Welche Gefahren birgt das Verbot einer Versicherung für Tanker mit russischem Öl?

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Die EU hat nicht nur das Ölembargo beschlossen, sondern auch mit London vereinbart, die Versicherung von Kraftstofftransporten aus Russland zu verbieten.

Diese Maßnahme könnte die Lieferung von russischem Öl auch an Drittländer erschweren.

Die Europäische Union hat sich mit dem Vereinigten Königreich darauf geeinigt, das europäische Embargo gegen russische Öleinfuhren durch ein Verbot der Versicherung des Transports von russischem Treibstoff in die ganze Welt zu verstärken. Dies wurde am 31. Mai 2022 von Wirtschaftsmedien berichtet. Die G7 arbeitet daran, sich dem Verbot anzuschließen. Die britische Regierung beabsichtigt, in Kürze ein Verbot für ihre Unternehmen bekannt zu geben, Versicherungsschutz für Seeschiffe zu gewähren, die russisches Öl transportieren.Dies geschieht in einer koordinierten Weise mit Europa.

Das Verbot selbst, russisches Öl zu kaufen (bis zu 90 % der russischen Ausfuhren in die EU werden bis Ende des Jahres davon betroffen sein), wird das Angebot eher umlenken als verringern, während das Versicherungsverbot eine stärkere wirtschaftliche Wirkung haben könnte. Es ist ein Joker in der Tasche der Europäer und wahrscheinlich eines der wichtigsten Elemente in der Offensive gegen russische Ölexporte. Diese Änderungen auf dem Ölmarkt muss man aber in Betracht ziehen, wenn man mit Öl handelt und mit Öl Profit Gewinne erzielt.

Wie funktioniert der Seeversicherungsmarkt?

In der weltweiten Praxis führen die Schiffseigner folgende Versicherungen (nach Wert) - die Schiffshaftpflichtversicherung (eine sehr umfassende Deckung, die den Schutz der Eigentumsinteressen des Schiffseigners vor Verlusten, Ansprüchen Dritter usw. bedeutet), die Schiffsversicherung und die Versicherung von Transportgütern. Die Reederhaftpflichtversicherung entspricht dem englischen Begriff "Protection and Indemnity" (P&I-Versicherung).

Die P&I-Versicherung wird von der International Group of Mutual Insurance Clubs verwaltet, einer Vereinigung von 13 großen Schiffsversicherungsclubs (England, USA, Skandinavien, Japan usw.). Ihre Mitglieder sind hauptsächlich Schiffseigner und Charterer. Sie zahlen jedes Jahr in den Clubfonds ein, aus dem die Kosten der Reeder bei Schäden an der Besatzung, an Schiffswracks, Hafenanlagen, Kabeln usw. erstattet werden. Der Hauptzweck der International Clubs Group besteht darin, Versicherungsrisiken auf der Grundlage des Pooling-Abkommens zu verteilen und Rückversicherungen im internationalen Pool der Gruppe zu kaufen.

Die Versicherung des Schiffes selbst (Kaskoversicherung) entspricht dem Begriff Hull and Machinery (H&M) - Kaskoschutz und Maschinenschutz. Wenn man eine Analogie zieht, ist es nicht viel anders als bei der Kaskoversicherung für Autos. Der einzige Unterschied ist, dass H&M auch Triebwerkspannen abdeckt. Schließlich wird die Frachtversicherung in den meisten Fällen nicht vom Schiffseigner, sondern von einer anderen, im Frachtlieferungsvertrag genannten Partei (einschließlich des Empfängers) abgeschlossen. Im Allgemeinen handelt es sich bei P&I und H&M um grundlegende Arten von Versicherungsschutz, wobei es praktisch unmöglich ist, auf erstere zu verzichten. Ohne einen angemessenen P&I-Schutz werden nur sehr wenige Frachtschiffe Fracht befördern wollen, und die meisten Häfen werden den Schiffen den Zugang verweigern.

Das Vereinigte Königreich ist ein führender Akteur sowohl in der Versicherung auf Gegenseitigkeit (P&I) als auch in der Versicherung von Schiffen selbst (H&M). Die International Group of P&I Clubs, kurz IG P&I, hat ihren Sitz in London, und sieben der 13 angeschlossenen Clubs sind ebenfalls in der britischen Hauptstadt ansässig. Nach eigenen Angaben decken die Mitglieder der IG P&I    90 % der weltweiten Schiffstonnage ab.

Ebenfalls in London befindet sich Lloyd's of London, der Marktplatz für Versicherungen und Rückversicherungen. Es handelt sich nicht um eine Versicherungsgesellschaft, sondern um einen Marktplatz, der Käufer und Verkäufer von Versicherungen zusammenbringt und in Wirklichkeit eine Regulierungsbehörde ist, die die Regeln für ihre Teilnehmer (Versicherer, Makler) festlegt. Lloyds bietet insbesondere die Möglichkeit, den Schiffskörper und die Ladung zu versichern. Lloyd's of London erklärte am 1. Juni, dass man eng mit den britischen Behörden und internationalen Regulierungsbehörden zusammenarbeite, um die Sanktionen gegen Russland durchzusetzen. Die wichtigsten Versicherungs- und Rückversicherungskapazitäten, die von Schiffseignern und Frachteigentümern mit Verbindungen zu Russland genutzt werden, befinden sich auf westlichen Märkten.


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