Local hero fürs Freigerichter Silicon Valley

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„In diesen Räumen würde ich auch gerne arbeiten!“ Beate Langhammer staunt nicht schlecht als sie die Aufnahmen aus dem Inneren des Firmensitzes von CID  sieht.

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Edelstahlrutschen schlängeln sich von Stockwerk zu Stockwerk und erlauben spielerische Etagenwechsel. Gemütliche Sitz- und Liegelandschaften füllen die reichhaltigen Begegnungsflächen. Eine lichtdurchflutete Kantine, Stationen mit kalten und warmen Erfrischungen, ein eigens angelegter Waldweg für Verdauungsspaziergänge – natürlich mit WLAN. Das Unternehmen aus Freigericht hat im Industriegebiet vor den Toren des Ortsteiles Somborn weder Kosten noch Mühen gescheut, um attraktive Arbeitsbedingungen wie im berühmten kalifornischen Silicon Valley zu schaffen – das erkennt auch die Vorstandsvorsitzende des Kommunalen Centers für Arbeit (KCA) neidlos an.

Nicolas Schulze hätte sich vor einigen Jahren noch nicht träumen lassen, dass er einmal in so einer Umgebung tätig sein würde. Der 30-Jährige blickt auf einen wechselvollen beruflichen Werdegang zurück. Nach dem Abitur studierte er in München Film und Fernsehen. Doch er wurde mit dieser Entscheidung nicht glücklich und rutschte in eine mentale Abwärtsspirale, die in einem schweren Burnout resultierte. Lange fiel es ihm schwer, einen neuen Anlauf zu unternehmen, um auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Elke Hant von der Fachstelle Berufliche Teilhabe des KCA fand schließlich einen Weg: Sie ermöglichte es Nicolas Schulze, die Ausbildung zum staatlich anerkannten Wirtschaftsinformatiker beim Berufsförderungswerk in Heidelberg zu absolvieren. Eine fordernde Umschulung, die zwei Jahre in Anspruch nimmt. „Herr Schulze hat sich eindrucksvoll durchgekämpft. Er hat sich nie beklagt, hat nie gezaudert, hat die ihm gebotene Möglichkeit diszipliniert und konsequent ergriffen – davon zeugt auch, dass er als Jahrgangsbester mit Auszeichnung abgeschlossen hat“, freut sich Fallmanagerin Hant. Mit diesem Abschluss in der Tasche machte sich Schulze auf die Suche nach einem Praktikumsplatz und stieß auf den breit aufgestellten IT-Dienstleister CID im Main-Kinzig-Kreis.

Dieser entwickelt und programmiert seit 25 Jahren anspruchsvolle Softwarelösungen für Kunden aus ganz Europa. Nachdem er sich im Praktikum bewährte, bot ihm der Arbeitgeber eine Festanstellung an. „Wir stellen hohe Anforderungen an unsere Mitarbeitenden“, so CID-Teamleiter Thorsten Viel, zu dessen Team Nicolas Schulze gehört. „Fachliche Fertigkeiten sind nur die eine Seite – soziale Kompetenz und Teamfähigkeit sind für uns genauso wichtig. Erfolg und Misserfolg haben eines gemeinsam – sie sind beides Ergebnisse, die man in der Gruppe erzielt. Nicolas hat sich hier vom ersten Tag sehr gut in die Kultur eingeführt. Er ist motiviert, wissbegierig und bereit, sich richtig reinzuknien.“ Tatsächlich ist die Lernkurve für den so Gepriesenen steil, aber „die Kollegen sind alle enorm freundlich und hilfsbereit, es macht mir hier viel Spaß und ich bin extrem froh, diese Chance bekommen zu haben.“
„Für Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Herrn Schulze stehen uns sehr weitreichende Fördermöglichkeiten zur Verfügung“, stellt Beate Langhammer fest. „Die Ausbildung zum Wirtschaftsinformatiker stellt eine erhebliche Investition dar – aber, wenn man sieht, wie fantastisch sich Herr Schulze entwickelt und welche beruflichen Möglichkeiten er sich selbst erschlossen hat, dann bin ich überzeugt: Das Geld ist gut angelegt!“ Teamleiter Viel ergänzt: „In der IT-Branche sind wir immer auf der Suche nach talentierten Fachkräften, nach `local heroes´ wie Nicolas.“

Vorsichtiger Optimismus beim Ausblick auf 2022

Zum Jahreswechsel zieht Beate Langhammer ein Fazit zum zweiten Corona-Jahr: „Wir spüren die Pandemie im KCA weiterhin sehr deutlich an Kennzahlen wie Arbeitslosigkeit, Neuanträgen oder Bedarfsgemeinschaften. Das zeigt vor allem der Vergleich zu 2019.“Die gute Nachricht sei, dass die Talsohle durchschritten zu sein scheine. So sei zwar der Jahresdurchschnittswert an Arbeitslosen sehr hoch, aber im Dezember 2021 liege man immerhin schon rund 400 Arbeitslose unter dem Vorjahresmonat. „Ob man hier schon von einer dauerhaften Trendwende sprechen kann, wollen wir lieber abwarten“, gibt Langhammer sich vorsichtig; zu unberechenbar sei das Pandemie-Geschehen und die damit einhergehenden ökonomischen sowie sozialen Verwerfungen. Klar sei aber, dass sich sowohl die Leistungsbeziehenden als auch die Mitarbeitenden inzwischen sehr vorbildlich auf die besonderen Rahmenbedingungen eingestellt hätten. „Wir schauen zuversichtlich auf die kommenden 12 Monate. Wenn alle Beteiligten weiter möglichst besonnen, geduldig und rücksichtsvoll agieren, ist die soziale Daseinsfürsorge im Main-Kinzig-Kreis nicht gefährdet.“

Aktueller Überblick

Die Zahl der Arbeitslosen nach dem SGB II ist im Vergleich zum Vormonat weiter gesunken. Sie liegt bei einer Quote von 2,9 Prozent. Das entspricht im Dezember 2021 exakt 6.742 Arbeitslosen im MKK. Dieser positive Trend zeigt sich seit April 2021. Die Anzahl der Leistungsbeziehenden nach dem SGB II betrug in diesem Zeitraum 23.791 Personen. Es gelang dem Jobcenter im Dezember 290 Arbeitsuchende in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die Zahl der Neuanträge lag bei 466. Im gleichen Zeitfenster nahmen 849 Klient*innen des KCA-Jobcenters an einer Maßnahme der aktiven Arbeitsförderung teil.

Foto (von links): Elke Hant, Thorsten Viel und Nicolas Schulze.
Foto (von links): Nicolas Schulze, Elke Hant und Thorsten Viel.



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