„Obwohl die erste Jahreshälfte 2020 von der Corona-Pandemie und ihren negativen Auswirkungen auf die Wirt-schaft geprägt war, haben wir unseren Wachstumskurs im Marktbereich Hanau fortgesetzt. In den ersten sechs Monaten konnten wir netto rund 300 neue Kunden gewinnen“, sagt Sabine Wagner, Marktbereichsleiterin der Commerzbank Hanau. „Wir betreuen jetzt in Hanau, Gelnhausen und Maintal insgesamt gut 31.700 Privat- und Unternehmerkunden.“

Corona-Krise beschleunigt Digitalisierung

Einen Großteil der neuen Kunden gewann die Commerzbank über digitale Kanäle. „Das Kundenverhalten hat sich in der Corona-Krise stark verändert. Jeder dritte Kunde nutzt die digitalen Kanäle nun intensiver als vorher“, so Wagner. Das gelte insbesondere für das Mobile Banking: „Viele Kunden wissen jetzt, wie bequem sich alltägliche Bankgeschäfte mit dem Smartphone erledigen lassen.“ Deutschlandweit hat die Banking-App aktuell über 1,5 Millionen aktive Nutzer. Das sind so viele wie nie zuvor. In Hanau stieg die Zahl der Nutzer seit Jahresbeginn um zehn Prozent. Gleichzeitig baut die Commerzbank die Leistung ihrer Banking-App weiter aus: Ab sofort können Nutzer auch mobil Wertpapiere kaufen und verkaufen.

Auch im Firmenkundengeschäft hat die Corona-Krise die Digitalisierung weiter vorangetrieben: „Der Bedarf nach elektronischer Zahlungsabwicklung ist eindeutig gestiegen, so beim Thema eRechnung“, sagt Stefan Nodewald, Leiter Firmenkunden der Niederlassung Bad Homburg, zu der auch der Marktbereich Hanau gehört. Seit Anfang 2020 kooperiert die Commerzbank mit dem E-Invoicing-Fintech crossinx. Zusammen mit dem Experten bietet sie Lösungen rund um den elektronischen Austausch von Bestell-und Rechnungsinformationen an. Damit können Unternehmen ih-re Prozesskosten um bis zu 80 Prozent im Vergleich zu klassischen papierbasierten Rechnungsabläufen senken.

In der Krise an der Seite der Kunden

„Das Kundenverhalten bestätigt unsere ‚Mobile First‘-Strategie“, sagt Wagner. „Gleichzeitig haben wir gerade in der Krise gesehen, wie wichtig individuelle Beratung bei komplexen Finanzthemen ist.“ Vor allem Unternehmen hatten einen hohen Beratungs-und Kreditbedarf. Insgesamt hat die Commerzbank seit Mitte März bundesweit rund 21.000 Finanzierungsanfragen von Firmen- und Unternehmerkunden erhalten. Mehr als die Hälfte davon betrafen KfW-Programme. „Mit rund 460 Kreditanfragen waren auch unsere Berater in der Niederlassung stark nachgefragt“, sagt Nodewald. Bundesweit hat die Bank ein Volumen von über zehn Milliarden Euro an Finanzierungen bereitgestellt, davon über 100 Millionen Euro in der Region. Darüber hinaus unterstützte die Commerzbank bislang und noch bis Ende des Jahres ihre Kunden mit Stundungen und Tilgungsaussetzungen. Bis Ende Juni wurden bundesweit mehr als 33.000 Kredite gestundet. Neue Investitionen und die Finanzierung von Immobilienvorhaben spielten trotz Corona auch im ers-ten Halbjahr eine große Rolle. „Viele Kunden haben die niedrigen Zinsen genutzt und in Immobilien investiert“, sagt Wagner. „Im Marktbereich Hanau wurden Baufinanzierungen in Höhe von rund 33 Millionen Euro vergeben. Das sind 39 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.“

Kunden nutzen niedrige Kurse zum Kauf von Wertpapieren

Bei der Geldanlage suchten viele Anleger angesichts der zwischenzeitlich stark gefallenen Aktienkurse die persönliche Beratung. „Viele Kunden sind unserem Rat gefolgt und haben Panikverkäufe vermieden. Oft haben Kunden die niedrigeren Kurse genutzt, um Wertpapiere zu kaufen“, unterstreicht Wagner. Besonders beliebt waren Wertpapiersparpläne: Ihre Anzahl stieg im Marktbereich Hanau um rund 28 Prozent. „Mit dem regelmäßigen Kauf von Fonds oder börsengehandelten Indexfonds (ETFs) können Kunden ihr Vermögen trotz der Volatilität an den Aktienmärkten auf lange Sicht vermehren“, erläutert die Privatkundenchefin. „Gespart werden kann schon mit kleineren Summen, ab monatlich 25 Euro.“

Kapitalmarktausblick der Commerzbank-Experten

Seit Mai sind wieder deutliche Erholungstendenzen zu sehen, auch wenn konjunkturell das Erreichen der Vorkrisenniveaus nicht vor Sommer 2022 zu erwarten ist. Mit Blick nach vorne ist mit einer schwankungsreicheren Bewegung am Markt zu rechnen – bei einer langfristig positiven Grundtendenz. Der Privatanleger sollte in der aktuellen Situation weiter auf einen breit gestreuten Korb an Wertpapieren setzen. Aktien bleiben dabei essentiell und können durch Gold, Unternehmens- und einzelne Staatsanleihen sowie Investitionen in Immobilienfonds ergänzt werden.

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