RMV-Bilanz: 565 Millionen Fahrgäste in 2021

Unternehmen
Typographie
  • Smaller Small Medium Big Bigger
  • Default Helvetica Segoe Georgia Times

565 Millionen Fahrgäste: So lautet die erste Prognose des RMV für das Pandemiejahr 2021. Im Vergleich zum Jahr 2020 – welches ab Mitte März von der Pandemie beeinflusst wurde – geht der Verbund damit von einem Zuwachs von rund 40 Millionen Fahrten aus.

Damit liegt die Fahrgastnachfrage 2021 etwa bei zwei Dritteln des Vor-Corona-Jahres 2019. Um dennoch ein umfassendes Angebot und möglichst viel Platz in den Fahrzeugen zu bieten, hat der RMV im Jahr 2021 durchweg das volle Fahrtenangebot erbracht und zum Fahrplanwechsel insbesondere das X-Bus-Netz ausgebaut. Mit zahlreichen weiteren Maßnahmen wie Maskenverteilaktionen, gemeinsamen Masken- und Schwerpunktkontrollen mit Polizeien und lokalen Partnern sowie die erfolgreiche Umsetzung des Impfexpresses leistete der Verbund darüber hinaus seinen Beitrag im Kampf gegen die Pandemie.

Stammfahrgäste bleiben Verbund treu

Die Fahrgeldeinnahmen 2021 liegen ersten Schätzungen zufolge bei rund 759 Millionen Euro. Der größte Teil der Einnahmenrückgänge gegenüber der Vor-Corona-Zeit geht auf nicht verkaufte Tages- und Einzelfahrkarten zurück. Die Stammkundinnen und –kunden sind dem RMV auch im zweiten Pandemiejahr weitestgehend treu geblieben. Im JobTicket-Bereich baute der Verbund seinen Kundenstamm sogar noch weiter auf insgesamt 280.000 Berechtigte aus – ein Plus von rund vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr: „Der Run auf das JobTicket ist ungebrochen“, sagt RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat. „Über 55 Neuverträge kommen insgesamt 16.500 Beschäftigte erstmals in den Genuss eines JobTickets – in den meisten Fällen sogar in der Premium-Variante, mit der sie verbundweit unterwegs sein können. Für uns heißt das: Die Wirtschaft sieht im JobTicket einen echten Mehrwert im Kampf um qualifizierte Fachkräfte.“

Große Schritte bei neuen Mobilitätsformen

Gleich mehrere Meilensteine feierte der Verbund im Jahr 2021 im Bereich On-Demand: Mit Darmstadt, Frankfurt, Taunusstein und Limburg haben vier Partner die Mobilität auf Abruf auf die Straße gebracht. Gemeinsam mit dem Hopper im Kreis Offenbach gibt es so in fünf Kommunen im RMV ein On-Demand-Angebot, fünf weitere werden folgen. Zusammen bilden sie Deutschlands größtes On-Demand-Netzwerk. Möglich ist dies, da es dem RMV gelungen ist, für das innovative Angebot bis Ende 2024 Förderungen des Bundes und des Landes Hessen jeweils in Höhe von 27 Millionen Euro zu erhalten. „Egal, wo wir mit unseren Partnern ein On-Demand-Angebot starten: Das Feedback ist durch die Bank weg positiv“, so Prof. Ringat. „Die Fahrgastzahlen steigen kontinuierlich und die Fahrgäste sind begeistert von dem Service. Wir setzen alles daran, dass On-Demand auch über das Förderprojekt hinaus zu einem festen Bestandteil des RMV-Angebots wird.“Auch im Projekt EASY, das sich mit dem Thema autonomes Fahren beschäftigt, sammelte der Verbund in neuen Testfeldern wichtige Erkenntnisse: In Bad Soden-Salmünster war ein Shuttle erstmals im öffentlichen Straßenverkehr unterwegs und schuf dort ein neues Nahverkehrsangebot. Parallel testete der Verbund auf dem Gelände der VGF-Stadtbahnzentralwerkstatt erstmals den vollautonomen Betrieb mit Fahrgästen und das ohne Operator an Bord des Fahrzeugs.

Großstörungen überschatten Pünktlichkeit

Im Schienenverkehr lag die Pünktlichkeit der S-Bahn bei rund 92 Prozent und damit knapp zwei Prozent niedriger als im Vorjahr. Hintergrund sind insbesondere die außerordentlich vielen Großstörungen, die teils über Wochen und Monate den Betrieb beeinträchtigten. Dazu gehören unter anderem der Dammrutsch in Eschersheim (Anfang Januar bis Mitte April), die Gleisabsenkung am Bahnhof Frankfurt Süd (nahezu den gesamten Juli) sowie mit besonders weitreichenden Folgen die Sperrung der Salzbachtalbrücke, welche das gesamte zweite Halbjahr den Betrieb mehrerer S- und Regionalbahnlinien beeinträchtigte. Darüber hinaus wirkten sich unter anderem die wiederholten Streiks der GDL, Störungen abseits des RMV-Gebiets wie der Felsrutsch in Kestert, Infrastrukturstörungen sowie die stetig zunehmenden Baustellen nachteilig auf Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit aus. Rund zwei Drittel aller Verspätungen im S-Bahn-Netz gehen dabei auf Zugfolgeverspätungen und Verspätungen aus vorherigen Fahrten zurück. „Ist der Fahrplan einmal aus dem Takt geraten, ziehen sich die Verspätungen mitunter durch den ganzen Tag, weil die Züge sich gegenseitig ausbremsen“, so Prof. Ringat. „Dies zeigt eindeutig, dass unsere Infrastruktur am Anschlag ist. Um hier die Qualität nachhaltig zu verbessern, gilt es, die zahlreichen geplanten Bauprojekte schnell vorantreiben – und dabei gleichzeitig die Einschränkungen für die Fahrgäste so gering wie möglich zu halten.“