Lob für Expertenteam Palliative Pflege

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Bewohner in ihrer letzten Lebensphase zu begleiten, diese Zeit – gemeinsam mit ihnen, ihren Angehörigen und den Pflegekräften – gut zu gestalten, das ist die Aufgabe der Fachkräfte für palliative Pflege des Wohnstifts Hanau, einer Einrichtung der Alten- und Pflegezentren des Main-Kinzig-Kreises (APZ-MKK).

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Das Experten-Team Palliative Pflege (EPP-Team) koordiniert alle Maßnahmen, die für die Betreuung des sterbenden Menschen notwendig sind. Seit Oktober 2018 unterstützen drei Mitarbeitende im Wohnstift die Pflege in der Versorgung von schwerstkranken oder sterbenden Bewohnern. Jedes Teammitglied des EPP-Teams unter der Leitung von Silvia Fuß, hat eine Palliativ-Care-Ausbildung. Sie erfassen die Bedürfnisse und Wünsche, stimmen ärztlicherseits die zu erwartenden Symptome und die entsprechenden Maßnahmen ab. Außerhalb des Stations-Dienstes sind sie mit ihrem fachlichen Rat telefonisch erreichbar. Im Ergebnis hat sich die palliative Versorgung seitdem signifikant gebessert, Klinikeinweisungen dieses Bewohnerkreises konnten in 2019 gar auf eine Einzige reduziert werden. Mittlerweile erfährt das Projekt bundesweite Aufmerksamkeit und wurde im März anlässlich des Deutschen Pflegetages in Berlin vorgestellt. Zuletzt erhielt das Wohnstift Hanau zusammen mit dem EPP-Team das Deutsche Palliativ-Siegel.

„Für ihr außerordentliches Engagement in der palliativen Begleitung der uns anvertrauten Menschen, spreche ich Ihnen unseren großen Dank aus“, betonte die Erste Kreisbeigeordnete des Main-Kinzig-Kreises und Aufsichtsratsvorsitzende der APZ-MKK, Susanne Simmler. „Die Erfahrungen aus den letzten zwei Jahren zeigen uns, dass ein solches Angebot gerade in der stationären Pflege dringend gebraucht wird. Wir werden dieses Erfolgsmodell daher auf alle 12 Einrichtungen der APZ-MKK ausweiten.“, so Simmler. Dem stimmte auch der Geschäftsführer der APZ-MKK, Dieter Bien zu: „Die positive Resonanz auf dieses Angebot war überwältigend. Bedanken will ich mich beim EPP-Team und besonders auch beim Förderverein Palliative Patienten-Hilfe Hanau, der das Projekt mit mehr als 260.000€ gefördert hat.“ Um die Versorgung sterbender Menschen in der Region zu verbessern, riefen der Förderverein Palliative Patienten-Hilfe Hanau  e.V. und die Alten-und Pflegezentren des Main-Kinzig-Kreises (APZ MKK) im Oktober 2018 das Expertenteam Palliative Pflege ins Leben. „Die Teammitglieder des EPP-Teams haben in den zwei Jahren einen Rahmen entwickelt, wie man eine optimierte Pflege für Menschen mit einem hohen Pflegebedarf auch in Zeiten knapper Ressourcen gestalten kann.“, erklärte hierzu die Vorsitzende des Fördervereins, Dr. Maria Haas-Weber.

„Im Laufe der Zeit ist eine gute Zusammenarbeit gewachsen, von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung geprägt“, blickt die Leiterin des EPP-Teams Silvia Fuß stolz auf die letzten beiden Jahre zurück. „Wir konnten gemeinsam erreichen, Menschen gesamtheitlich auf ihrem letzten Lebensweg würdevoll zu begleiten“. Die drei Kernfaktoren ihres Erfolges – absolute Unabhängigkeit vom regulären Dienstbetrieb, hohe Empathie und Fachlichkeit sowie eine 24h-Erreichbarkeit für Kolleginnen und Kollegen, wie auch für die behandelnden Hausärzte – haben einige Lücken überbrückt, welche durch den immer fordernder werdenden Pflegealltag aufreißen“, umschreibt Fuß den Erfolge des Projektes. Palliative Pflege solle den schwerkranken und sterbenden Menschen gleichsam mit einem Mantel begleiten und umhüllen, beschreibt die leitende Palliative-Care-Fachkraft, den besonderen Auftrag ihres Teams. Als das Projekt begann, wurden viele Gespräche mit Beteiligten geführt, berichtet Fuß von den Anfängen. Das Konzept der palliativen Pflege im Wohnstift Hanau binde den Bewohner, seine behandelnden Ärzte, das betreuende Pflegepersonal und Ehrenamtliche des Hospizdienstes, die die Einrichtung regelmäßig besuchen, in den Versorgungsprozess des Sterbenden ein.

Bedürfnisse des Sterbenden umfassend wahrzunehmen, darauf zu reagieren und zu ihm und seine Angehörigen Kontakt suchen, um sie umfassend begleiten zu können, seien wichtige Aufgaben des EPP-Teams, so Fuß. Um zielgerichtet auf Veränderungen bei Bewohnern reagieren zu können und notwendige Maßnahmen zeitnah einzuleiten, sei ebenso die umfassende Kommunikation zwischen der Einrichtung und den behandelnden Ärzten von Bedeutung: „Dadurch konnten mitunter Krankenhauseinweisungen vermieden werden. Der Bewohner konnte in seinem gewohnten Umfeld bleiben, ein kostenintensiver Hin- und Rücktransport entfiel, genauso wie die Aufnahme und Entlassung im Krankenhaus, da die Therapie zielgenau vor Ort angepasst werden konnte“, erläutert Stephan Hemberger, Einrichtungsleiter des Wohnstiftes Hanau. Dies entlaste die Bewohner und Krankenhäuser. Frau Dr. Maria Haas-Weber, Vorsitzende des Vereins Palliative Patientenhilfe Hanau e.V. und Fachärztin für Allgemein- und Palliativmedizin, die Bewohner des Wohnstiftes ärztlich  betreut, betont in diesem Zusammenhang, dass die Etablierung des EPP-Teams insbesondere für schwerstkranke, unter Schmerzen leidende und palliativ zu versorgende Menschen für sie in den stationären Einrichtungen eine maximale Entlastung darstellt. 

Der Förderverein Palliative Patientenhilfe Hanau e.V. förderte die Umsetzung des EPP-Teams im Wohnstift Hanau finanziell mit rund 261.000€. Dies entspricht 80% der Gesamtkosten des auf zwei Jahre angelegten Projektes in Höhe von rund 326.000€. Einrichtungsleiter Hemberger dankte dem Förderverein für sein Engagement und würdigte den Einsatz des EPP-Teams: „Ich habe das EPP-Projekt als Bereicherung für die Einrichtung erlebt. Mein besonderer Dank gilt neben dem Förderverein auch Silvia Fuß. Frau Fuß hat als Leitung des EPP-Teams eine hervorragende Arbeit geleistet“. Bewohnerinnen und Bewohner sowie deren Angehörige, Kolleginnen und Kollegen, aber auch Ärzte und Kostenträger hätten von Fuß‘ Arbeit und dem Team auf unterschiedliche Art und Weise profitiert“, lobte Hemberger. Das Team habe sich im Wohnstift etabliert. Nach Angaben des Fördervereins Palliative Patientenhilfe e.V. haben sich 14 weitere Alten-und Pflegeeinrichtungen der Region das Hanauer Modell in der palliativen Versorgung zum Vorbild genommen und setzen dieses bereits um. „Wenn sich andere Leistungserbringer für dieses Projekt interessieren, stehen der Förderverein sowie das Wohnstift Hanau für weitere Informationen gerne zur Verfügung“, bot Hemberger seine Unterstützung an.

Foto (von links): Dr. Maria Haas-Weber, Susanne Simmler, Silvia Fuß, Stephan Hemberger, Dieter Bien und Volker Klug freuen sich über die positive Resonanz für das EPP-Team.

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