Klinikum Fulda: Lungenoperationen durchs „Schlüsselloch“

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Lungenkrebs ist eine aggressive Tumorerkrankung, die häufig erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt wird.

Das liegt auch daran, dass ein Lungentumor keine Schmerzen verursacht und spezifische Beschwerden - wie das Aushusten von Blut - erst spät auftreten. Dann ist eine Heilung oftmals nicht mehr möglich. Wird die Lungenkrebserkrankung jedoch in einem früheren Stadium diagnostiziert, kann der Tumor häufig noch operativ entfernt werden und eine vollständige Heilung ist möglich. Bis vor wenigen Jahren mussten dafür große Operationen durchgeführt werden, die mit erheblichen Belastungen für die Patienten einhergingen. Heute führt Dr. Bora Kosan, Leiter der Abteilung für Thoraxchirurgie am Klinikum Fulda, diese Eingriffe „minimal-invasiv“ durch. Dabei kommt die so sog. VATS-Lobektomie – VATS: video assisted thoracoscopic surgery - zum Einsatz. Dr. Kosan hat sich auf diese Technik spezialisiert, verfügt über viel Erfahrung und erzielt sehr gute Erfolge.

Die VATS-Lobektomie (Lobektomie= Lungenlappenentfernung) ist eine minimal-invasive Operationsmethode, bei der über ein kleines „Schlüsselloch“ zunächst ein dünner Stab mit einer kleinen Kamera in den Brustkorb geschoben wird, die hochauflösende Bilder auf einen großen Monitor überträgt. Der Operateur kann dann gezielt über weitere 3 bis 4 kleine Zugänge am Brustkorb des Patienten die Lungenlappenentfernung durchführen. „Bis vor wenigen Jahren war diese minimal-invasive Operationsmethode noch nicht möglich. Meist wurde der tumorbefallene Lungenlappen samt den dazugehörigen Lymphknoten mit einer sog. „offenen“ Operation des Brustkorbes vorgenommen, bei der über einen großen seitlichen Schnitt der Brustkorb eröffnet wurde“, erläutert Dr. Kosan, der bereits seit 2009 die VATS-Lobektomien durchführt.

Seit 2016 führt der erfahrene Lungenchirurg zusätzlich auch die sog. „Uniportale VATS-Lobektomie“ durch, bei der die Lungenlappenentfernung über einen einzigen Zugang erfolgt. „Wir sind die einzige Klinik in Osthessen, die dieses Operationsverfahren erfolgreich anwendet“, so Dr. Bora Kosan. „Um die Folgen der Operationen für die Patienten weiter zu reduzieren, wird der operative Zugang auf einen einzelnen (uniportalen) Hautschnitt von ca. 3 bis 5 cm reduziert“, so Kosan weiter. Die Kamera und sämtliche weiterführenden Instrumente werden über diesen einen – uniportalen - Zugang in den Brustkorb eingebracht. Diese technisch sehr anspruchsvolle Operation ist erst seit wenigen Jahre möglich. Die Vorteile des sehr schonenden Verfahrens liegen auf der Hand: kaum noch Wundschmerzen und eine deutlich geringere Belastung für den Patienten und eine schnelle Mobilisierung. Laut Dr. Kosan können die Patienten „noch am OP-Tag aufstehen, abends essen und trinken sowie Atemübungen ausführen.“

In der Abteilung für Thoraxchirurgie der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie (Direktor Prof. Dr. Hilmar Dörge) im Herz-Thorax-Zentrum am Klinikum Fulda, kommt darüber hinaus ein leitlinienkonformes „Fast-Track-Konzept“ zur Anwendung, dass die Genesungsphase des Patienten beschleunigt und Komplikationen nach dem operativen Eingriff weitestgehend vermeidet. „Die frühestmögliche Mobilisation und der frühe Kostaufbau nach der Operation, die rasche Entfernung des Absaugungs- Schlauchs (Thoraxdrainage) in Kombination mit einer individuellen, exzellenten Schmerztherapie mit besonderen Verfahren: das sind die Grundpfeiler unseres Konzeptes und unseres Erfolges“, so Dr. Kosan. Die Patientinnen und Patienten, die bislang im Klinikum Fulda mit dieser Methode operiert wurden bestätigen die Aussagen des Chirurgen voll und ganz.