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Im Unverpackt-Laden „Mittendrin“ in der Bahnhofstraße 17 in Gelnhausen füllen sich Kunden ihre Lebensmittel sowie Wasch- und Reinigungssubstanzen selbst ab. Das Konzept des Ladens, der in diesem Monat seinen ersten Geburtstag feiert, kommt offenbar gut an.

Das bestätigt auch Abteilungsleiterin Anke Ebenbeck: „Den Leuten gefällt der Gedanke, etwas für die Umwelt zu tun und gleichzeitig einen sozialen Zweck zu unterstützen.“ Durch den Kauf loser Lebensmittel werde eine Menge Plastikmüll gespart und gleichzeitig biete der Laden interessante Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Das BWMK (Behinderten-Werk Main-Kinzig e.V.), zu dem der Unverpackt-Laden gehört, ermöglicht Menschen mit Unterstützungsbedarf auf diese Weise die Teilhabe am Arbeitsleben. „Und zwar da, wo andere Menschen auch leben und arbeiten – mitten in der Stadt“, unterstreicht Ebenbeck. Der Kundenkontakt sei ein wichtiger Impuls für die persönliche und fachliche Entwicklung der Beschäftigten. „Ich freue mich, wenn ich die Leute gut beraten kann und sie mir das auch sagen“, erklärt ein junger Mann, der im „Mittendrin“ arbeitet. Das sporne dazu an, sich genau über die angebotenen Lebensmittel und Dinge des täglichen Gebrauchs zu informieren, um dieses Wissen an die Kunden weiterzuvermitteln. Und zu wissen gibt es einiges: Mehr als 300 Sorten Lebensmittel sind mittlerweile lose erhältlich: Nudeln, Trockenobst, verschiedene Getreidesorten, Reis, Müsli und vieles mehr. Allerlei stammt aus Bio-Anbau und aus der näheren Region, wie etwa die Kichererbsen, die in der Wetterau geerntet werden. Das Prinzip ist einfach: Kunden bringen eigene Gefäße mit, wiegen diese vor dem Einkauf, füllen sich ihre Ware ab, und das Leergewicht wird am Schluss an der Kasse abgezogen. Wer spontan kommt und Behältnisse braucht, kann diese selbstverständlich auch im Laden erwerben. Der Hanauer Bevölkerung gefalle das „Unverpackt-Konzept“ ebenso, berichtet Ebenbeck. Seit Dezember 2019 gibt es in der Römerstraße nahe am Marktplatz auch einen „Mittendrin“-Laden, sozusagen die jüngere Schwester des Gelnhausener Geschäfts.

Der Renner im Mittendrin Gelnhausen sind übrigens die hausgemachten Nudeln vom Bioland-Hofgut Marjoß. „Allein davon wurden im ersten Jahr des Unverpackt-Ladens insgesamt 235 Kilo gekauft“, berichtet Ebenbeck. Das landwirtschaftliche Anwesen wird ebenfalls vom BWMK betrieben. Menschen mit Beeinträchtigungen versorgen auf dem Hofgut am Rande des Spessarts Rinder, Gänse, Pferde, Schweine, Esel und über 1000 Hühner. Die Bio-Eier aus Marjoß sind ebenfalls im „Mittendrin“ erhältlich. Sehr gern gekauft werden nach Angaben Ebenbecks auch Haferflocken und Basmatireis. Für Süßschnäbel stehen außerdem gesunde Naschereien bereit – und leckere Kekse, die auch auf dem Hofgut Marjoß gebacken werden.

Aber auch das nicht essbare Sortiment komme bei den Kunden gut an. Nachhaltigkeit und Qualität bestimme auch hier die Auswahl, betont Ebenbeck. Es gibt hochwertige Naturkosmetik wie etwa Deo-Creme oder Haarseife in unterschiedlich duftender Auswahl, aber auch Toilettenpapier aus nachhaltiger Produktion und Kaffee-Becher, deren Bestandteile ebenfalls die Umwelt schonen. Besonders beliebt seien übrigens die wiederverwendbaren Abschminkpads, die in der benachbarten Tagesstätte für Menschen mit psychischen Erkrankungen hergestellt werden. Bei den Waschmitteln bedienten sich die Kunden vor allem gern an der Sorte „Mint und Lemon“, so Ebenbeck. Das dufte angenehm frisch – nicht nur im Sommer. Mehr im Internet unter www.mittendrin-gelnhausen.de

Foto: So funktioniert das Abfüllen: Abteilungsleiterin Anke Ebenbeck (rechts) und eine Mitarbeiterin des Unverpackt-Ladens in Aktion.

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