„Blusenkontor“ fertigt faire Bekleidung

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"Es ist gut, dass immer mehr Menschen über nachhaltigen Konsum nachdenken", findet Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) und fügt hinzu: "Sie verabschieden sich beispielsweise vom Kauf billiger, unter indiskutablen Bedingungen produzierten und wegen darin steckender Chemikalien ungesunder Kleidungsstücke."

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Mit dem jungen Unternehmen "Blusenkontor" betreibt Geschäftsführer Markus Reutzel in der Klein-Auheimer Siemensstraße 5 eine "Alternative mit auf den ersten Blick nicht preisgünstiger, aber dafür wertiger und langlebiger Ware", so Kaminskys Einschätzung. Er besuchte das Unternehmen zusammen mit Anja Zeller, Leiterin der städtischen Stabsstelle Nachhaltige Strategien, die sich über einen "weiteren Akteur nachhaltiger, fairer Wirtschaftsweise aus der Region für die Region" freut. Schließlich habe sich Hanau auf den Weg gemacht, Fairtrade-Stadt zu werden.

Geschäftsführer Reutzel berichtete, dass seit der Gründung des "Blusenkontors" vor vier Jahren die Zahl der Kundinnen vor allem für Blusen, aber auch Röcke, Schals und Accessoires aus seinem Sortiment ständig wachse. Vor allem auf Gartenfesten ist das Unternehmen bundesweit vertreten und verkauft dort direkt. Darüber hinaus spreche sich unter interessierten Kundinnen immer mehr herum, dass nach Terminvereinbarung jederzeit Anproben in der Siemensstraße möglich sind.

Einen Internet-Shop lehnt Reutzel ab, weil Verpackungs- und Versandaufwand ebenso wie das Handhaben beschädigter Retourenware dem ökologischen Anspruch von "Blusenkontor" widersprächen. Nachhaltig produziert das Unternehmen, indem es die Kleidungsstücke von zwei fair bezahlten Schneiderinnen im Spessart nähen lasse, bei größeren Chargen übernehme das eine Firma in Mömbris. Das sei auch eine Frage der Produktqualität, die sich bei Näherinnen im Ausland nicht erzielen lasse, verdeutlicht der Geschäftsführer. Er vergleicht: für Discounter hergestellte Blusen verfügen kaum über Abnäher im vorderen und hinteren Blusenbereich, die in Klein-Auheim vertriebenen Blusen dagegen haben diverse Abnäher und garantieren dadurch die perfekte Passform. Das rührt auch von einem individuellen Schnitt her – fernab des üblichen europäischen Standardschnitts für Handelsketten. Die Modelle gehen auf die Entwürfe einer Designerin aus Darmstadt zurück, die viele Stunden für die Entwicklung brauche. Auch deswegen sei die Produktion teurer als die herkömmliche.

Die Stoffe stellt eine Weberei in Vorarlberg her, die Bio-Baumwolle dafür stammt aus Ägypten. Reutzel kauft stets nur eine bestimmte Menge, Abfall entstehe dabei kaum. Ist diese Charge aufgebraucht, gibt es wieder neue Stoffe und Farben. Saisonkollektionen umgeht man damit und es entsteht keine Massenware. Stoff für Röcke hat er teils beim Stoffmarkt auf dem Hanauer Marktplatz entdeckt und bezieht ihn aus den Niederlanden oder sie kommen in den meisten Fällen aus England oder Frankreich.

Reutzel ist übrigens ebenso wie seine Frau von Haus aus Banker. Das spielt insofern eine Rolle, als die Steinheimerin eines Tages so unzufrieden mit ihrer Dienstbluse war, dass sie eine befreundete Schneidermeisterin um Hilfe bat. So entstand die Unternehmensidee, der er sich dann ganz verschrieben hat. OB Kaminsky ist "erfreut, dass wir in unseren Mauern so kreative Geschäftsleute haben". Und er hofft, dass Reutzel "irgendwann vielleicht auch in die Hemdenproduktion einsteigt".

Foto: Geschäftsführer Markus Reutzel präsentiert Anka Zeller und OB Kaminsky (links) die Kollektion von "Blusenkontor".

Foto: Stadt Hanau

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