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Die Innung für Elektro- und Informationstechnik Main-Kinzig feiert in diesen Tagen ihr 100-jähriges Bestehen.

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Am Mittwoch, 18. September, begehen die Elektriker ihr Jubiläum mit einer Akademischen Feier in Wilhelmsbad.

Unter den Handwerksinnungen zählen die Energiefachleute mit 100 Jahren noch zu den Jungspunden. Kein Wunder, entwickelte sich ihr Berufsstand doch erst mit der Mitte des 19. Jahrhunderts, als es erstmals gelang, Strom auch in die Ferne zu übertragen. In Hanau wurde kurz vor der Jahrhundertwende das erste Elektrizitätswerk gebaut, das die Brüder-Grimm-Stadt mit Strom und die Handwerker mit Arbeit versorgte. In den 20er Jahren wurde die Energie per Überlandleitungen auch in die Dörfer gebracht, was das Entstehen neuer Betriebe zusätzlich forcierte.

Zu diesem Zeitpunkt waren die Elektriker in der Region schon organisiert. Bereits 1902 hatte Georg Montanes in Frankfurt die Vereinigten Elektrotechnischen Installationsfirmen (VEI) gegründet. Die Zahl der Mitglieder wuchs damals jedoch so rasant, dass die Organisation in Ortsgruppen unterteilt wurde. So entstand 1919 die Ortsgruppe Hanau, die 1933 in die Elektro-Innung Hanau Stadt und Land sowie die Kreise Gelnhausen und Schüchtern überführt wurde. Nicht auf politischen Druck, wie man meinen könnte. Die Pläne habe es bereits vor der Machtübernahme der Nazis gegeben, schreibt Walter Ebert, der heutige Obermeister der Innung, in seiner Chronik.

Als erster Obermeister der Innung ging der Bruchköbeler Philipp Viehmann in die Geschichte ein. Damals mussten alle Elektrobetriebe der Innung angehören. Dies änderte sich erst nach dem Krieg, als die Elektriker sich in der Stunde Null unter Karl Ebert neu formierten. Fortan war die Mitgliedschaft freiwillig, die Innung bekam durch die Handwerksordnung demokratische Strukturen und wählte von da an alle drei Jahre ihren Vorstand neu. Heutzutage befindet sich die Elektro-Innung unter dem Dach der Kreishandwerkerschaft Hanau, die seit vielen Jahren die Geschäftsstelle für den Berufsverband der Elektriker betreibt. Geführt wird die Innung seit nunmehr 20 Jahren von Walter Ebert, dem Innungsobermeister.

Als eine der wichtigsten Aufgaben sieht die Innung die Berufsbildung. Neben der Organisation und Durchführung der Gesellenprüfungen durch den Prüfungsausschuss werden spezielle Prüfungsvorbereitungskurse für die Auszubildenden angeboten. Die Ausbildung liegt der Innung auch deshalb besonders am Herzen, weil auch das Elektro-Handwerk wie alle anderen Gewerke unter Fachkräftemangel leidet. Mit vielen Aktionen versuchen Obermeister Ebert, sein Stellvertreter Manfred Köhler sowie das neunköpfige Vorstandsteam gegen den Nachwuchsmangel anzugehen und den Betrieben bei der Suche und auch bei der Ausbildung von Lehrlingen behilflich zu sein. Jedes Jahr veranstaltet die Innung auf der Ronneburg eine Freisprechungsfeier, an der Vertreter aus Politik und Gesellschaft teilnehmen. Die Innung steht zudem in engem Kontakt mit den beiden für den Kreis zuständigen Berufsschulen. Die Zusammenarbeit mit den beiden Bildungseinrichtungen sei hervorragend, so Ebert.

Erstmals hat die Innung in diesem Jahr einen Einführungstag für die Lehrlinge im Elektrohandwerk veranstaltet. Unter anderem bekam der Nachwuchs zum eigenen Schutz eine Unterweisung in Sicherheitsmaßnahmen und lernte, wie man sich beim Kunden korrekt verhält. „Sinn der Maßnahme ist es, den Betrieben ein wenig unter die Arme zu greifen“, so Ebert. Das Modell hatte innerhalb der Kreishandwerkerschaft Pilotcharakter und soll in Zukunft auch in anderen Gewerken eingeführt werden. Aber auch bereits „fertige“ Elektriker bekommen stets Unterstützung und können sich unter dem Dach der KH und dem angegliederten Berufs- und Technologiezentrum (BTZ) weiterbilden. Die Innung bietet über das Jahr verteilt diverse Seminare zu technischen Themen an. So findet beispielsweise jetzt eine Schulung zum Fachbetrieb für E-Mobilität statt. In kaum einer anderen Branche wachsen die technologischen Herausforderungen so rasant. Im Zeitalter von Smart-Homes werden Elektriker immer mehr zu IT-Experten. „Am Markt bestehen können nur die Betriebe, die sich diesen Herausforderungen stellen und ihre Mitarbeiter stetig weiterbilden“, so der Obermeister.

Die Innung zählt aktuell 158 Mitglieder, wenn man Gastmitglieder aus der Industrie, Wirtschaft sowie Energieversorger mitzählt. Hohe Ansprüche gelten bei den Elektrikern jedoch nicht nur, was das Handwerk betrifft. Auch der gesellige Teil kommt bei den Energieexperten nicht zu kurz. Sie treffen sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch am Stammtisch. Und am 4. Oktober brechen die Mitglieder der Innung anlässlich ihres runden Geburtstages zu einer viertägigen Jubiläumsfahrt nach Hamburg auf.

www.elektroinnung-mkk.de

Foto: Der Vorstand der Innung für Elektro- und Informationstechnik Main-Kinzig (von links nach rechts): Dieter Melk, Sinntal, Geschäftsführer Axel Hilfenhaus, Andreas Wagner, Nidderau, Martin Centner, Hanau, Obermeister Walter Ebert, Hanau, stv. Obermeister Manfred Köhler, Ronneburg, Timo Wernz, Erlensee, Markus Gerth, Hanau, Christian Seib, Hanau, Stephan Schmidt, Bruchköbel, Mike Lorenz, Gründau und Wolfgang Buck, Bad Soden-Salmünster.

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