deutschland Teil der Daseinsvorsorge.“

Bereits heute beschäftigt die Politik und die Öffentlichkeit das Problem der nicht ausreichenden Übertragungsgeschwindigkeit der Netze im ländlichen Raum. „In naher Zukunft wird das Problem auch vor den Stadtgrenzen nicht Halt machen, weil herkömmliche Kupfer- und Koaxialnetze sowie ausschließlich mobile Datenübertragung dem zukünftigen Bedarf nicht gerecht werden“, so Schodlok. „Die politische Herausforderung bestehe darin, bundesweit eine neue, flächendeckende Glasfaserinfrastruktur auf den Weg zu bringen, die dem Bedarf der nächsten Jahrzehnte gewachsen ist. Die bisherigen politischen Aktivitäten gehen in die richtige Richtung. Es besteht aber Optimierungsbedarf, um eine digitale Spaltung zu überwinden und eine zukunftsfähige Glasfaserinfrastruktur zu schaffen“, sagt Schodlok und bemängelt, dass „Deutschland bisher europaweit sogar eines der Schlusslichter beim Glasfaserausbau ist“.

Die Kosten eines bundesweiten Glasfaserausbaus werden auf rund 80 Milliarden Euro (WIK Wissenschaftliches Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste GmbH) geschätzt. „Sofern nicht Förderprogramme in zweistelliger Milliardenhöhe aufgelegt werden sollen, sind sowohl erhebliche Änderungen der Rahmenbedingungen als auch neue Akteure gefragt, damit notwendig Investitionen in den Glasfaserausbau erfolgen“, verdeutlicht Schodlok. „Als neue Akteure, ohne deren Engagement die Aufgabe eines leistungsfähigen Breitbandausbaus nicht zu leisten sein wird, kommen kommunale Unternehmen in Betracht. Weit über 100 Stadtwerke sind deutschlandweit bereits beim Glasfaserausbau aktiv.“

Neben erheblichen Synergien beim Netzbau bietet der -betrieb ein erhebliches Synergiepotenzial für kommunale Unternehmen. „Ohne leistungsfähige echtzeitfähige Telekommunikationsnetze wird die Energiewende nicht gelingen“ erklärt der hessische Landesgruppenvorsitzende. „Die hessischen kommunalen Unternehmen sind bereit, einen nicht unbedeutenden Beitrag für zukunftsfähige Datenautobahnen zu schaffen, die dem Bedarf der nächsten Jahrzehnte gerecht werden – sofern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen.“

Das Positionspapier „Breitbandausbau in Hessen“ ist im Mitgliederarbeitskreis Breitband der VKU-Landesgruppe Hessen erarbeitet worden. Vorsitzender des Arbeitskreises ist Herr Stefan Koch (Stadtwerke Marburg GmbH). Die VKU-Landesgruppe Hessen hat ihre Geschäftsstelle in Wiesbaden und vertritt 131 kommunalwirtschaftliche Mitgliedsunternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft und Breitbandtelekommunikation. Mit rund 20.000 Beschäftigten wurden 2010 Umsatzerlöse von rund 10,5 Milliarden Euro erwirtschaftet und etwa 760 Millionen Euro investiert.


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